Leben im Dilemma: Der Zwang zur Enthaltsamkeit stellt muslimische Frauen vor große Probleme. Und wenn sie sich sexuelle Freiheiten nehmen, zahlen sie dafür oft einen hohen Preis.
Sie sei nicht die Anführerin einer Bewegung, sie wolle nur, dass man sie in Ruhe lasse. So äußerte sich vor ein paar Tagen, ratlos und empört, die französische Muslimin, deren Schicksal im Mai Schlagzeilen gemacht hatte. Die Krankenschwester aus Lille, die einen zum Islam übergetretenen Ingenieur geheiratet hatte, war noch in der Hochzeitsnacht von ihrem Mann hinausgeworfen und der "Familie zurückgegeben", die Ehe auf Drängen des Gatten vom Landgericht Lille annuliert worden.
Auch in Deutschland befinden sich viele muslimische Frauen in einem Dilemma zwischen der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und dem Respekt vor der patriarchalischen Tradition. (© Foto: dpa)
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Der Grund: Die Braut war, anders als sie es ihrem Mann versprochen hatte, keine Jungfrau mehr. Der archaische Test - Blut auf dem Bettlaken -, der bis heute in vielen islamischen Ländern als Beweis für die Unberührtheit der Braut herhalten muss, war fehlgeschlagen.
Über Jahrhunderte hinweg war dieses Ritual auch in der christlichen Kultur weit verbreitet; und wenn sich herausstellte, dass eine Braut keine Jungfrau mehr war, wurde sie bisweilen zur Strafe statt mit einem Jungfernschmuck aus Myrten mit einem Kranz aus Stroh vor den Altar geschickt. Bis in die frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein war zudem in Deutschland die Jungfräulichkeit vor der Ehe rechtlich geschützt: Männer, die eine Frau deflorierten, diese aber dann nicht heirateten, hatten laut Paragraph 1300 BGB ein sogenanntes Kranzgeld zu zahlen. Doch das ist Geschichte.
"Wie ein gebrauchter Gegenstand"
Im islamischen Kulturkreis hingegen sind es bis heute die jungen Frauen allein, die einen hohen Preis zahlen, wenn sich herausstellt, dass sie sich jene sexuellen Freiheiten zu nehmen wagen, die muslimischen Männern zugestanden werden. Ayaan Hirsi Ali, niederländische Autorin und Politikerin, nennt das Leben junger Musliminnen einen "Jungfrauenkäfig".
Eine Frau mit einem beschädigten Jungfernhäutchen sei "wie ein gebrauchter Gegenstand", schreibt die gebürtige Somalierin in ihrem Buch "Ich klage an". Eine Muslimin, die vorehelichen Sex hatte, werde diskriminiert, bestraft, zwangsverheiratet; ihre Familie gelte als entehrt. Ayaan Hirsi Ali verweist auf eine Untersuchung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2003, nach der alljährlich etwa 5000 junge Frauen ermordet würden, weil sie für die Familie "wertlos" geworden seien.
Offenbar deswegen hatte Frankreichs Justizministerin Rachida Dati, ebenfalls Muslimin, zunächst gesagt, dass die Annulierung der Ehe von Lille "im Interesse der Frau" gewesen sei - besser, so lässt sich das interpretieren, die Frau werde schnell in ihr eigenes Leben zurückgeschickt, als sich von ihrem Mann und dessen Familie demütigen lassen zu müssen. Das Gerichtsurteil, das in Frankreich bis ins Parlament empörte Debatten auslöste, wird nun auf Weisung der Justizministerin von den Behörden überprüft.
Der Fall aus Lille habe, wie eine Pariserin aus Marokko der New York Times berichtet, die Bedeutung der Virginität für Muslime auch in einem modernen Land wie Frankreich auf dramatische Weise deutlich gemacht: "Ich hatte schreckliche Angst, man könnte so über mich reden wie über diese Frau." Die Pariserin sollte der Familie ihres zukünftigen Mannes eine Jungfräulichkeitsbescheinigung präsentieren - und hätte das nicht gekonnt. Also ließ sie sich operieren und das Hymen instand setzen. Heimlich, natürlich.
Auch in Deutschland befinden sich viele muslimische Frauen in einem quälenden Dilemma zwischen der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und dem Respekt vor den archaischen Regeln einer patriarchalischen Tradition. Zwar gibt es, wie der Imam der islamischen Gemeinde im oberbayerischen Penzberg, Benjamin Idriz, erläutert, im Koran keine explizite Vorschrift, die besagen würde, eine Frau müsse unberührt in die Ehe geben.
Gleichwohl sei dieses Diktum Teil der Kultur; "gläubige muslimische Männer wollen eben eine Jungfrau haben". Idriz, der als Liberaler unter Deutschlans Imamen gilt, findet das "diskriminierend, weil Männer absolute Freiheit haben, während Mädchen jede Freiheit genommen wird".
Jungfernhäutchen reparieren lassen
In der Anonymität des Internets wird derweil heftig diskutiert, wie mit dem Zwang zur Unberührtheit umzugehen sei. Von tagesschau.de über Algerien-Forum bis zu Yahoo.Clever sind die Blog-Einträge, indes vor allem pragmatischer Natur: Wo kann ich mir mein Jungfernhäutchen reparieren lassen, damit mein Freund oder Mann nichts merkt?
Die Hamburger Ärztin Salika Akalin behandelt in ihrer Praxis im Stadtteil Altona vor allem Türkinnen. Viele erzählen nur zögernd von ihren Konflikten - sollen sie dem Mann nachgeben, der sie zum Sex drängt, sie aber eine Hure nennen könnte, wenn sie es tun? Wie können sie ihre Lust befriedigen, ohne ihren Ruf zu ruinieren?
Salika Akalin enthält sich einer moralischen Bewertung und überlässt den Mädchen selbst, ob sie lügen, schweigen, schummeln - oder enthaltsam leben wollen. "Das muss jede Frau für sich entscheiden. Ich helfe, wenn meine Patientinnen Hilfe brauchen." Zum Glück, sagt sie, kenne sie eine Reihe von Frauenärzten, welche die Jungfräulichkeitsbescheinigung auch dann ausstellten, wenn ihre Patientin Sex vor der Ehe hatte. "Viele tun das selbst dann, wenn die misstrauische Mutter im Wartezimmer sitzt. Die geht dann nach Hause und ist glücklich, weil sie glaubt, ihre Tochter als Jungfrau weiterverkaufen zu können."
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(SZ vom 21.6.2008/segi)
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Zitat:
Wenn die muslimischen Männer alle wüßten, dass in jeder Stadt munter und sorgsam drauf los "geflickt" (!) würde, wäre die Forderung nach intaktem Hymen in 10 Jahren langweilig. Mit dieser Langeweile würde der pseudoerotische Machoreiz und die Wertschätzung verschwinden.
Zitatende
Wenn es so einfach wäre, dann wäre ich auf Ihrer Seite. Doch leider sind Frauen, Mädchen und Kinder, so sehr im Gesrüpp der fundamentalistischen Ideologie Islam verfangen, dass sie selbst gar nicht in der Lage sind zwischen richtig und falsch in dieser Angelegenheit zu unterscheiden. Viele sehen den Zwang zur Jungfräulichkeit als etwas unabänderliches an, als eine Selbstverständlich die eben so ist wie sie ist. Selbst die erwachsenen Männer, welche diese kleinen Mädchen fi..... haben kein Unrechtsbewusstsein, es wurde ihnen schon immer so beigebracht - ihr ganzes Leben lang. Selbst hohe Geistliche, wie z.B. Ayatola Khomeni hat bestimmt, dass es völlig normal ist, sexuelles Verlangen nach kleinen Mädchen zu haben -" man dürfe nur beim Sex nicht in sie eindringen". Ganz glübige Muslime führen dieses Recht auch auf Mohammed zurück, welcher (nachlesbar in Aishes eigenen Erzählungen) seine Aishe im Alter von 6 Jahren geheiratet hat, den Verkehr allerdings (und gnädiger Weise) erst vollzogen hat, als sie 9 Jahre alt war.
Es hat also keinen Sinn, den Moslems oft genug heile Jungfernhäutchen vorzugauckeln, es muss eine radikale Umerziehung in dieser Haltung in den Köpfen der Muslime und vor allem in den Moscheen erfolgen. Das Sittenbild des Islam ist verkommen und alles andere als friedlich - und wir erlauben dies und schauen dabei zu.
Ich schäme mich für uns alle.
Alexander W. Eisele Fürth/Bayern
Die "sogenannte" islamische Kultur, ist seit jeher auf die Unterdrückung der Frau aus- und angelegt. In islamischen Ländern gilt: Nach Möglichkeit sollte eine Frau (ein Mädchen) noch "vor der ersten" Menstruation verheiratet werden, weil so die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind noch Jungfrau ist am größten ist. Tatsächlich finden so - nahezu ausschließlich in der islamischen welt - jährlich zwischen 30 000 und 100 000 Zwangsheiraten von Kindern statt, wobei die Dunkelziffer erheblich höher ist. Alleine im Jemen fanden von Januar 2007 bis September 2007 mehr als 5000 Eheschließungen mit Kindern unter 10 Jahren statt. Er vor wenigen Wochen, konnte sich eine kleines Mädchen mit Hilfe der Gerichte, von so einem Mann trennen. Siehe auch: http://no-islam-in-europe.blogspot.com/2008/04/bitte-starke-nerven-haben-was-jetzt.html Es ist erschütternd was dort steht.
Was mich stört ist die Gleichgültigkeit der Menschen in unserem Land: Wenn bei uns ein Frosch in der Nachbarschaft zu laut quakt ziehen die Menschen vor Gericht, wird ein Mädchen in der Nachbarschaft vergewaltigt schaut man weg, weil die Mädchen und dei Vergewaltiger zu einem anderen Kulturkreis gehören. Nach vorsichtigen Schätzungen leben mindestens 1000 Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren in Deutschland die "zwangsverheiratet" sind. Es wird Zeit dass wir hier etwas tun: Wir brauchen keine Aktionen zur Rettung der dreibeinigen Fledermaus, wir brauchen Anlaufadressen, eine bundeseinheitliche Rufnummer wo sich Menschen hinwenden können, die davon betroffen sind und die sich davon befreien wollen. Es müssen Vorort Einrichtungen sein, die "sofort" losfahren können, den betroffenen zu helfen. Das Problem ist in Deutschland so umfangreich, dass wir alle nicht mal an der Oberfläche gekratzt haben. Die Betroffenen sind Hilf- und Orientierungslos - wir müssen dafür sorgen dass den Menschen geholfen wird. An jedem Ort. Die Telefonprovider müssen gezwungen werden solche Nummern kostenlos zu schalten, die Behörden müssen die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen.
Tausende von Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol leiden in unserer Nachbarschaft und leiden. Wir alle machen gerne die Augen zu.
Alexander W. Eisele Fürth/Bayern
geschweige denn, dass sie die gleichen Rechte hat.
Viele Türkinnen wundern sich, dass sie in isanbul und Anatolien sich freier bewegen konnten als unter dem Regime der Schwiegermutter und des biher unbekannten Ehemanns in Deutschland.
Politiker und insbesondere die Gerichte sollten sich ernsthaft fragen , of die Menschenrechte auch für die muslimischen Frauen in der Bundesrepublik gewährleistet sind.
Es gilt, nicht nur die vermeintlichen Rechte, der militanten und gesteuerten Kopftuchlehrerinnen zu garantieren.
1. Rückständigkeit ist keine Tradition, zumindest keine positive.
2. Wer in Deutschland leben will, muss sich mit den aktuellen Werten dieser Gesellschaft zumindest auseinander setzen. Diese Debatte fehlt völlig. Das is m.E. ein Zeichen der mangelnden Integrationsbereitschaft.
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