Vor der Küste des Oman haben acht bewaffnete Piraten nach Nato-Angaben den Frachter "MV Charelle" entführt. Möglicherweise handelt es sich um ein deutsches Schiff.
Vor der Küste des Oman haben acht bewaffnete Piraten ein Frachtschiff entführt. Das sagte ein NATO-Sprecher am Freitagabend in Northwood (Großbritannien). Berichte, wonach es sich bei der entführten "MV Charelle" um ein Schiff einer deutschen Reederei handelt, bestätigte zunächst weder der NATO-Sprecher noch ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.
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Das Schiff fahre unter der Flagge von Antigua und Barbuda. Es habe Kurs auf Somalia genommen, sagte der NATO-Sprecher. Über die Crew machte er keine Angaben. Ob deutsche unter den Besatzungsmitgliedern sind, konnte er ebenfalls nicht sagen.
In den Gewässern vor dem Oman war es bisher noch nicht zu Übergriffen von Piraten gekommen. Derzeit befinden sich im Golf von Aden und im Indischen Ozean noch mindestens 14 Schiffe in der Gewalt somalischer Piraten, an Bord sind insgesamt rund 200 Seeleute.
Die NATO-Verteidigungsminister billigten derweil am Freitag einen neuen Einsatz gegen die somalischen Piraten. Die Mission "Ocean Shield" soll Anfang Juli starten, wie NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer in Brüssel mitteilte. Deutschland unterstützt den Einsatz mit der Fregatte "Karlsruhe.
Nach Angaben De Hoop Scheffers sollen sich sechs Länder an dem Einsatz im Golf von Aden beteiligen. Darunter sind laut Diplomaten die Türkei, Griechenland, Italien, Großbritannien und die USA. Dazu könnten Kanada und die Ukraine kommen.
Die "Karlsruhe" wird weiter unter EU-Flagge fahren, da es für einen NATO-Einsatz deutscher Kriegsschiffe kein Bundestagsmandat gibt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) betonte in Brüssel, der Kampf gegen Piraten sei "im Interesse eines freien Seehandels und der Seesicherheit".
Die EU will ihre vor gut sechs Monaten gestartete Anti-Piraten-Mission "Atalanta" zudem bis Ende 2010 verlängern. Einen entsprechenden Beschluss würden die Außenminister am Montag in Luxemburg fällen, hieß es von EU-Diplomaten.
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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/aho)
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