Die SPD will in der Länderkammer eine getrennte Abstimmung von Koalitionsregierungen ermöglichen. Die FDP bezeichnet den Vorschlag als "politisch gefährlich".
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann hat sich für eine Änderung der Abstimmungsregeln im Bundesrat ausgesprochen. "Es ist zu überlegen, ob man nicht das Grundgesetz ändert und den Zwang zu einem einheitlichen Stimmverhalten der Länder abschafft", sagte Oppermann der Rheinischen Post (Montagsausgabe).
Nach der Hessen-Wahl hat die große Koalition ihre hauchdünne Mehrheit in der Länderkammer verloren. (© Foto:)
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So sollten Koalitionsregierungen in den Ländern im Bundesrat auch unterschiedlich abstimmen dürfen. Derzeit enthalten sich Koalitionsregierungen bei unterschiedlichen Ansichten der Partner in der Regel im Bundesrat der Stimme, was de facto aber wie eine Nein-Stimme gewertet wird. F
DP-Fraktionsvize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnete Oppermanns Vorschlag als "abwegig und politisch gefährlich". Die Abstimmungsregeln im Bundestag hätten sich bewährt, weil sie politische Kompromisse beförderten.
"Es ist an Absurdität nicht zu überbieten, wenn die SPD nach ihrer historischen Wahlniederlage eine Änderung der Abstimmungsregeln im Bundesrat überlegt", erklärte Leutheusser-Schnarrenberger.
Nach der geplanten Bildung einer CDU/FDP-Regierung in Hessen könnte die FDP zustimmungspflichtige Gesetze im Bundesrat blockieren, weil Union und FDP ohne sie über keine eigenständige Mehrheit mehr verfügen. Für eine Änderung der Abstimmungsregeln wäre eine Verfassungsänderung erforderlich, für die allerdings auch die Zustimmung der FDP benötigt würde.
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(AFP/bica)
Ich glaube, die SPD'ler, welche den Vorschlag machen, haben das nicht richtig durchdacht. Ich habe mal schnell die potentielle "Sitzverteilung" nach Parteien im BR errechnet. Die 69 Sitze würden sich vsl. so verteilen:
CDU/CSU 42
SPD 18
FDP 6
Grüne 2
Linke 1
Grundlage war dabei, dass die Parteien der Landesregierungen ihre Stimmen im BR anteilig nach ihrem Verhältnis der Sitze im Landtag verteilen. Bsp. Bayern: CSU 92 Sitze im Landtag, FDP 16; die 6 BR-Stimmen von Bayern würden anteilig auf 5 für die CSU und 1 für die FDP verteilt
Damit haben die Unionsparteien 42 der 60 Stimmen im Bundesrat (60,1%) - ohne die Union würde nichts gehen. Durch die einheitliche Stimmabgabe verliert die SPD ihren Einfluss im Bundesrat fast vollständig, da in den vielen großen Koalitionen in den Ländern die Union keine Kompromisse eingehen müsste.
Noch was die einheitliche Stimmabgabe hat auch den besseren Unterhaltungswert: youtube.com/watch?v=E1ITr6Kygaw
Vor allem ist der Zweck des Bundesrates, dass die Länder abstimmen und nicht die Parteien, die bereits im Bundestag abgestimmt haben.
Würde so ein intelligenter Vorschlag durchgehen, dass die Parteien im Bundesrat bestätigen, was sie vorher im Bundestag beschlossen haben, gibt es für den Steuerzahler überhaupt keinen Grund mehr, diese sündteuere Einrichtung zu finanzieren.
Das ist doch nur logisch, daß ein solcher Vorschlag jetzt auch von der SPD kommt, nachdem wir ihn von Herrn Schäuble schon gehört hatten, als sein geliebtes BKA-Gesetz zu scheitern drohte. Die große Koalition kann dann nicht mehr durchregieren, und sie hat ja den Wunschzettel ihrer Lobby noch nicht abgearbeitet. Bei der nächsten Wahl wäre dann eine große Koalition auch nicht mehr SOOO groß, die Zweidrittelmehrheit für eine Grundgesetzänderung ist dann wohl hin, und die besagte Lobby will doch unbedingt noch die Bundeswehreinsätze im Innern (spätestens seit Heiligendamm weiß man ja auch, wozu).
Tja, dumm gelaufen, und für eine Grundgesetzänderung wie die hier vorgeschlagene braucht man eine Zweidrittelmehrheit auch im Bundesrat, nach den bisherigen Regeln, ist das nicht jammerschade?! :P
Freilich traue ich der FDP auch in dieser Frage ein Umfallen zu, selbst wenn sie sich damit politisch selbst ins Bein schießen würde.
Ich habe zwar noch nicht durchschaut, was sich die FDP davon verspricht (oder sieht sie sich schon in der FDP-Rolle als Juniorpartner in den Landesregierungen?), aber ich bin dagegen.
Wenn denn der Bundesrat ueberhaupt noch einen Sinn macht (was ich bestreite), dann soll auch ein Land als solches abstimmen, die Koalitionspartner muessen sich halt zusammenraufen!
Es ist doch schon ulkig wenn jene Berliner SPD-Spitzenleute erst die Wahl von Frau Ypsilanti mit aller Kraft verhinderten und Herr Steinbrück nichts anderes zu tun hat als ihren Rücktriff zu fordern.Das Roland Koch inzwischen viele Dankes und Freudentränen an die Adresse der vier Abweichler geweint hat muss ja nicht verwundern.Wenn die hessische SPD glaubt auf die "Abweichler"(CDU-Fraktion in der SPD) nicht verzichten zu können wird sie weiter in ein tiefes Loch fallen.Eine SPD die sich nicht mehr von der CDU unterscheidet wird eben nicht gebraucht. Die Mühlsteine der Geschichte sind stärker als bürokratische Apperate
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