"Ferkeleien am Strand": Sex am hellen Tag in der Öffentlichkeit empört die Bürger einer Ostseegemeinde. Nun drohen ertappten Swingern Bußgelder
Die kleine Ostseegemeinde Aschau bei Eckernförde wehrt sich gegen eine unerwünschte Form des Fremdenverkehrs: Swinger aus ganz Norddeutschland haben einen abgelegenen Strand des Dorfes als Veranstaltungsort von Gruppensexpartys und anderen Formen von öffentlichem Sex entdeckt.
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"Bürger werden am hellen Tag unfreiwillig Zeugen sexueller Aktivitäten am Strand. Spaziergänger wurden schon aufgefordert, sich auszuziehen. Das will ich den Bürgern nicht länger zumuten", sagt Bürgermeister Hilmar Marohn. Ertappten Swingern drohen jetzt kräftige Bußgelder. "Bei einer ersten Kontrolle haben wir bereits Personalien aufgenommen", sagte der Leiter des zuständigen Ordnungsamtes vom Amt Schlei-Ostsee, Rene Kinzer.
Allerdings stoßen die Ordnungswächter bei ihren Kontrollgängen an Grenzen: "Wenn wir kommen, sind die meistens schon wieder angezogen", sagte Kinzer. Daher sei auch noch gegen niemanden ein Verfahren eingeleitet worden. "Unsere Kontrollen haben aber auch vorbeugende Wirkung", sagte er.
Auch Bürgermeister Marohn aus dem 300-Einwohner-Dorf rätselt noch über den besten Weg, um die Sex-Plage aus dem Dorf zu bekommen: "Wir können ja schlecht Schilder aufstellen 'Ferkeleien am Strand verboten'. Die werden doch sofort geklaut", sagte er.
Spaziergänger sollen mitmachen
Der Strand in Aschau nahe der Bundesstraße 76 ist völlig abgelegen. Erst nach einem Zehn-Minuten-Marsch durch ein Waldstück ist die Sandfläche zu erreichen. Direkte Anwohner gibt es laut Bürgermeister nicht. Die Bürger machen dort gerne Spaziergänge, außerdem führt der europäische Fernwanderweg E6 dort vorbei. Klagen der Bürger über Swinger gab es laut Bürgermeister Marohn schon vergangenes Jahr. Das Ordnungsamt sei aber erst jetzt eingeschaltet worden.
Die unerwünschten Strandgäste selbst werfen die Frage auf, ob der abgelegene Abschnitt für klassische Badegäste überhaupt interessant ist: "Für Leute, die viel baden wollen, ist der Strand wenig geeignet. Badelatschen sind Pflicht, weil es doch in fast allen Abschnitten ein wenig steinig ist. Außerdem geht es sehr flach ins Wasser. Um richtig schwimmen zu können, muss man schon eine größere Distanz zurücklegen", schreibt etwa ein User namens "Ollie" in einem Internetforum für Nudisten. Sein Fazit: "Naja, dafür hat der Strand andere Vorzüge."
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(AP/grc)
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Da bekommt der Ausdruck Fremdenverkehr gleich eine völlig neue Bedeutung :-)
Super sind die Tags unter dem Artikel:
"Ollie (5)"