Viele Tote, zahlreiche Verletzte Tornados wüten in Oklahoma

Gleich mehrere schwere Tornados haben den US-Staat Oklahoma heimgesucht. Mindestens acht Menschen kamen in den Stürmen ums Leben.

Eine Serie schwerer Tornados hat am Dienstagabend im US-Staat Oklahoma mindestens acht Menschen das Leben gekostet und teils schwere Verwüstungen angerichtet. Die Toten wurden nach Angaben örtlicher Medien aus den Trümmern von Häusern und Wohnmobilen in der kleinen Ortschaft Lone Grove geborgen.

Hier hatte ein einzelner Wirbelsturm eine 800 Meter breite Schneise der Zerstörung gezogen. Zahlreiche Häuser wurden mit der vollen Wucht des Sturms von ihren Fundamenten gerissen, Autos durch die Luft gewirbelt. Etwa 50 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Insgesamt seien mindestens vier Tornados über Oklahoma und Texas hinweggezogen. Weitere Wirbelstürme seien möglich. Das Fernsehen zeigte Bilder von abgetragenen Dächern und vollständig zerstörten Häusern. Eine derartige Tornado-Serie gilt für den Monat Februar als ungewöhnlich.

Die Opferzahl könnte noch steigen: Die Suche nach Vermissten in den Trümmern war in der Nacht zum Mittwoch abgebrochen worden. "Es ist einfach zu gefährlich", zitierte die Zeitung The Oklahoman Sheriff Ken Grace. Er zeigte sich besorgt wegen scharfer Metallteile und elektrischer Kabel, die aus den Trümmern ragten. "Wir brauchen nicht noch mehr Verletzte als wir ohnehin schon haben."

In der Nähe von Oklahoma City mussten sich Gäste und Angestellte eines mexikanischen Restaurant in den Kühlraum flüchten, weil das ganze Gebäude unter der Wucht des Sturmes bebte. In der Stadt Edmond zerlegte ein Tornado eine komplette Autowerkstatt, kurz nachdem der Besitzer in den Feierabend gegangen war.

"Es ist total unwirklich", sagte Automechaniker Michael Jerry der Zeitung. "Die Stahlbalken sind zusammengefaltet." Ein Polizist sagte dem Oklahoman, dem Sturm seien in Lone Grove ganze Familien zum Opfer gefallen, die in einem Wohnwagenpark lebten. "Mir graut davor, was bei Tagesanbruch zum Vorschein kommt."

Das betroffene Gebiet liegt mitten in der berühmten "Tornado Alley" des Mittleren Westens, der am stärksten von Tornados betroffenen Region der USA. Hier trifft kalte, trockene Luft aus Kanada mit warmen, feuchten Luftmassen vom Golf von Mexiko zusammen. Durch die starken Temperatur- und Druckunterschiede können heftige Gewitter und Wirbelstürme mit Drehgeschwindigkeiten von bis zu 480 Stundenkilometern entstehen.