Der BND-Untersuchungsausschuss will noch in dieser Woche zwei Agenten vorladen. Vor Ablauf des Jahres sollen außerdem auch Ex-Kanzler Schröder und der designierte Kanzler-Kandidat Steinmeier als Zeugen aussagen.
Die SPD hat mit Nachdruck Vorwürfe einer schuldhaften Verstrickung der rot-grünen Bundesregierung und des BND in den Irak-Krieg 2003 zurückgewiesen. Ihr Obmann im Untersuchungsausschuss, Michael Hartmann, sagte, es gebe in den Akten keine Belege, dass die beiden BND-Agenten aus Bagdad für die Kriegsführung relevante Informationen an die Amerikaner weitergegeben hätten.
Bild vergrößern
SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier soll erneut in den Zeugenstand des parlamentarischen Untersuchungsausschusses gerufen werden. (© Foto: ddp)
Anzeige
Aus der Opposition wird Rot-Grün dagegen beschuldigt, insgeheim die US-Truppen unterstützt zu haben. Die beiden BND-Agenten werden am Donnerstag im Ausschuss als Zeugen gehört. Diese erste Sitzung des Ausschusses nach der parlamentarischen Sommerpause ist geheim. Die Namen der Agenten werden vom Ausschuss offiziell nicht mitgeteilt.
Eine Woche darauf wird ebenfalls geheim der BND-Mann vernommen, der in der Zentrale in Pullach die Informationen der beiden Agenten entgegengenommen und entsprechend seiner Weisungen weiterverwendet beziehungsweise weitergeleitet hat. Er wurde lediglich als "Leiter 38 B" identifiziert.
Außerdem sollen nach Angaben Hartmanns noch vor Jahresende auch der damalige Kanzleramtsminister Frank-Walter Steinmeier und der damalige Außenminister Joschka Fischer erneut in den Zeugenstand gerufen werden. Angehört werde auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der Deutschlands aus dem Irak-Krieg rausgehalten hatte.
Im Kernbereich
Mit der Befragung der Agenten stößt der Ausschuss nach zweijähriger Vorarbeit in den Kernbereich seines Untersuchungsauftrages vor. Das Thema BND und Irak-Krieg hatte zur Einsetzung des Ausschusses geführt. Der Obmann der Linken, Norman Paech, erklärte, die Agenten hätten "im Verbund mit anderen BND-Stellen wertvolle Informationen zu kriegswichtigen Objekten und Einrichtungen für US-Truppen" geliefert.
Weder die Akten noch der Bericht der Bundesregierung für die parlamentarischen Kontrolleure der Geheimdienste hätten befriedigende Antworten auf die Fragen geliefert, warum die Sondereinsatzbeamten "überhaupt vor Ort waren", sagte Paech.
Hartmann wies dies zurück. Es sei angesichts der gespannten Beziehungen zwischen Berlin und Washington damals wegen des deutschen Neins zum Irak-Krieg "richtig, notwendig und begründet" gewesen, dass die Bundesregierung von eigenen Leuten Informationen über die Lageentwicklung wie mögliche Gefahren für die Türkei und Israel, Flüchtlingsströme, Zerstörungen und Menschenrechtsverletzungen erhalte.
Offene Enden
Die Informationen der beiden Agenten, die in der französischen Botschaft in Bagdad Unterschlupf gefunden hätten, seien über eine "sichere Datenleitung" an den "Leiter 38 B" gegangen, der aufgrund einer "klarstmöglichen Weisungslage" entschieden habe, welche Informationen über den Agenten "Gardist" in Katar an die Amerikaner weitergegeben werden durften.
Die Angaben der Agenten hätten unter anderem die Bombardierung des Hotels "Sheraton" verhindert, was das Leben zahlreicher dort arbeitender Journalisten gerettet habe, berichtete Hartmann.
Hartmann räumte aber ein, dass die Beurteilung "sichere Datenleitung" auf der Grundlage von "allem, was üblich ist" beruhe. Es gebe auch keine schriftliche Festlegung der Weisungen an die Agenten, ebenso wenig gebe es Protokolle darüber, was "Gardist" den Amerikanern weitergab. Dies habe nicht dem Arbeitsstil des damaligen BND-Präsidenten August Hanning entsprochen, der mündliche Weisungen vorgezogen habe.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP/ssc/bica)
ICE-Strecke
Der trifft den Nagel auf den Kopf!
Austausch der BND-Spitze - wie üblich - die Bevölkerung soll auf Pro-US-Amerikansichen Weg gebracht werden und die NATO soll frei Fahrt erhalten!
Es ist anscheinend der Versuch die Strukturen des BND von Mitarbeitern Sozialdemokratischen Ursprungs zu säubern...
Anscheinend wird erwartet, daß 2009 eine neue Bundesregierung aus CDU und FDP gebildet wird und im Gegensatz zum Herrn Schröder in der Irak-Politik der US-Administration alles, so wie im Kaukasuskonflikt, ohne Bedenken abnicken wird... Dazu braucht man anscheinend Mitarbeiter als Abnickinstanzen, während die verdienten Welche kurzfristig geschaßt werden... So ist das z.B. in Georgien mit Sarkaschwili und Herrn Schwerdnadze gewesen.... Das traurigster Beispiel, wo das, was BDN z.Z. passiert, in aller Härte durchzogen wurde, ist der Türkische Geheimdienst MIT. Es ist in der Türkei soweit, daß MIT und die Türkische Arme kurz davor sind, sich öffentlich zu zerfleischen, weil MIT mittlerweile dazu übergegangen ist, Über die Türkische Armee Rapports zu veröffentlichen mit ganz offensichtlichen Lügen und verheerenden Beschuldigungen... Dank der Besonnenheit der Türkischen Armee ist es wohl noch nicht dazu gekommen... Man muß wissen, daß die die Türkische Armee dem Westen ein Dorn im Auge ist, um eigene Interessen in der Region Willenlos durchzusetzen... Da der Vasall R.T. Erdogan dem Konglomerat aus dem Westen ausgeliefert ist, kann er auch nicht seinen Innenminister eingreifen lassen... D. h., daß Andere (Dienste dritter Staaten) faktisch die Kontrolle des Türkischen Geheimdienstes übernommen haben...
Nun... Ganz so wird es in Deutschland sicherlich nicht werden... Aber die Schematik passt schon... Unerfahrene Mitarbeiter in den Strukturen, die der Sache nicht mächtig sind und eine Führung benötigen... Das wird der Punkt für Dritte sein, in die Strukturen hineinzugreifen... Das werden sie auch dann gnadenlos tun... Ziel dürfte in Deutschland eher sein, mit positiven Rapports Aktionen Dritter Staaten weltweit zu legitimisieren und die Deutsche Öffentlichkeit im Sinne Dritter Staaten zu sensibilisieren und vielleicht auch zu gewinnen... Wer meint dies alles sei eine Kommplot-Theorie kann sich ja Italien anschauen und sich and die Operation der Sauberen-Hände der Italienischen Staatsanwalten erinnern... Den Deutschen kann man viel Glück wünschen... Mit Sicherheit werden demnächst alle Sozialdemokratisch angepinnten, kritisch hinterfragenden und in Deutschlands Sinne arbeitenden Mitarbeiter werden aus dem Dienst geschieden... Denn die US-Administration hat die böse Erfahrung (durch Herrn Schröder) während des 2. Irakkrieges nicht vergessen!
Was wohl dabei heraus kommt, wenn Mafia über Mafia zu Gericht sitzt?
16.09.2008 16:44:29
Sie haben in diesem Kommentar die Scheinheiligkeit unserer Politiker gut aufgeführt!
http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio
Nicht zu vergessen, Deutschland ist ein Teil der NATO!
Ich fordere angesichts dieser Doppelmoral und Scheinheiligkeit den sofortigen Austritt aus der NATO und Neutralität - wie in der Schweiz vorgelebt!
Der Schweiz geht es bei der Neutralität auch hervorragend!
Also - ab in die Neutralität!
........wer gewohnt ist, "parteipolitisch" zu denken, der kommt auf die Idee, die Kritik an den Neoliberalen in der SPD sei Werbung für die CDU und gar für die kriegsversessende Merkel, die sich dem Bushregime schon unterwürfigst angedient hat, als sie noch in der Opposition war. Dass die Dame im Grunde Hochverrat begangen hat und damit Kanzlerin werden konnte, das wirft ein bezeichnendes Licht auf diese Demokratie und die Eliten samt Handlanger.
Paging