Napoleons Liebesbrief versteigert Drei Küsse und viel Geld

Bonapartes Gefühle mehr wert als Newtons Logik: Ein Liebesbrief von Napoleon ist in London für umgerechnet rund 409.000 Euro versteigert worden. Auch andere geschriebene Kostbarkeiten kamen unter den Hammer.

Ein Liebesbrief von Napoleon ist am Dienstagabend in London für 276 000 Pfund (rund 410.000 Euro) versteigert worden. Das liege fünf Mal über dem erwarteten Preis von rund 50.000 Pfund, teilte das Auktionshaus Christie's mit.

Der versteigerte Brief von Napoleon Bonaparte ging an seine spätere Ehefrau und Kaiserin Josephine de Beauharnais. "Ich gebe Dir drei Küsse", schrieb der Feldherr (1769-1821) an seine Geliebte.

"Einen aufs Herz, einen auf Deinen Mund und einen auf Deine Augen." Nach Angaben des Auktionshauses ist es einer von nur drei erhaltenen Briefen Napoleons an seine Geliebte vor der Hochzeit. Geschrieben wurde er zum Zwecke der Versöhnung nach einem heftigen Streit.

Der Brief des korsischen Feldherrn war Teil einer Sammlung von rund 570 handschriftlichen Dokumenten, die von dem österreichischen Banker Albin Schramm zusammengetragen worden sind.

Zeilen des Schülers Churchill

Darunter sind auch Schreiben von historischen Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi, Alexander von Humboldt, Königin Elizabeth I. und Ernest Hemingway.

Hemingways Brief wechselte für 78.000 Pfund den Besitzer. Notizen des Physikers Isaac Newton (1643-1727) erzielten einen Preis von 204.000 Pfund (etwa 302.300 Euro).

Unter den Schätzen war auch ein Brief des 16-jährigen, späteren britischen Premierministers Churchill, in dem er seiner Mutter beste schulische Leistungen versprach: "Ich komme gut voran und lerne jeden Tag viel."

Ein illustriertes Schreiben des spanischen Malers Francisco de Goya y Lucientes erreichte den Preis von 60.000 Pfund. Ein anderes der zahlreichen Prunkstücke war ein Brief von J.R.R. Tolkien an die Illustratorin seines Werkes "Der Herr der Ringe".

Der 1926 in Prag geborene Albin Schram war Spross zweier etablierter österreichischer Industriellenfamilien. Er studierte in Wien Jura und arbeitete beim österreichischen Justizministerium und bei Banken in Deutschland und in der Schweiz. In den 70er Jahren fing er an, die Handschriften von Persönlichkeiten zu sammeln. Seine Familie wusste bis zu Schramms Tod im Jahr 2005 nichts von den Schätzen, die er in seinem Haus in Lausanne in der Schweiz angehäuft hatte.