In Afghanistan sterben deutsche Soldaten - damit ist der Krieg wieder nach Deutschland gekommen. Es ist naiv zu glauben, ein schneller Rückzug der Bundeswehr würde das Problem lösen.
Am Ende bleiben das Gebet, eine Rede des Verteidigungsministers, ein militärisches Zeremoniell. Ein 29 Jahre junger Mann ist tot, weil er auf eine Sprengfalle gefahren ist, im Norden Afghanistans, wo er als Bundeswehrsoldat seinen Dienst tat. Den Angehörigen des Toten bleibt die Trauer, wie die Trauer auch jenen Soldaten bleiben wird, die an einer Straßensperre unweit von Kundus in der Nacht zum Freitag auf ein Auto schossen, in dem sie Terroristen vermuteten - und dann lagen da zwei Kinder und eine Frau tot in ihrem Blut. Soldaten wollten ihr Leben retten und haben nun vermutlich getötet, in einem Einsatz, beschlossen vom Deutschen Bundestag.
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Trauerfeier für gefallene Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan (© Foto: dpa)
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Töten und getötet werden - der Krieg ist wieder nach Deutschland gekommen. Er ist in ein Land gekommen, dem das Militärische nach 1945 so fremd geworden war, dass Franzosen, Briten und Amerikaner mal mitleidig und mal genervt lächelten. Seine Ankunft geschah merkwürdig unaufgeregt: Es hat keine Großdemonstrationen gegeben oder Kasernen-Blockaden. Nur die Politiker der Linkspartei und einige der Grünen fordern nun den schnellen Abzug der 3500 Soldaten aus Afghanistan, bei der SPD spricht man von der Überprüfung des Einsatzes, in der Union gibt es vereinzelte Skepsis, insgesamt aber werden die Toten von Kundus behandelt wie die Opfer eines tragischen Autounfalls.
Es fehlt die paranoide Angst, dass nun die Welt aus den Fugen gerät, es fehlt die säbelrasselnde Rachsucht, die nun dem Afghanen beibringen will, was Dankbarkeit heißt; beides ist keine schlechte Nachricht.
Trotzdem aber ändert sich dieses im Kern so zivile Land. Es ändert sich leise und von den Rändern her. Zuerst kommen die Soldaten verändert zurück. Viele sind ausgezogen, um zu helfen, manche, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, andere, um das Abenteuer zu suchen - es sind die Motive der westlichen Wohlstandsgesellschaft. Doch dann landen sie in einer Welt der archaischen Gewalt und der bitteren Armut. Sie erleben einen Krieg der Partisanen und Selbstmordattentäter. Sie lernen die Todesangst kennen, das Misstrauen und im Zweifel schneller zu schießen, anstatt selber zu sterben. Manchmal spielen sie mit Menschenknochen, die sie in der Wüste finden, weil die Regeln des zivilen Lebens verblassen. Manchmal schießen sie.
Die Strategie der Bundeswehr unterscheidet sich zum Wohle der Soldaten und der Bevölkerung vom Kriegseinsatz der Alliierten im Süden Afghanistans. Trotzdem ist die deutsche Armee Kriegsteilnehmerin, und für den Krieg gilt, was schon 1832 Carl von Clausewitz schrieb: Er ist "die äußerste Anwendung der Gewalt" und "rücksichtslos ohne Schonung des Blutes". Eine dem Grundgesetz verpflichtete Armee wie die Bundeswehr mag sich Regeln setzen, dem Krieg aber ist die Regelverletzung immanent, und wer an einem Krieg teilnimmt, wird Regeln brechen. Auch deshalb haben sich die christlichen Kirchen von der Lehre vom "gerechten Krieg" verabschiedet: Krieg ist von sich heraus ungerecht, man kann ihn höchstens in Kauf nehmen, um noch größeres Unrecht zu verhindern.
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Ich habe eine persönliche Umfrage in meiner Bekanntschaft und Verwandtschaft durchgeführt. Alle 32 Personen sollten mir sagen, welche ihrer Interessen deutsche Soldaten am Hindukusch verteidigen. Nicht einer konnte mir einen Grund nennen.
Wozu also verheizen SPD und CDU, unterstützt durch Grüne und FDP, unsere jungen Soldaten in Afghanistan? Schnell plappern die Politiker vom Terror. Hat ein Taliban ein deutsches Haus zerstört? Sind deutsche Frauen und Kinder in Deutschland durch AQfghanen umgebracht worden? Liefern afghanische Flugzeuge Angriffsdaten zur Bombardierung deutscher Stätte?
Liebe Mitbürger denkt nach, laßt nicht zu das eure Söhne ihr junges Leben hergeben müssen für fragwürdige Ziele.
Die Wahrheit ist doch, daß unsere Soldaten nur in Afghanistan sind, weil Politiker der Regierungsparteien den USA hörig sind. Nur die USA haben imperiale Interessen an einer Basis in Afghanistan gegen Rußland, China usw. Unsere Soldaten sollten nach hause kommen und weiter leben, statt in der Fremde zerfetzt zu werden. Die Zeiten Deutschlands als weltweit agierende Kriegsmacht sind durch zwei Weltkriege ein für alle mal vorbei. Man sollte der Bundeswehr empfehlen, sich an der Nationalen Volksarmee der DDR und deren Politiker ein Beispiel zu nehmen: Diese Armee war an keinem Krieg beteiligt, auch wenn die Schutzmacht es gerne gesehen hätte, sie auch in Prag 1968 dabei zu haben.
Warum der Kommentar von Vorschein nicht gestrichen, sofern ich mich erinnere heißt es hier doch keine Bleidigungen oder Verunglimpfungen. Mir ist nicht klar, wer die Bundeswehr als solches des Mordes überführt hat.
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Setzten wir mal voraus das das Hauptinteresse (in Afghanistan) wirtschaftlicher Natur (Öl oder was?), da bleibt bei mir doch Frage gestattet ..keiner der guten Menschen oder klugen Köpfe hier profitiert also (direkt/ indirekt) von den Machenschaften dort oder sonstwo. Leute das ist doch nicht euer Ernst.
Sagen wir mal die Rohstoffversorgung wird auf diese Art und Weise gesichert (für uns?). Da könnte man doch der Fraktion "heuchlerischer Gutmensch" hier sagen ... fahrt Biodiesel, somit seit ihr nicht daran beteiligt oder diesbezüglich möchte ich mal an eine Debatte vor einigen Jahren erinneren, bei der die Grünen fünf Mark pro Liter gefordert haben (warum wohl?). Ich kann mich erinnern, dass es damals nicht viele Befürworter gegeben hat. Ich kann mich natürlich nicht einzelne wenden, aber meine Erfahrung sagt mir: die meisten Schwätzer leben nach dem Motto
Rede gutes und tue gar nichts.
wie sagte schon Rambo? Man kann diese freiheitsliebenden Menschen doch nicht alleine lassen.
Und Rambo muss es ja wissen.
Paging