22. Dezember 2012 11:20 Soziale Unruhen Tote bei Plünderungen in Argentinien

Aufgebrachte Argentinier stürmten mehrere Supermärkte in einem Armenviertel, seither weiten sich die Proteste im Land aus. Zwei Menschen starben, Hunderte wurden festgenommen. Die Regierung beschuldigt einen oppositionellen Gewerkschaftsverband, die Unruhen angestiftet zu haben.

Bei Plünderungen von Supermärkten in mehreren Städten Argentiniens sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Opfer seien am vergangenen Freitag in den Städten Rosario und Villa Gobernador Gálvez im Zentrum des Landes getötet worden, wo eine Menschenmenge etwa 20 Supermärkte gestürmt habe, sagte der Minister für Sicherheit in der Provinz Santa Fe, Raúl Lamberto.

25 Menschen seien verletzt und 130 weitere festgenommen worden. Lamberto sagte, die Plünderungen seien kein sozialer Protest, sondern Vandalismus. Die beiden Opfer wurden demnach durch einen scharfen Gegenstand oder Schüsse getötet. Nähere Einzelheiten zu den Opfern oder Angreifern nannte Lamberto nicht.

Die Plünderungen hatten am Donnerstag in einem Armenviertel in Bariloche in Patagonien begonnen, wo Dutzende Menschen Fernseher und andere Elektronikgeräte aus einem Supermarkt mitnahmen. Die Regierung stationierte daraufhin 400 Militärpolizisten in der Stadt, um für Ruhe zu sorgen. Die Plünderungen dehnten sich aber am Freitag auf mindestens fünf weitere Städte aus.

Mit Gummigeschossen gegen die Plünderer

In der Stadt San Fernando in der Provinz Buenos Aires ging die Polizei mit Gummigeschossen gegen eine Menschenmenge vor, die einen Supermarkt überfallen wollte. Ein Beamter wurde Behördenangaben zufolge von einer Brechstange am Kopf getroffen und schwer verletzt. Bei den Zusammenstößen in San Fernando seien rund 380 Menschen festgenommen worden, hieß es.

Die Regierung beschuldigte den von Hugo Moyano angeführten oppositionellen Gewerkschaftsverband CGT, die Unruhen angestiftet zu haben. Moyano wies die Anschuldigungen zurück und machte die Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner verantwortlich, weil sie die sozialen Probleme des Landes nicht löse.

Vor elf Jahren hatten in Argentinien mit Plünderungen soziale Unruhen begonnen, die schließlich zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Fernando De la Rúa führten.