Im Atommülllager Asse lagert nach SZ-Informationen Asche von Leichenteilen. Diese stammt von zwei Technikern, die bei einem Reaktor-Unfall verstrahlt wurden.
Das umstrittene Atom-Endlager Asse ist um einen Skandal reicher. Nach SZ-Informationen wurde in den siebziger Jahren auch die Asche von zwei Reaktor-Arbeitern in dem Salzstock bei Wolfenbüttel eingelagert.
Ein gesperrter Schacht im Atommülllager Asse. (© Foto: AP)
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Dem Vernehmen nach handelt es sich um Überreste zweier Schlosser, die bei einem Unfall im bayrischen Kernkraftwerk Gundremmingen im November 1975 ums Leben gekommen waren. Bei Arbeiten an einem Nebensystem des Primärkreislaufes waren sie einer Explosion zum Opfer gefallen und von radioaktivem Dampf kontaminiert worden. Einer der beiden starb sofort, der andere einen Tag später.
Damals war das bayerische Landesamt für Umwelt für Messungen der radioaktiven Belastung zuständig, sagt dessen Sprecher Thomas Henschel. Die Kontamination hat die beiden Schlosser demnach nicht getötet, von ihren Leichen ging auch keine Gefahr für andere aus.
Dennoch wurden bei der anschließenden Obduktion Proben von Körperteilen entnommen und untersucht. Die Leichen selber wurden zur Sicherheit in Zinksärge eingelötet und sechs Tage nach dem Unfall bestattet. Die entnommenen Proben aus den Körpern habe das Landesamt "freigemessen", sagt Henschel, also bestätigt, dass die radioaktive Belastung gering war. Eine besondere Entsorgung wegen war demnach nicht nötig.
Welche Information damals die Angehörigen bekommen hatten, weiß der Sprecher nicht. Was genau mit den Körperteilen der beiden Verunglückten danach passierte, ist auch noch nicht geklärt. Udo Gerstmann vom Helmholtz-Zentrum München, das aus dem damaligen Asse-Betreiber GSF hervorgegangen ist, kennt den Fall nur aus Akten, die er vor Jahren gesehen hat, die aber nicht mehr vorhanden sind. Er sagt, den Leichen seien damals einzelne Teile der inneren Organe entnommen und in seinem Haus untersucht worden. Üblicherweise seien solche Proben im Grammbereich und würden anschließend verbrannt. Da die Strahlungswerte unauffällig waren, "würde eine Endlagerung keinen Sinn machen".
Hiobsbotschaften reißen nicht ab
Auch nach Recherchen des Stern wurden die Proben 1976 verbrannt und in das Endlager gebracht, offenbar als "klinischer Abfall". In den Inventarlisten der Asse sind die eingeäscherten Körperteile nicht aufgetaucht, aber es geht aus den Listen nur sehr grob hervor, was sich in den Fässern befindet. Das Bundesamt für Strahlenschutz, das die Asse seit Anfang des Jahres betreibt, durchsucht die Akten nach Hinweisen auf die menschliche Asche.
Gerüchte über die Verbringung der eingeäscherten Körperteile in die Asse hatte es schon seit längerem gegeben. Noch am Donnerstag allerdings hatte ein ehemaliger Betriebsleiter der Schachtanlage vor dem Untersuchungsauschuss des niedersächsischen Landtages beteuert, ihm sei von Leichenteilen nichts bekannt. Immerhin bestätigen alle Berichte, dass die Strahlungswerte an den Körpern und Organen keine Gefahr begründeten.
Die Hiobsbotschaften rund um die Asse reißen derweil nicht ab. Seit Freitag tritt weit mehr Wasser in das Endlager ein als bisher. Messungen am Freitagmorgen hätten eine Erhöhung um zehn Prozent ergeben, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz mit. Nach ersten Einschätzungen habe die Erhöhung keine Bedeutung für die Sicherheit des Bergwerks. Die weitere Entwicklung werde beobachtet. Seit 1988 treten täglich im Schnitt zehn Kubikmeter Salzlauge in den Schacht ein. Die genaue Herkunft des Wassers ist unklar. Experten sahen schon 1967 voraus, dass das Bergwerk langfristig absaufen würde. Von der Einlagerung hielt das seinerzeit niemanden ab.
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(SZ vom 19.09.2009/woja)
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bringtheheat 18.09.2009 18:59:45 :
"""""Jaja, die Zeit relativiert alles. Während Harrisburg, Tschernoby, Sellafield l in den ersten Wochen und Monaten noch als Katastrophe galten, Forsmark als kurz vorm Gau, verstrahlte Mitarbeiter stark kontaminiert, .... "
Es ist statistisch gesehn nur ne Frage der Zeit, bis der "nächste" Gau geschieht. Vielleicht ja vor der eigenen Tür. Diese Wahrscheinlichkeit ist in Süden der Republik ja ungemein höher...lach
Leider verklären Menschen die Vergangenheit und sehen sie im nachhinein oft zu positiv. Dies senkt natürlich den Druck für Veränderungen und hat somit auch seinen Sinn"""
Ohne eine nähere Bezifferung und Bewertung aber haben solche Rückgriffe auf "statistisch" keinen großen Sinn, da genau so alle anderen Risiken des einzelnen Menschen hier anzuführen sind, die auf ihn einwirken können.
Kernkraft hat Nutzen gebracht, dem ein Risiko gegenübersteht, das wäre zu bewerten dann.
Aber hier zum Thema des Artikels zurückgekehrt, da waren die sterblichen Überreste als Asche ja unbedenklich gewesen und nicht strahlend.
selbstaendig
"Jaja, die Zeit relativiert alles. Während Harrisburg, Tschernoby, Sellafield l in den ersten Wochen und Monaten noch als Katastrophe galten, Forsmark als kurz vorm Gau, verstrahlte Mitarbeiter stark kontaminiert, .... "
Es ist statistisch gesehn nur ne Frage der Zeit, bis der "nächste" Gau geschieht. Vielleicht ja vor der eigenen Tür. Diese Wahrscheinlichkeit ist in Süden der Republik ja ungemein höher...lach
Leider verklären Menschen die Vergangenheit und sehen sie im nachhinein oft zu positiv. Dies senkt natürlich den Druck für Veränderungen und hat somit auch seinen Sinn
Aber die SPD hat dazu gelernt.
Die CDU macht einen auf "Weiter so, also nicht so wild"
Haben doch schon immer geahnt daß auch die Atomindustrie ihre Leichen im Keller hat.
Neulich kam bei scobel im TV eine Sendung über das Bestattungswesen in Deutschland. Das was an Umweltgiften und Problemmüll mit ganz normalen Leichen auf Friedhöfen "endgelagert" wird, das ahnt niemand erst recht wills keiner wissen. In so einem Menschenleben kommt da so einiges in einem Körper zusammen. Auch so ein Tabuthema.
"ist unsere Bestattungskultur noch zeitgemäß, zu teuer oder gar ökologisch bedenklich? - "scobel" wagt einen kulturübergreifenden und interdisziplinären Blick auf ein tabuisiertes Entsorgungsproblem. Es klingt makaber: Die deutsche Bevölkerung schrumpft, und in den Städten fehlt der Platz für die Toten. 821.627 Verstorbene verzeichnete das Statistische Bundesamt allein für das Jahr 2006. Übrig bleibt die sichtbare Hülle, und die muss bestattet werden. Doch Bestattungen sind teuer und werfen ökologische Probleme auf: Pro Verstorbenem fallen 30-40 Liter Körperflüssigkeit an, die im Erdreich versickert, Unmengen an Amalgamfüllungen, Titanschrauben, Herzschrittmachern und radioaktiv bestrahlter Materie, aber auch Gifte von Sarglackierungen und Beschlägen werden täglich im Boden versenkt oder als Gase aus Krematorien in die Luft gelassen.
Der Extremistenerlaß....
Auch die SPD hat hier ganz schön Dreck am Stecken!
Und wenn ich an die Bespitzelung von Prof. Traube denke....
Paging