Die Reaktion auf Spahns Worte ließ nicht lange auf sich warten. Über den CDU-Abgeordneten brach eine Welle des Protests herein. Zahlreiche Rentner griffen ihn mit einem Furor an, wie er es so noch nicht erlebt hatte. In Anrufen, in getippten oder von Hand geschriebenen Briefen, in Emails sowieso. "Wer war eigentlich so dumm, Sie für den Bundestag zu nominieren", heißt es an einer Stelle. Ein anderer aufgebrachter Rentner schreibt an Spahn: "Sie sollten sich als Christ, was ich annehme, wenn sie in der Partei mit dem "C" sind, schämen!"
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Auch Spahns Mitarbeiter wurden nicht verschont. Sicher, berichten sie, es gebe auch nachdenklich-kritische, hie und da sogar aufmunternde Anrufe. Daneben aber gebe es viele Attacken. "Wissen Sie eigentlich, dass Sie ein Arschloch sind", hieß es neulich am anderen Ende der Leitung. "Von Ihnen lasse ich mir gar nichts sagen, Sie Schmarotzer." Volkes Stimme kann hart sein, gerade wenn sie sich gegen Volkes Vertreter richtet.
Kein Generationenkrieger
Lachen kann Spahn darüber noch nicht. "So was muss man erstmal verdauen." Aber jetzt, da der Sturm langsam nachlässt, sitzt er wieder ruhiger in seinem Büro. Die Pinnwand zieren viele Fotos, dazu Spaßkarten mit Sprüchen wie "Arbeitszeit ist Leistungszeit" oder "Die Partei hat immer recht". Auf seinem Dienstfernseher thront ein kleiner weißer Loriot, an der Tür klebt eine Karikatur von Karl Marx, darunter die Worte: "Tut mir leid Jungs, war halt nur so 'ne Idee von mir..."
Nur so 'ne Idee sind Spahns Äußerungen nicht gewesen. "Ich bin doch kein Generationenkrieger, ich will keine künstlichen Konflikte provozieren." Er wolle im Gegenteil ehrlich ausspreche, was er denke. "Ich mache genau das, was man sonst von uns Politikern fordert - ich sage, was ich denke, ehrlich und offen. Und was passiert: Sie hauen auf einen ein."
Als die Wutwelle ihn das erste Mal erwischte, sei er vor Schreck mental "in die Knie gegangen". Zu unerwartet, zu brutal habe die Kritik ihn getroffen. Einknicken aber will Jens Spahn nicht und aufgeben auch nicht. "Was ich gesagt habe, ist nicht falsch gewesen." Allerdings will er den guten Rat beherzigen, den ihm sein Vater gegeben hat: "Wenn Du vorher nur sagen würdest: 'Ich habe großes Verständnis für die Sorgen der Rentner, aber...', dann würden Dich viel mehr Menschen verstehen."
"Undankbare Rentner"
Vaters Worte wirken, ein bisschen konzilianter möchte Spahn schon werden. Zugleich aber erinnert er daran, wie schnell Politiker verkürzt und verzerrt wiedergegeben würden. In seinen Stellungnahmen habe er stets gesagt, die Rentenerhöhung würde "uns politisch eh nicht gedankt werden". Gemacht worden sei daraus ein: Die Rentner seien ohnehin undankbar. "Das hat die Angriffe noch schärfer werden lassen."
Spahn sitzt seit 2002 im Bundestag, zweimal hat er seinen Wahlkreis direkt gewonnen. Er hat Abitur gemacht, danach eine Banklehre und ein Jahr im Job absolviert. Mittlerweile studiert er an der Fernuni Hagen Politik und Jura.
Warum ist er in die Politik gegangen? "Mit 14, 15 sagte mir mein Bauchgefühl: Du willst Politiker werden." Also sei er in die Junge Union, später in die CDU eingetreten. "Und da haben mich alle mit offenen Armen aufgenommen." Solange sich daran nichts ändert, wird er weitermachen. Auch harsche Briefe können das nicht ändern. Briefe, adressiert wie dieser: "CDU-Schmarotzer Spahn, Platz der Republik, Berlin."
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Rentenerhöhung Richtig teuer 28.03.2008
- Altersvorsorge Richtig riestern 29.03.2008
(SZ vom 31.03.2008/jja)
Bilder des Tages
....nämlich von denen die sich mit ihren gegenseitigen Anwürfen und Besserwissereien über Nebenkriegsschauplätze gehakelt haben die mit dem Thema an sich " Der Rechtfertigung von 1,1, % Rentenerhöhung in diesem Jahr bei ca. 3,5 % Inflation " und der verfehlten Rentenpolitik aus über 35 Jahren verfehlter Regierungspolitik diverser deutscher Regierungen nicht mehr viel zu tun hat.
Jeder Politiker der das vielleicht verfolgt lacht sich doch schlapp und macht weiter wie bisher.
Also dort so um den Punkt herum wo in etwas soviel Steuern je Steuerzahler gezahlt werden wie im einfachen arithmetischen Mittel. Die Matrix ist mehrdimensional.
Ach ja Einstiegsgehälter:
Bauingenieur Uni-Abschluss Mitte der 90er Einstiegsgehalt Tarif ca. 6.300 DM
Heute Einstiegsgehalt: ca. 3700 .
Wie die tarifliche Entwicklung war habe ich schon geschrieben. In welcher Branche und mit welchem Tarifvertrag haben Sie Ihre geschilderten Erfahrungen gemacht?
... wie sollte das gehen wenn die Unteren 50% nur 5% bezahlen können und die oberen 95%. Kleine Rechnung 50% von 100 Euro sind 5 Euro. 95% sind 95 Euro. Eine Mittelschicht müsste davon aber bereits mindestens 30 Euro haben. (Unterschicht 2 Euro und Oberschicht 68 Euro) . Wo nehmen Sie das fehlende Geld von den unteren 50% her? Selbst wenn ich großzügig bin und dem unteren Teil der" Mittelschicht" bedeutend weniger einteile. Die Rechnung geht hinten und vorne nicht mehr auf.
Im übrigen ich bin Techniker. Ich weiß was die Kollegen die heute einsteigen bekommen und das habe ich geschildert.
Es gibt mE nicht "den Techniker" und die Bezahlung eines Technikers ist regelmäßig von Qualifikation, Branche und Region abhängig - sogar beim öD.
Im Baugewerbe gab es in den letzten 12 (!) Jahren 2 od. 3 tarifliche Lohnerhöhungen mit jeweils nicht mehr als 3% , 2% oder 1%. Trotzdem ist für Techniker (sofern die überhaupt noch ausgebildet, eingestellt und beschäftigt werden) und Ingenieure die Gehaltsentwicklung nicht rückläufig, "nur" die Entwicklung der Reallöhne.
Die von Ihnen aufgeführte rückläufige Entwicklung des Technikergehaltes kann ich anhand der tariflichen Lohnentwicklung nicht nachvollziehen, für keine Branche. Sofern Sie auf die Zeitarbeitsbranche abstellen - schönen Gruß an die Gewerkschaften, die mit ihrer 'flexiblen' Haltung die ausufernde 'Nutzung' der Zeitarbeit erst ermöglichten.
Zum Thema Mittelschicht (denn die meineten Sie mE, nicht den Mittelstand, den gibt es noch): Wenn Sie 100% in zwei gleich große Teile zu je 50% einteilen kann es naturgemäß keine Mittelschicht geben, dann gibt es nur zwei Hälften. Wenn Sie die 100% feiner strukturieren wird es auch wieder Teile geben, die im mittleren Bereich (je nach Definition 40-60% oder 30-70%) liegen. Wenn es dafür aussagekräftige Statistiken bzw. verläßliche Berichte gibt, kann man mE weiter über das "Verschwinden der Mittelschicht" (oder auch nicht) schreiben.
Bis dahin, wie gesagt, kann und werde ich Ihrer Einschätzung nicht folgen.
....denn sie haben es beizeiten versäumt den Politikern auf die Finger zu klopfen als die die Rentenkassen für alles mögliche geplündert haben. Aber da war ja Einer (....heute Komiker ) der immer getönt hat " Die Rente ist sicher ". Sicher ist jedoch nur daß die Rente sicher ist. Über die Höhe und den Nachhaltigkeitsfaktor haben wir leider nicht gesprochen. Da haben wir was verpennt, aber heftig !
Paging