Der Reeder des entführten Frachters Hansa Stavanger äußert sich erstmals zum Zustand der Crew - und wehrt sich gegen Kritik.
Der Reeder des vor der somalischen Küste entführten deutschen Frachters "Hansa Stavanger", Frank Leonhardt, hat sich erstmals über die Zustände an Bord seines Schiffes geäußert. "Alle Besatzungsmitglieder an Bord sind in physisch guter Verfassung", sagte Leonhardt der Bild am Sonntag. Er räumte allerdings ein, dass es eine erhebliche seelische Belastung für die Crew gibt. "Selbstverständlich ist die seelische Belastung für die Seeleute wie auch für ihre Angehörigen erheblich."
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Im April von somalischen Piraten entführt: das Containerschiff Hansa Stavanger. (© Foto: dpa)
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Am meisten Sorge mache ihm die Frage, "wie wir unsere Seeleute aus dieser unerträglichen Entführungssituation möglichst schnell befreien können". Nach Informationen der Bild am Sonntag sollen drei Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) Lösegeld für Schiff und Besatzung bezahlt werden.
In der Welt wehrt sich Leonhardt gegen Kritik von Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU). Der Politiker hatte der Schiffsführung Fahrlässigkeit vorgeworfen. "Leider ist es irreführend, wenn Herr Kossendey kritisiert, dass die 'Hansa Stavanger' außerhalb des Transits gefahren ist", zitiert das Blatt aus einem Schreiben Leonhardts. Die Reiseroute der Hansa Stavanger sei weit vom Golf von Aden entfernt verlaufen, wo die internationale Schutzoperation Atalanta keinen Transit organisiere.
Der 21.000-Tonnen-Frachter der Hamburger Reederei Leonhardt und Blumberg war am 4. April in Richtung Tansania unterwegs, als die Piraten ihn kaperten. Zu der 24-köpfigen Crew gehören auch fünf Deutsche. Mehrere Geiseln wurden Medienberichten zufolge inzwischen aufs somalische Festland verschleppt. Insgesamt haben somalische Piraten derzeit ein gutes Dutzend Schiffe mit mehr als 200 Seeleuten in ihrer Gewalt.
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(AFP/hai)
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