Sie galt zwölf Jahre als vermisst. Jetzt haben Spaziergänger die Frau entdeckt - sie lebte in einer Behausung in einem Waldstück bei Bern.
Zwölf Jahre lang war Gabriele S. spurlos verschollen. Jetzt hat die Berner Polizei die 52-jährige Frau aus dem brandenburgischen Städtchen Belzig per Zufall ausfindig gemacht: Sie lebt seit einem Jahr in einem einfachen Unterschlupf in einem abgelegenen Waldstück bei Bern. Das teilte die Berner Kantonspolizei am Montagabend mit. Trotz der Kälte sei die Frau offenbar "in guter körperlicher Verfassung", heißt es bei der Berner Polizei.
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Bei eisiger Kälte hat eine Frau in einem selbst gebauten Unterschlupf im Wald gelebt - nach Angaben der Polizei ist sie in guter körperlicher Verfassung. (© Foto: dpa)
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Der Tipp kam von einem Spaziergänger. Als Polizeibeamte daraufhin ein Waldstück am Rande der Berner Vorortgemeinde Bolligen durchkämmten, stießen sie auf den Unterschlupf. Er ist so niedrig, dass man nur gebückt hineinkommt, und so abgelegen, dass nicht einmal ein Förster ihn entdeckte, sagte Polizeisprecher Mosimann. In der Hütte trafen die Polizisten die Deutsche.
Sie hatte ihren Personalausweis noch bei sich und zeigte ihn den Beamten. Weil die Schweiz seit einigen Monaten Zugriff auf die europaweite Fahndungskartei hat, das so genannte Schengener Informationssystem, war schnell klar, dass es sich um eine Deutsche handelte, die 1997 spurlos verschwunden war. Ihre Mutter hatte die damals 40-Jährige dann als vermisst gemeldet.
Nach ihrem Verschwinden soll sich die Frau zunächst nach Frankreich aufgemacht haben; auch in Italien habe sie angeblich etliche Jahre verbracht, bevor sie in die Schweiz ging. In dem Waldstück bei Bern hauste die Frau sehr primitiv in einem selbst gebauten Unterschlupf aus ein paar Backsteinen, Brettern, Planen und alten Regenschirmen. "Wir haben uns auch gewundert, wie die Frau die Kälte aushält", sagte der Polizeisprecher. Trotz der harten Lebensbedingungen gefalle es ihr aber im Berner Land, und sie wolle nicht nach Deutschland zurückkehren.
Weil aber in der Schweiz alles seine Ordnung haben muss, kann die 52-Jährige nicht in ihre Behausung bleiben: "Die Bürgergemeinde Bern als Waldbesitzerin wird die Frau auffordern, das Waldstück innerhalb einer kurzen Frist zu verlassen", heißt es im Polizeibericht. Nötigenfalls würden die Behörden eine gangbare Lösung für die Frau suchen.
Die Frau wurde laut deutschen Polizeiangaben von Verwandten als nervlich labil bezeichnet und war vor 1997 schon einmal aus ihrer Heimatstadt abgereist, ohne jemanden zu informieren. Damals war die Frau nach kurzer Zeit in Bayern aufgegriffen worden.
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(SZ vom 20.01.2009/hai)
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Dass jemand so erfolgreich untertaucht ist beachtlich. Und dass es durch das Entdeckt-Werden Probleme gibt, finde ich schade. Zeigt sehr schön, wie wenig Spielräume es gibt, wenn man nicht der Norm entspricht -- wer auch immer die festlegt, Gott ist es nicht.
@f.doc: "so ganz allein ohne Ahnung von Waffen oder Fallen... oder Feuer machen..."
Davon steht nichts im Artikel. Vielleicht heisst die Gute Johanna Rambo und der Rest Ihres Clans hat sich etwas besser versteckt? =;)
Alles Gute
Kai Hamann
Ja, wüsste auch gern, wie sie sich ernährt hat. Ist ja schon eine Leistung, so ganz allein ohne Ahnung von Waffen oder Fallen... oder Feuer machen...
Ich finde, die Geschichte wird hier von einigen ein wenig romantisch verklärt!
Erinnert mich an Patricia Arquette in "Human Nature".
Lasst sie doch.
Mich würde interessieren, von was die Dame denn gelebt hat. Beeren sammeln ist im Sommer ja ganz ok, aber im Winter?
schade nur, dass man versuchen wird auch ihr die zivilisation aufzuzwingen.
Paging