Nach dem Nein der Iren bei der Volksabstimmung sollen alle anderen 26 Mitgliedsstaaten den Lissabon-Vertrag ratifizieren, um den Druck auf Dublin zu erhöhen.
Irland gerät wegen seines Neins zur Reform der EU unter den Druck seiner europäischen Partner. Diese beharrten am Wochenende auf dem Lissabon-Vertrag.
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Sie wollen ihn auch - wo das noch nicht geschehen ist - zügig ratifizieren. Ein dadurch isoliertes Dublin wäre gezwungen, ein zweites Referendum abzuhalten, um nicht aus der Europäischen Union herauszufallen. Tschechien könnte diese Strategie der EU-Mehrheit allerdings noch vereiteln.
Die Staats- und Regierungschefs berieten am Wochenende telefonisch darüber, wie sie die Europäische Union aus ihrer nach dem Scheitern der Verfassung zweiten Reformkrise innerhalb von drei Jahren herausführen können.
Sorge um Tschechien
Vom irischen Premierminister Brian Cowen wurde dabei verlangt, dass er auf dem regulären EU-Gipfel am Donnerstag erläutert, was er nach der Niederlage bei der Volksabstimmung europapolitisch vorhat.
Die Staats- und Regierungschefs drängten ihn, sich nicht gegen eine Wiederholung des Referendums festzulegen. Cowen sagte, dass man schon früher bei ähnlichen Anlässen einen "einvernehmlichen Weg" aus der Krise gefunden habe. Damit nährte er Hoffnungen auf eine Lösung in nicht allzu ferner Zukunft.
Die Regierungen haben sich zwar damit abgefunden, dass der Reformvertrag nicht wie geplant zum 1. Januar in Kraft treten kann. Falls die Strategie aufgehen würde, Irland unter Druck zu setzen, indem alle anderen 26 Staaten bis zum Herbst ratifizieren, könnte es aber im Laufe des Jahres 2009 zu einer Lösung kommen. Allerdings gibt es in der EU eine wachsende Besorgnis wegen Tschechien.
Dessen EU-skeptischer Präsident Vaclav Klaus hat den Reformversuch für "beendet" erklärt. "Die Ratifizierung kann nicht fortgesetzt werden", sagte er. Sollte die Prager Regierung unter dem ebenfalls EU-skeptischen Ministerpräsidenten Mirek Topolanek dieser Linie folgen, befürchten hohe Diplomaten, dass sich der Druck auf Irland nicht aufbauen lässt. Der funktioniere nur, wenn dem irischen Nein im Herbst 26 Jas gegenüberstünden. Bislang haben 18 Staaten den Vertrag ratifiziert. Die Niederlande, Belgien, Spanien, Italien und Zypern wollen dies in Kürze tun.
Politiker erwägen Teilausschluss Irlands
Um den Vertrag zu retten, wird ein Teilausschluss Irlands aus der EU nicht mehr ausgeschlossen. So hält der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier einen vorübergehenden Ausstieg Dublins aus der europäischen Integration für möglich.
Am Wochenende wurde erneut über ein "Kerneuropa" oder ein "Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten" gesprochen. Allerdings warnte der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker vor einem Inkraftsetzen des Reformvertrags ohne die Iren. Das sei rechtlich ein "sehr schwieriges Unterfangen".
Hinter den Kulissen arbeiten europäische Diplomaten auch an einem möglichen Angebot an Irland. Der französische Europa-Staatssekretär Jean-Pierre Jouyet hält eine "Anpassung" des Vertragstextes nicht für ausgeschlossen, um Irland entgegenzukommen.
Paris und Berlin sind sich dem Vernehmen nach einig, dass nun "keine Pause" im Reformprozess eintreten dürfe. Auf dem EU-Gipfel wollen sie deshalb versuchen, einen "Fahrplan" zu verabschieden, wonach Irland auf dem Gipfel im Oktober definitiv sagen müsste, wie es sich seinen weiteren Verbleib in der EU vorstellt.
Nach dem Ergebnis der Wahl in Irland setzte auch eine Diskussion über die Gründe der Ablehnung ein. So meinte etwa der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, dass man in Europa "ganz anders vorangehen" müsse, weil die Menschen "das europäische Projekt nicht verstanden haben".
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble nannte als einen der Gründe einen Mangel an Transparenz in Brüssel. Dieser Zustand könne zum Beispiel durch eine Direktwahl des Präsidenten des Europäischen Rates abgemildert werden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 16.06.2008/hgn)
Protest gegen dritte Startbahn
Also ich wollte eigntlich nicht diese Debatte mit Wiederholungen zukleistern ... aber offenbar lässt es sich nicht vermeiden ... das von Ihnen aufgetischte Thema wird in der Debatte zum Artikel über die Klage der Linkspartei eifrig debattiert ... dann bräuchte man es hier nicht noch einmal zu tun.
Ausserde doziere ich über EU Recht und kann es nicht verknusen, wenn Unsinn verbreitet wird und dies auch nicht Wirkung hat ... wäre so wie wenn die Flatearth-Society alle erfolgreich davon überzeugt, dass die Erde eine Scheibe ist ... dies geschieht aber beim Thema EU.
Sofern sich ihre Kommentare auf die Passagen rund um die Todesstrafe beziehen, so sitzen Sie einem Bären auf. Die Charta ächtet die Todesstrafe... aber da die EU ja immer wegen Eingriffe in die nationale Souveränität angegriffen wird, wird der Eingriff durch diese Ächtung in den Fällen begrenzt in denen ein Staat der Meinung ist, dass bei Tumulten oder im Kriegszustand die Todesstrafe bestehen soll ... in diesen extremen Fällen, greift die EU nicht in die Hoheit des Staates ein sondern erlaubt dessen Wahl ... das deutsche Verbot der Todesstrafe auch für diese Situationen wird dadurch nicht aufgeweicht. Die EU zwingt Deutschland nicht, hier die Todesstrafe wieder einzuführen ... ÜBRIGENS: die Menschenrechtskonvention sagt das Gleiche und keiner beschwert sich - wieso also der Lärm bei der EU ???
Prof. Schachtschneider's Rede hat auch diese widersprüchliche Kritik: einerseits ist im das Verbot der Todesstrafe nicht kategorisch genug; andererseits greift im die EU zu stark in die Hoheit hinein ... drittens denkt er, dass diese Sonderregelungen zwingend zu einer Wiedereinführung führen, obwohl solch eine Verpflichtung nicht besteht...
Was immer die EU macht, es ist also falsch ... solch eine Art des Kritisierens ist unfair.
Das Wort "geheimgehalten" so alleine in meinem Vorpost bezieht sich darauf, dass diese Organisation subversiv und verfassungsauflösend agiert, und das dieser Aspekt wird geheimgehalten. Damit dass richtig verstanden wird und nicht wegen meiner manchmal schusseligen Art noch falsch ankommt.
"das habe ich an anderer Stelle bereits bewiesen"
Wer bist Du denn überhaupt? Bezahlter Tastaturakrobat aus dem Hause "Common Purpose"?
(Comon Purpose = Subversive, geheimgehaltene Akademie der EU-Lobbyisten (also von der EU selbst, nicht die Berufslobbyisten, die sich um das EU Parlament angesiedelt haben), welche versuchen die EU aus der Gesellschaft heraus zu etablieren. Mitgliederzahlen bisher etwa 50.000)
Also wieder einmal hört man nur, was NICHT gewünscht wird:
"Eine demonstrantenmordende EU möchte niemand. Eine Todesstrafen-EU auch nicht. Eine militärisch hochgezüchtete EU auch nicht. "
Also wo steht im Lissabon Vertrag etwas, das in diese Richtung geht ?
Bitte nicht wieder auf Prof.Schachtschneider's Rede verweisen ... was er zu diesen Themen sagt ist falsch und das habe ich an anderer Stelle bereits bewiesen.
Aber wenn es erünscht wird, wiederhole ich es gern...
Eine demonstrantenmordende EU möchte niemand. Eine Todesstrafen-EU auch nicht. Eine militärisch hochgezüchtete EU auch nicht. Es geht sowieso schon seit sehr langer Zeit so ziemlich alles gegen jede Logik. Irgendetwas ist hier faul.
Paging