In Europa sieht man die Pest als Krankheit des Mittelalters. In Madagaskar ist die Seuche nun wieder ausgebrochen. 18 Menschen sind bereits daran gestorben, Auslöser ist eine Rattenplage.
Aus europäischer Sicht ist es die Krankheit des Mittelalters, die heute hauptsächlich medizinhistorisches Interesse weckt. Die Schrecken, die mit der Pest über das Land kamen, waren offenbar so groß, dass die Krankheit bis heute Inbegriff allen Übels ist.
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Pestausbruch in Madagaskar: Ratten übertragen die Seuche (© Foto: dpa)
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Auf Madagaskar sind in den vergangenen Tagen mindestens 18 Menschen an der Pest gestorben. Während die letzten Pest-Epidemien in Europa - etwa in London (1666), Wien (1678), Moskau (1771) - Jahrhunderte zurückliegen, flammt das Leiden in Afrika und Asien immer wieder auf.
Im indischen Surat erkrankten 1994 mehr als 6000 Menschen an der Pest, damals starben 56 Menschen an dem Leiden, das mit Antibiotika einfach und effektiv zu behandeln ist. In Algerien kam es 2003 wiederholt zu vereinzelten Pestfällen. Aus dem Kongo wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2006 mindestens 42 Todesfälle und mehr als 1000 Pest-Erkrankungen gemeldet.
In Madagaskar starben allein in der Stadt Manjakandriana, 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Antananarivo, drei Menschen seit Jahresbeginn an der Pest. Fünf Infizierte werden im Krankenhaus behandelt.
Das Gesundheitsministerium der Tropeninsel hat ein Expertenteam in den Distrikt entsandt, das die Behandlung der Patienten überwachen soll.
Erreger der Pest ist das Bakterium Yersinia pestis, das 1894 in Asien von dem französischen Arzt Alexandre Yersin entdeckt wurde. Es befällt Ratten und andere Nagetiere. Der Rattenfloh kann es auf Menschen übertragen.
Das Pest-Bakterium führt zu einer Infektion der Lymphknoten (Beulenpest). Streut der Erreger, kommt es häufig zu Lungenpest und Blutvergiftung, die unbehandelt fast immer tödlich enden.
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(SZ vom 10.01.2008/bavo)
Die Pest, die 1894 in Asien entdeckt wurde, ist die Beulenpest. Es wird von Rattenflöhen übertragen, die, wenn ihr Wirtstier gestorben ist, zu einem neuen Wirt wandern. Ich gehe davon aus, dass es sich in Madagaskar um dieselbe Beulenpest handelt.
Ob die Beulenpest mit dem "Schwarzen Tod" aus dem Mittelalter identisch ist, ist fraglich. Die Beschreibungen aus dem Mittelalter stimmen nicht mit den Symptomen der Beulenpest überein.
Es ist durchaus denkbar, dass es sich im Mittelalter auch um etwas wie Ebola gehandelt haben könnte.