Das BKA-Gesetz, das heute den Bundestags-Innenausschuss beschäftigt, geht viel zu weit - es führt zur Lungenentzündung des Rechtsstaats.
Der britische Philosoph und Staatsmann Francis Bacon hat vor 410 Jahren den Satz "Wissen ist Macht" formuliert. Beim Versuch, sich diesen nutzbar zu machen, ist er allerdings gestorben: Als er mittels Experiment herausfinden wollte, ob und wie sich die Haltbarkeit toter Hühnchen durch Ausstopfen mit Schnee verlängern lässt, holte er sich die Lungenentzündung. Die Lehre lautet: Das Wissen kann einem auch den Garaus machen. Damit ist man bei dem neuen Gesetz, welches das Bundeskriminalamt in einen gewaltigen Wissensspeicher verwandeln soll.
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Im Bestreben, dem Terrorismus den Garaus zu machen, wird einer bewährten rechtsstaatlichen Grundregel der Garaus gemacht. (© Foto: dpa)
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Dieses BKA-Gesetz, über das heute die Sachverständigen im Innenausschuss des Bundestages beraten, gibt dem Amt in Wiesbaden zum Zweck der Wissensspeicherung eine gewaltige Fülle von Kompetenzen, die sich darin widerspiegelt, dass deren bloße Aufzählung von Paragraph 20a bis zu Paragraph 20x reicht: darunter sind die Ermächtigungen zur Online-Durchsuchung von privaten Computern und zum Spähangriff in Wohnungen.
All diese Kompetenzen dienen dazu, Wissen zu schöpfen: Das BKA wird zur Wissensbundespolizei. Es sammelt Erkenntnisse im Vorfeld von konkreten Gefahren; es betreibt, das ist im Prinzip vernünftig, die Verhütung von Straftaten und Vorsorge zur Verfolgung künftiger Straftaten; es tut dies freilich mit Mitteln, die klassischerweise zur Aufklärung begangener Verbrechen eingesetzt wurden; das ist höchst bedenklich.
Das Bundeskriminalamt muss man sich künftig vorstellen wie ein gewaltiges, finessenreiches Mühlrad: Es taucht ständig ein in die Gesellschaft, es schöpft Erkenntnisse ab, filtert sie - und nutzt all dies zur Vorsorge für künftige Ermittlungen. Das BKA sammelt Erkenntnisse über Menschen, die "Gefährder" genannt werden; das sind Menschen, die noch nicht auffällig geworden sind, die aber auf- und straffällig werden könnten. Wenn diese Gefährder dann wirklich gefährlich werden, kann man sogleich zugreifen - man verfügt ja über alle notwendigen Erkenntnisse.
Mehr als nur Detailkritik
Dieses System bringt es mit sich, dass sehr viele Nicht-Gefährder in die Mühle und die Akten geraten. Das ist bisher bei den Geheimdiensten auch schon so. Die haben aber, im Gegensatz zur Polizei, keine exekutiven Kompetenzen. Das BKA-Gesetz macht aber nun aus dem Bundeskriminalamt eine geheimdienstartige Nachrichtenpolizei mit der Möglichkeit zu Grundrechtseingriffen.
Wenn nachrichtendienstliche Erkenntnisse dann als kriminalpolizeiliche Prognose und Handlungsgrundlage übernommen werden, ist das Trennungsgebot nichts mehr wert: Es schreibt die Trennung von Polizei und Geheimdienst vor und gilt als rechtsstaatliche Grundregel.
Es geht also um mehr als um Detailkritik an der einen oder anderen Ermächtigungsnorm; es geht um die Grundtendenz des neuen BKA-Gesetzes: Im Bestreben, dem Terrorismus den Garaus zu machen, wird einer bewährten rechtsstaatlichen Grundregel der Garaus gemacht.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 15.09.2008)
Bilder des Tages
es scheint, als ob dies ein praktikabler Plan sei.
Doch einen wunden Punkt können wir schwer ausräumen :
WIR SITZEN AUF DER SONNENSEITE !!!
Was würde geschehen, wenn statt des üblichen Neujahrsblabla folgendes käme :
"Liebe Bürgerinnen und Bürger,nach den Feiertagen, nun da sich das Jahr 2010 seinem Ende neigt, möchte ich auf ein unbestimmbares aber immer stärker werdendes Gefühl in der Bevölkerung hier und überall in der Welt eingehen. Um dies zu tun, muß ich heute Sie über wesentliche, bisher geheime Aspekte der Bundes-, Europa- und Weltpolitik aufklären. Vielen von Ihnen werden insbesondere in den letzten Jahren ein wachsendes Gefühl des Belogen-Werdens empfunden haben, eine Inkongruenz in der Politik zwischen Worten und Taten. Sie wurden gewahr, daß wir unsere Sicherheitsaspekte in allen Bereichen gestärkt haben, sei es Finanz, Wirtschaft, Polizei oder Militär. Trotz großer Widerstände haben wir Politiker im Rahmen der EU nationale Souveränität aufgelöst, haben verbrecherische Finanzkörper gestärkt, indem wir Ihnen, liebe BürgerInnen, kaum zurückzahlbare Schulden aufgebürdet, aber auch unseren,im weltweiten Vergleich hohen Lebensstandard bewahrt haben.
Denn nun kommt die bitterste aller Wahrheiten : selbst wenn wir Kriege angezettelt, Millionen getötet, Länder verwüstet und zur Durchsetzung unserer Interessen auch einige unserer Bürger im Rahmen von "False Flag"- Anschlägen geopfert haben, so geschah dies, um unser Volk auf der Gewinnerseite dieses Planeten zu halten !!
Ja es stimmt, 9/11 war ein Vorwand, um die Ressourcen des Nahen und mittleren Ostens zu kontrollieren und eine umfassende Überwachung zu etablieren.
Ja es stimmt, daß die Finanzwelt uns erpreßt hat : entweder wir verkaufen Staatseigentum oder sie lassen die Märkte zusammenbrechen, mit allen dazugehörigen Folgen wie Unruhen, Gewalt, Hunger und Tod.
Es stimmt , daß China uns finanziell und militärisch droht.
Es stimmt, daß unsere Regierung nicht souverän ist und nur fremdbestimmtes, ausgebildetes Personal an die Spitze großer Parteien kommt.
Doch es kann nur eine Entscheidung geben : entweder sind wir auf der Seite der USA und mit unserer speziellen Vergangenheit, auch auf der von Israel, oder wir sind es nicht.Wenn wir es sind, dann mit aller Konsequenz.
Wenn wir es nicht wären, könnten wir unseren Lebensstandard nicht halten, also möge bitte jede Person in sich gehen und sich fragen : auf welcher Seite stehe ich?"
Na, wie wür
Zu diesem Hickhack um unsere verbrieften, aber immer weniger werdenden Bürgerrechte fallen mir unter vielen anderen diese Artikel aus Telepolis ein:
*Eine Anschlagsgefahr besteht durchaus - und die Geheimdienste haben ihre Finger im Spiel*
Ein Gespräch mit Jürgen Elsässer über allgegenwärtige V-Leute, Wanderterroristen, computergenerierte Osama-Videos und entmachtete Parlamentarier
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28679/1.html
*Die World Trade Conspiracy*
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12152/1.html"
Zitat aus Mathias Bröckers Artikel in Telepolis vom 23.03.2002 im Rahmen einer Serie zu 9/11:
[Zitat Anfang] "Hier haben wir, wie in einer Nussschale, die Grundzüge des großen Spiels.
Schritt 1: Knüpfe die Kreditvergabe durch IWF/Weltbank an maximale "Privatisierung" öffentlichen Besitzes, besteche die Verantwortlichen und bringe die Schlüsselindustrie unter Kontrolle.
Schritt 2: Verordne zum Zwecke der Konsolidierung Haushaltskürzungen, Sparmaßnahmen, Abbau des Sozialsystems etc., um die Bedienung der Kredite aufrechtzuerhalten. Nimm dabei den starken Niedergang der Inlandsproduktion, Bevölkerungsaufstände und Kapitalflucht in Kauf.
Schritt 3: Ist die Wirtschaft weitgehend zerstört und das Land zu einer Eigenversorgung nicht mehr in der Lage, öffne die Zollgrenzen für fremde Produkte und nimm für Lebensnotwendiges (wie Medikamente) horrende Preise und Zinsen.
Schritt 4: Installiere eine militarisierte Firmen-Regierung, die fortan die Geschäfte der "Kolonie" wieder gewinnbringend betreibt und mögliche Sklavenaufstände im Keim erstickt." [Zitat Ende]
Das dürfte wohl ziemlich allgemeingültig sein und für alle gelten ausserhalb der USA. Einiges geschieht ja gerade jetzt in Europa und insbesondere in Deutschland und Großbritanien. Die von Kapital und Wirtschaft und damit auch indirekt von den USA beherschte EU selbst arbeitet ja auch recht unverblümt an diesen Zielen
Das Regierungen und Wirtschaft dazu allemal präventive, überwachende Kontrolle und automatische Identifikation der Bürger ohne Ende benötigen - insbesondere ab Schritt 2 - sollte wohl allen einleuchten. Zwar ist dieses Szenario eigentlich für Dritte Welt Länder gedacht, scheint aber auch in der ersten Welt seit vielen Jahrzehnten bestens zu funktionieren.
Momentan scheinen wir wohl irgendwo zwischen Schritt 1 und 2 zu stecken mit unterschiedlichen Ausprägungen.