Ägypten wünscht sich den Besuch der wichtigsten Vertreter von Israels neuer Regierung - sogar der ultranationalistische Außenminister darf nach Kairo.
Der neue israelische Außenminister Avigdor Lieberman ist trotz Spannungen zu einem offiziellen Besuch nach Ägypten eingeladen worden. Die Einladung sei an diesem Mittwoch vom ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman an Lieberman übergeben worden, berichtete der öffentliche israelische Rundfunk.
Früher Türsteher, heute Außenminister und Vorsitzender einer rechtextremen israelischen Partei: Avigdor Lieberman (© Foto: AFP)
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Bei dem Treffen mit dem Geheimdienstchef in Jerusalem habe der Außenminister seine "Anerkennung für die Rolle Ägyptens und seines Präsidenten ausgesprochen". Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie Verteidigungsminister Ehud Barak erhielten eine Einladung.
Lieberman, der Vorsitzende der Rechtsaußenpartei Unser Haus Israel, hatte Ägypten im Oktober mit der Bemerkung verärgert, der ägyptische Präsident Husni Mubarak könne sich wegen seiner Weigerung, Israel einen Staatsbesuch abzustatten, "zum Teufel scheren".
Der ägyptische Außenminister Ahmed Abu Gheit hatte daraufhin kürzlich verkündet, er werde Lieberman nicht die Hand geben, sollte er ihn treffen.
Nun gab sich Lieberman mit Blick auf den Friedensprozeß moderat: Israel wolle führen und nicht geführt werden, sagte Lieberman dem israelischen Rundfunk. Israel sei auch bereit seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, verlange dies aber auch von den Palästinensern.
Zuvor hatten israelischen Politiker dem Außenminister von der ultra-rechten Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) eine Schädigung der strategischen Interessen Israels vorgeworfen, weil er die Arabische Friedensinitiative von 2002 als "gefährlich" und ein "Rezept für die Zerstörung Israels" bezeichnet hatte.
Bereits am Vortag war bekannt geworden, dass Ägypten den neuen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu einem Staatsbesuch eingeladen hat.
Der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman habe die Einladung im Namen von Staatschef Husni Mubarak bei einem Treffen mit Netanjahu an diesem Mittwoch in Jerusalem überbracht, wie die israelische Regierung mitteilte.
Baldige Visite
Der Besuch könnte demnach "in den kommenden Wochen" erfolgen. Suleiman habe darüber hinaus Verteidigungsminister Ehud Barak von der Arbeitspartei nach Ägypten eingeladen.
Seit dem Friedensschluss zwischen den beiden Nachbarländern 1979 sind bereits mehrere hochrangige israelische Politiker nach Ägypten gereist. Mubarak war dagegen noch nie zu einem offiziellen Besuch in Israel.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AFP/odg)
Wenn Sie schreiben "Tut mir echt leid, sollte ich den Arabern Absichten unterstellt haben, eventuell pro-arabisch und palästinenserfreundlich gehandelt zu haben, anstatt einfach nur anti-semitisch" so stimmt das leider nicht: Die arabischen Staaten, die eigentlich als Vertreter palästinensischer Interessen auftraten, haben leider keineswegs die Interessen der Palästinenser vertreten. Bis heute halten sich die Anrainer-Staaten bis auf eine unverbindliche palästinenserfreundliche Grundrethorik ziemlich zurück. Das ist ein wesentlicher Teil des Nahost-Problems. Wirkliche Hilfe erfahren die Palästinenser lediglich von der UNO. Und hinsichtlich deren Unterstützung muß man sich ernsthaft überlegen, ob die UNO die Palästinenser nicht wie unmündige Hätschelkinder behandelt, anstatt eine nachhaltige Lösung zu unterstützen ...
Richtig, Herr Querschläger. Das ist mir wirklich nicht gut geglückt. Den ersten Satz würde ich gerne streichen, ist aber nicht mehr möglich.
Und den zweiten Absatz ändere ich ab - Ich hoffe, Sie sind einverstanden:
Tut mir echt leid, sollte ich den Arabern Absichten unterstellt haben, eventuell pro-arabisch und palästinenserfreundlich gehandelt zu haben, anstatt einfach nur anti-semitisch.
Ansonsten auch Ihnen und allen anderen ein schönes Wochenende!
Zitat : " ...dass alleine die arabischen Länder für die Flüchtlinge (und für was alles noch mal?) verantwortlich sind, und der damalige UN-Beschluss von der arabischen Seite akzeptiert worden wäre, fehlt Ihnen der Beweis dafür, dass die Israelis ihr Gebiet nicht auch später hätten erweitern wollen. "
Dieser Beweis wäre naturgemäß nur zu erbringen gewesen,wenn die Araber den Teilungsbeschluß angenommen und Israel nicht angegriffen hätten.Wer hat es also zu verantworten,daß dieser Beweis nie mehr erbracht werden kann? Und ist es da fair ,Israel etwas zu unterstellen,das es nicht entkräften kann ? Wie soll ich Ihnen beweisen,daß ich keine Schwester habe ? Welchen Grund oder gar Vorwand soll Israel für angebliche weitere Expansionsgelüste gehabt haben,wenn auch die Araber den Teilungsbeschluß angenommen hätten?
Das Einzige,das man mit Bestimmtheit sagen kann,ist,daß Israel den Teilungsbeschluß angenommen hatte,die Araber nicht.Der Rest ist wilde Spekulation.
Ich bin generell gegen jegliche Gewalt. Zwar erkenne ich Thomas von Aquins Thesen eines gerechten Krieges an und muss auch - der "längste Tag" jährt sich 2009 zum 65sten mal - akzeptieren, dass manches Unrecht nur gewaltsam beendet werden kann.
Aber ich stimme sofort zu, dass das Vorgehen der IDF im Gaza-Streifen überzogen, menschenverachtend, rücksichtslos - und vor allem hinsichtlich der zivilen Opfer unmenschlich und unverzeihlich war! Damit habe ich kein Problem.
(Allerdings macht diese Einschätzung für mich die Hamas nicht zu Helden. Ich verurteile deren Rücksichtlosigkeit gegenüber der eigenen Bevölkerung sowie die ständigen Angriffe auf israelische Zivilisten ebenso.)
Im Übrigen werte ich Israelis, Juden oder Christen nicht höher als Araber. Für mich sind alle Menschen grundsätzlich gleich - nur das individuelle Handeln ist vorwerfbar.
Gestern habe ich über die zwei Ebenen des Konflikts geschrieben: Palästinenser und Israelis leiden unter der täglichen Gewalt. Dieser unsägliche Status Quo geht zum Teil auf Entscheidungen der 1920er Jahre zurück. Die entscheidenden Fehler wurden meines Erachtens von den arabischen Staaten gemacht, die auf Kosten der palästinensichen Sache ihre eigenen Interessen verfolgt und jegliche einvernehmliche Zwei-Staaten-Lösung verweichert haben.
Die Nicht-Existenz Israels ist seit 1947 keine Option - diese Einsicht zu verweigern ist meiner Meinung nach das größte Versäumnis der arabischen Israel-Politik.
Also ich meine,nun vertricken Sie sich mehr und mehr in Ihrer eigenen Argumentation.
Freundschaftliche Empfehlung : Lassens Sie's nun mal gut sein; das Wochende steht vor der Tür mit Zeit zu erneuter Reflektion des unstreitig so schwierigen und vielschichtigen Themas.Vielleicht bringt dann die neue Woche auch neue Einsichten.
Ich wünsche ein schönes Wochenende :-)
Paging