Berühmter Zeuge: Wegen seiner geplatzten Deutschland-Tournee muss Volksmusikbarde Heino vor Gericht Auskunft über seinen Gesundheitszustand geben.
Es ist diese Beständigkeit, auf die sich Heino-Fans verlassen konnten. Nach wie vor hat er seine Markenzeichen, die schwarze Brille und die blonden Haare. Und nach wie vor ertönt der tiefe Bariton, wenn er zu "So blau, blau, blau blüht der Enzian" ansetzt.
Betont locker: Volksmusikbarde Heino vor dem Landgericht in Köln. (© Foto: dpa)
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Doch die blaue Enzian-Welt bekam vor fast zwei Jahren Risse. Für 2007 hatte Heino eine Deutschland-Tour angekündigt, die groß beworben worden war. Doch im September musste der Volksmusikbarde kurzfristig absagen. Als Grund gab er an, unter Herzproblemen zu leiden.
An diesem Mittwoch erschien nun Heino gemeinsam mit seiner Frau Hannelore vor dem Kölner Landgericht. Es geht um die abgesagte Tour und es geht um viel Geld. Drei Millionen Euro will Heinos Tournee-Veranstalter Kult Musik von der Gothaer Versicherung. Bei dem Konzern waren die Konzerte gegen Ausfall versichert worden.
Doch die Versicherung weigert sich, den Betrag auszuzahlen: "Wir sind zu der Ansicht gelangt, dass wir diesen Betrag nicht zahlen müssen", sagte eine Sprecherin der Gothaer Versicherung zu sueddeutsche.de. Zu den Hintergründen wollte sie sich nicht äußern.
In Medienberichten hieß es, die Versicherung weigert sich mit der Begründung, Heino habe vor Abschluss der Versicherung falsche Angaben über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand gemacht.
Gegen diese Vorwürfe hat sich Heino nun vor Gericht zur Wehr gesetzt: "Ich war nie im Leben krank", beteuerte der 70-Jährige vor dem Landgericht in Köln.
Im September 2007 wurde Heino von seiner Frau ins Krankenhaus gebracht, Ärzte stellten eine Verengung der Herzkranzgefäße fest. Erst nach mehrwöchiger Behandlung wurde er entlassen. Auf Fragen, ob er sich mit der geplanten großen Tour doch zu viel zugemutet habe, antwortete Heino damals: "Ich weiß es nicht. Als wir sie geplant haben, fühlte ich mich gesund."
Der Zusammenbruch hatte mehrere Spekulationen in der Regenbogenpresse ausgelöst. Bild schrieb vom "schwärzesten Jahr in Heinos Musik-Karriere".
Zum Prozessauftakt am 10. Dezember 2008 hatte die Zivilkammer des Landgerichts Köln einen Vergleich angeregt: Die Versicherung sollte 40 Prozent der Kosten übernehmen. Doch auch dazu war das Unternehmen nicht bereit.
An diesem Dienstag nun präsentierte sich Heino vor seiner Zeugenaussage vor dem Landgericht in Köln den Kameras so, wie seine Fans ihn kennen: gut gelaunt, die Haare blondiert, die Brille schwarz. Diese durfte er übrigens während der gesamten Zeugenaussage vor Gericht aufbehalten.
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(sueddeutsche.de/dpa/hai/gba)
Frauen in Saudi-Arabien
Ist denn die Gothaer Versicherung nicht gegen Unwägbarkeiten versichert ? Es haben sich wohl die Herzkranzgefäße der Geldreserven im letzten Herbst plötzlich verengt ...
Ich war nie im Leben krank, beteuerte Heino vor Gericht. Die Vorsitzende Richterin hielt ihm dagegen vor, in zwei Jahren 120 Mal beim Arzt gewesen zu sein. Seine Hausärztin habe ihm allein 30 Mal jeweils 20 Schlaftabletten verschrieben. Heino entgegnete darauf, die Tabletten habe er meist an seine Frau Hannelore weitergegeben oder an Bandmitglieder verteilt.
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Es geht wohl eher um ggf. verschwiegene Vorerkrankungen. Und am Ende wird so oder so ein Vergleich bei rumkommen.