Nach Vulkanausbruch in Chile Dutzende Touristen gerettet

Nach dem Ausbruch eines chilenischen Vulkans haben Sicherheitstrupps 54 Touristen in Sicherheit gebracht - in einer dramatischen Rettungsaktion.

In einer dramatischen Aktion haben Rettungsmannschaften nach dem Ausbruch des chilenischen Vulkans Llaima am Mittwochabend (Ortszeit) 54 Touristen unverletzt in Sicherheit gebracht. "Wir haben die Nacht zum Mittwoch in Fahrzeugen verbracht und gar nicht geschlafen, weil es immer wieder Explosionen gab. Einige fliegende Steine haben unsere Fahrzeuge mit voller Wucht getroffen", berichtete Daniel Rovira nach chilenischen Medienberichten.

Noch immer gefährdet sind nach Angaben des Roten Kreuzes etwa 25 Indios vom Stamm der Melivilu, die am Hang des Vulkans leben und sich einer Evakuierung widersetzen. Die Behörden teilten jedoch mit, dass die Explosionen am Donnerstag drastisch nachgelassen hätten. Der Vulkan spucke statt Asche, Gas und Lava nun überwiegend Wasserdampf aus, hieß es. Allerdings werde man wohl erst am Samstag endgültig Entwarnung geben können.

Mit geländegängigen Lastwagen drangen Angehörige der Streitkräfte in das Gebiet ein, in dem die Touristen eingeschlossen waren. Herabstürzendes Schmelzwasser hatte einen Fluss über die Ufer treten lassen und die Zufahrtsstraße versperrt. "Überschwemmungen sind jetzt für die nächsten Tage unsere größte Sorge", sagte Zivilschutz-Leiterin Carmen Fernandez.

Bereits am Dienstag waren kurz nach dem Ausbruch rund 150 Touristen in Sicherheit gebracht worden. Mehrere hundert Bewohner in der gefährdeten Region hatten ihre Häuser verlassen. Sie mussten unter freiem Himmel oder in Notunterkünften übernachten. Der Vulkan hatte am Dienstag Feuer und Lava mehr als 1000 Meter in die Höhe geschleudert.

Über dem Berg stand eine bis zu zehn Kilometer hohe Rauchsäule. "So etwas hatte ich noch nie gesehen, das war beeindruckend", sagte Sophie Carler, eine 42-jährige Biologin aus der Schweiz, die unter den eingeschlossenen Touristen war. Sie habe in der Nacht sehr viel Angst gehabt. Der US-Amerikaner John Stroble verwechselte die ersten Explosionen mit einem "Neujahrsfeuerwerk".

Der 3125 Meter hohe Llaima liegt im vulkanreichen Nationalpark Conguillio rund 80 Kilometer östlich der Regional-Hauptstadt Temuco.Die Stadt befindet sich etwa 670 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Der Llaima gilt als einer der aktivsten Vulkane Südamerikas.