Nordsee-Fähre Verletzte auf Katamaran

Meterhohe Wellen, eine Reeling kracht durch ein Panoramafenster: Auf der Nordsee sind 24 Passagiere eines Katamarans verletzt worden, drei davon schwer.

Bei schwerem Seegang sind am Montagabend auf einem Katamaran kurz vor der Nordseeinsel Borkum 24 Passagiere verletzt worden, darunter drei Kinder und drei Schwerverletzte. Nach Polizeiangaben ist ein Passagier in einem "kritischen Zustand". Nach der Ankunft auf Borkum habe sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Nähere Einzelheiten wollte die Polizei am Dienstag zunächst nicht machen.

Nach Angaben der Reederei AG Ems wurden durch Splitter einer eingeschlagenen Panoramascheibe insgesamt 24 Menschen verletzt, darunter drei Kinder. Vor dem Auslaufen seien Wellen mit einer Höhe von 2,5 Metern vorhergesagt worden. Dies sei die maximale Höhe, bei der die Polarstern in See stechen dürfe.

Insgesamt waren 360 Menschen an Bord. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei Emden rissen meterhohe Wellen eine Reling ab, die auf ein Panoramafenster stürzte. Herumfliegende Glassplitter trafen Reisende. Der Katamaran war auf der Rückfahrt von Helgoland.

Die Wasserschutzpolizei begann am Dienstagmorgen, den Unfallhergang zu untersuchen.

Ebenso wie die anderen Rettungsdienste erreichte der Alarm kurz nach 20.00 Uhr den ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 26 im friesischen Sanderbusch bei Wilhelmshaven. "Weil wir nicht genau wussten, wie weit der Katamaran noch auf See war, sind wir mit Winde gestartet, um notfalls Verletzte über ein Seil an Bord ziehen zu können", berichtete Notarzt Matthias Ruppert am Dienstag.

Als die Maschine vom Typ BK 117 eine gute halbe Stunde später vor Borkum eintraf, war die Polarstern nur noch zehn Minuten vom Hafen entfernt. "Dadurch hatten wir etwas Zeit, zusammen mit den anderen Rettungskräften den Einsatz vorzubereiten", sagte Ruppert. "Alles lief sehr präzise und ruhig ab. Auch drei Ärztekollegen von der Insel kamen zur Unterstützung."

Nachdem das Schiff angelegt hatte, wurden zunächst die unverletzten Passagiere von Bord geleitet. "Danach hatten wir einen besseren Überblick über die Situation", schilderte Ruppert weiter. Die Leichtverletzten wurden in einem bereitgestellten Bus des Roten Kreuzes behandelt. "Viele von ihnen hatten Schnittwunden und leichte Kopfverletzungen, bei einigen bestand Verdacht auf Knochenbrüche." Die drei Schwerverletzten wurden per Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht.