Raub-Prozess gegen O.J.Simpson Die Geschworenen sollen es richten

Zwölf Jahre nach dem Prozess um den Doppelmord an seiner früheren Frau und deren Freund wird O.J. Simpson erneut angeklagt. Der frühere Footballspieler kommentierte dies trocken.

Der frühere US-Footballstar O.J. Simpson muss zwölf Jahre nach seinem Freispruch in dem aufsehenerregenden Prozess um den Doppelmord an seiner früheren Frau und deren Freund wieder vor Gericht. Der 60-Jährige muss sich jetzt wegen Raubes, Entführung, Verschwörung und Angriffs mit einer Waffe verantworten.

Nach der Entscheidung eines Richters in Las Vegas (US- Bundesstaat Nevada) am Mittwoch liegen genügend Hinweise für die Eröffnung eines Prozesses vor, berichtete der US-Sender CNN. Die Entscheidung fiel nach einer mehrtägigen Anhörung in der Casino- Stadt, bei der Simpson von mutmaßlichen Komplizen schwer belastet worden war.

Am 28. November müssen sich Simpson und zwei Mitangeklagte wieder vor Gericht einfinden. Gegen eine bereits gezahlte Kaution in Höhe von 125 000 Dollar ist Simpson weiterhin auf freiem Fuß.

Der Prozess könnte im kommenden Herbst beginnen, berichtete der Internetdienst E!Online unter Berufung auf Gerichtsangestellte. Im Falle eines Schuldspruchs droht Simpson und seinen Mitangeklagten lebenslange Haft. Die Anklage wirft Simpson vor, Mitte September in Las Vegas zusammen mit fünf Komplizen zwei Sammler von Fan-Artikeln in einem Hotel überfallen und mit Waffengewalt zur Herausgabe einiger Erinnerungsstücke gezwungen zu haben.

Mit der Entscheidung gerechnet

Simpson hatte behauptet, die Sammlerstücke gehörten rechtmäßig ihm und seien ihm zuvor gestohlen worden. Waffen seien nicht im Spiel gewesen. Bei den jüngsten Anhörungen sagten jedoch mehrere Helfer, Simpson habe sie aufgefordert, Waffen zu dem Treffen mitzubringen.

Zwei Zeugen hatten in der Hoffnung auf Strafmilderung bereits vor einigen Wochen ihre Tatbeteiligung gestanden. Simpsons Anwalt stellte sie als Lügner, Betrüger und Zuhälter dar. Richter Joseph Bonaventure räumte ein, dass die acht Zeugen sich in Widersprüche verwickelt hätten. Eine Jury müsse über ihre Glaubwürdigkeit entscheiden, sagte der Richter.

Er habe mit dieser Entscheidung des Richters gerechnet, sagte Simpson beim Verlassen des Gerichtsgebäudes vor einer Reihe von Reportern. "Wie immer verlasse ich mich ganz auf das Geschworenensystem", fügte er hinzu.

Eine kalifornische Jury hatte Simpson 1995 trotz erdrückender Beweislast vom Vorwurf des Doppelmordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman freigesprochen. In einem späteren Zivilverfahren wurde er jedoch für den Tod der beiden verantwortlich gemacht und zur Zahlung von 33,5 Millionen Dollar an die Familien der Opfer verpflichtet.