Das BKA-Gesetz spaltet die SPD. Immer mehr Sozialdemokraten verlangen Korrekturen. Kurt Beck kündigte an, er werde den Vermittlungsausschuss von Länderkammer und Bundestag anrufen.
Das BKA-Gesetz spaltet die SPD in Bund und Ländern. Nach den Sozialdemokraten in Sachsen und Schleswig-Holstein verlangten am Dienstag SPD-Regierungspolitiker in Sachsen-Anhalt und Berlin Korrekturen an dem vom Bundestag beschlossenen Gesetz.
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Auch der in Rheinland-Pfalz mit der SPD alleinregierende Ministerpräsident Kurt Beck will dem Gesetz im Bundesrat nicht zustimmen. Wegen des wachsenden Widerstands aus der SPD in den Ländern gibt es damit keine Chancen mehr für das BKA-Gesetz in seiner jetzigen Form.
Beck kündigte an, er werde den Vermittlungsausschuss von Länderkammer und Bundestag anrufen. SPD-Fraktionschef Peter Struck verteidigte das Gesetz als gut. Es trage "sozialdemokratische Handschrift. Ähnlich positiv über das Gesetz hatte sich zuvor auch der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz geäußert.
Beck sagte, zwar sei die Online-Durchsuchung ein notwendiges Instrument, es müsse aber in der Bewertung eines unabhängigen Richters liegen, "ob gewonnene Daten dem Kernbereich privater Lebensgestaltung zuzurechnen sind oder nicht". Rheinland-Pfalz sehe nach wie vor auch Probleme bei der klaren Abgrenzung der Zuständigkeiten von Bund und Ländern.
Für Sachsen-Anhalt sagte der Sprecher des Vize-Ministerpräsidenten Jens Bullerjahn (SPD), Franz Stänner: "Es läuft auf ein Vermittlungsverfahren hinaus." Für Berlin forderten Justizsenatorin Gisela von der Aue und Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD), auch Journalisten und Ärzte sollten anders als jetzt vorgesehen durch das Zeugnisverweigerungsrecht geschützt werden. Der rot-rote Senat werde daher den Vermittlungsausschuss anrufen.
Bei der Union sorgte die Kritik aus der SPD für Verärgerung. Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, sagte, die SPD werde "zum Sicherheitsrisiko".
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(SZ vom 19.11.2008)
Diese SPD hat etwas gegen einen verkürzten Amtsweg bei Gefahr in Verzug durch Terroristen aufgrund von Datenschutzbedenken??!?!
Genau die gleiche SPD, die den Datenklau einer CD mit den Infos zu Konten deutscher Steuersünder im Ausland gefeiert hat, als falle Ostern und Weihnachten auf einen Tag?!
Die sich geifernd und schenkelklopfend in immer neuen Attributen für die "Gesellschaftsschmarotzer" überbot?
Und das nicht nur in Hessen, wo Frau Ypsilanti von Intriganten bis hinauf zur Bundes-Spitze daran gehindert wurde, sondern jetzt auch in verschiedenen anderen Bundesländern, die sich sehr zu Recht GEGEN die weitere Ausspähung der privatesten Bereiche entscheiden UND der in der Grossen Koalition gesichtslos gewordenen SPD endlich wieder ein eigenes Profil geben!
Die SPD täte vermutlich sogar gut daran, die Grosse Koalition JETZT, rund ein Jahr vor der nächsten Wahl zum Bundestag, aufzukündigen.
DENN nur dadurch behielte sie noch eine echte Chance, als erneut kleinerer Koalitionspartner der CDSU wieder eine gewisse bundespolitische Rolle spielen zu können.
Bleibt die SPD koalitions-treu, dann könnte sie nämlich leicht zur nur noch DRITT-stärksten Partei auf Bundesebene abstürzen und/oder müsste der FDP und ggf. den GRÜNEN den Vortritt als Koalitionspartner der CDSU lassen!
schreibt DIE ZEIT und meint die Sozialdemokraten. Ja, was ist das denn? Von Sachsen lernen, heißt siegen lernen? Jedenfalls meinen das viele Sozis in den Ländern. Sie wollen sich nicht länger der Macht der faktischen Regierungspoliitk beugen und schlossen sich schnell an, als die Sachsen-SPD auf ihrem Landesparteitag beschloss, dem BKA-Gesetz im Bundesrat seine Zustimmung zu versagen. Tatsächlich erleben wir zurzeit in der SPD so etwas wie die Wiederentdeckung des Selbstbewusstseins der Landesverbände. Zugegeben, noch eon zartes Pflänzchen. Aber eins, das schon keck den Kopf hebt. Ein ermutigendes Zeichen. Berlin versagte erst der Bahnprivatisierung seinen Segen und reiht sich jetzt in die Phalanx der BKA-Gesetz-Gegner ein. Auch Kurt Beck aus Rheinland-Pfalz sieht Nachbesserungsbedarf. Hessen geht wie andere Länder seinen eigenen Weg in der Koalitionsfrage. Und Schleswig-Holstein hat seit Jochen Steffen schon immer seinen eigenen Kopf. Weiter so SPD.
Das BKA-Gesetz ist sowas von überzogen. (Geheim-)Polizeiliche Bespitzelung hat lkängst schon überhand genommen.
Gestern wurde bekannt, dass die Dauer-Überwachung des Rechtsanwalts und Mitherausgebers des mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichneten Grundrechte-Reports Dr. Rolf Gössner, stellv. Richter am Bremer Staatsgerichtshof,
nach nunmehr 38 Jahren (sic!)
eingestellt wurde, nachdem der Betreffende auf Akteneinsicht geklagt hatte. Dem Überwachten war offenbar in der gesamten Zeit durch BKA und BND kein 'Fehlverhalten' nachzuweisen .
http://www.heise.de/newsticker/Verfassungsschutz-stellt-
Ueberwachung-von-Buergerrechtler-ein--/meldung/119059