Blutige Proteste nach Todesurteil Armee soll Unruhen in Bangladesch eindämmen

Nach dem Todesurteil gegen einen islamistischen Politiker sind inzwischen mehr als fünfzig Menschen bei Protesten gestorben. Besonders heftig sind die Unruhen im Norden von Bangladesch - dort sollen nun Soldaten eingreifen.

Seit mehreren Tagen halten in Bangladesch die heftigen Proteste gegen das Todesurteil, das über einen islamistischen Politiker gefällt wurde, an. Angesichts der Unruhen im Norden des Landes hat die Regierung in Bangladesch die Streitkräfte mobilisiert. Die Soldaten postierten sich in der von der Gewalt besonders betroffenen Stadt Shahjahanpur, wie die Polizei mitteilte. Zuvor hatten dort rund 5000 aufgebrachte Demonstranten zwei Polizeiwachen angegriffen.

Bei den blutigen Protesten nach dem Todesurteil gegen einen islamistischen Politiker sind inzwischen mindestens 57 Menschen getötet worden. Am Sonntag - dem vierten Tag der gewaltsamen Proteste - starben nach Polizeiangaben mindestens 14 Menschen, darunter ein 13 Jahre alter Junge. Nach Darstellung der Behörden griffen Anhänger der islamistischen Partei Jamaat-e-Islami Büros der regierenden Awami-Liga, Polizeiwachen, einen Bahnhof und andere öffentliche Einrichtungen an.

Innenminister Mohiuddin Khan Alamgir sagte: "Die Situation ist unter Kontrolle der Regierung." Die Unruhestifter, die teilweise auch Angehörige der hinduistischen Minderheit angegriffen hätten, würden zur Rechenschaft gezogen.

Am Donnerstag war der Vize-Chef der Jamaat-e-Islami-Partei, Delwar Hossain Sayedee, wegen Gräueltaten während des Unabhängigkeitskriegs 1971 zum Tode verurteilt worden. Als Reaktion kommt es seit vier Tagen im ganzen Land zu Ausschreitungen.

Trotz der Unruhen traf der indische Präsident Pranab Mukherjee am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka ein. Während seines dreitägigen Aufenthaltes soll er eine Ehrung für Indiens Unterstützung im Unabhängigkeitskrieg 1971 entgegennehmen, als sich Bangladesch von Pakistan abspaltete. Es ist Mukherjees erster Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt im August.