Alice Weidel Weidel soll Asylbewerberin in Schwarzarbeit beschäftigt haben

Alice Weidel, Spitzenkandidatin der AfD.

(Foto: AP)

Die Syrerin soll am Schweizer Wohnsitz der AfD-Spitzenfrau in Biel als Putzhilfe gearbeitet haben. Ein Parteisprecher wittert eine "Kampagne" gegen Weidel.

Von Jens Schneider, Berlin, und Jan Bielicki

Gegen die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sind neue Vorwürfe laut geworden. Laut einem Bericht der Wochenzeitung Die Zeit soll Weidel an ihrem Schweizer Wohnsitz in Biel eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz beschäftigt haben. Demnach soll Weidel in ihrer Wohnung im Jahr 2015 zunächst eine Studentin der Islamwissenschaften putzen haben lassen, danach die Flüchtlingsfrau.

Diese sei auch dabei gewesen, als Weidel mit ihrer Schweizer Partnerin im Herbst 2016 in eine andere Wohnung gezogen sei. Beide Frauen hätten ihren Lohn, in der Schweiz übliche 25 Franken pro Stunde, "bar auf die Hand" erhalten, schreibt die Zeitung. Einen Anstellungsvertrag habe es nicht gegeben, die Frauen seien nicht gebeten worden, eine Rechnung auszustellen.

Weidels Anwalt teilte der Zeit mit, Weidel habe "einen freundschaftlichen Kontakt" zu einer Syrerin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei. "Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hätte oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch." Ein Sprecher der AfD sagte der SZ zu den Vorwürfen: "Konstruierter Unfug. Es gibt eine Beschäftigungspauschale in der Schweiz. Das ist eine weitere Kampagne gegen Alice Weidel."

In der Schweiz müssen jedoch für alle bezahlten Tätigkeiten in Privathaushalten Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Ausgenommen sind nur sogenannte Sackgeldjobs für Beschäftigte, die jünger als 25 Jahre alt sind und weniger als 750 Franken im Jahr bekommen.

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