Erzherzog-Joseph-Diamant versteigert Klunker für 16,9 Millionen Euro

Das finale Gebot kam per Telefon: Das Auktionshaus Christie's hat den berühmten Erzherzog-Joseph-Diamanten versteigert. Der Edelstein erzielt einen Rekordpreis, den er seiner makellosen Klarheit zu verdanken hat. Und seiner Geschichte.

Einer der berühmtesten Edelsteine der Welt ist in Genf für knapp 21,5 Millionen Dollar versteigert worden (16,9 Millionen Euro). Den Zuschlag für den 76,02 Karat (etwa 15,2 Gramm) schweren Erzherzog-Joseph-Diamanten erhielt bei einer Juwelen-Auktion von Christie's ein telefonischer Bieter.

Damit sei ein "Rekordpreis pro Karat für einen farblosen Diamanten erzielt worden", sagte ein Christie's-Sprecher. Der neue Besitzer habe darauf bestanden, anonym zu bleiben. Der Auktionspreis lag einschließlich Provision und Gebühren um etwa 1,5 Millionen Dollar über der zuvor abgegebenen höchsten Schätzung.

Der erste bekannte Besitzer des Edelsteins war Erzherzog Joseph August von Österreich (1872-1962), der ihn seinem Sohn überließ. Seit 1936 hatte der Diamant mehrere Besitzer, die anonym blieben. Zuletzt hatte der US-Juwelenhändler Alfredo J. Molina, Chef der in New York und Phoenix, Arizona ansässigen Firma Molina Fine Jewelers, den Diamanten erworben. Molina sagte nach der Versteigerung, der siegreiche Bieter wolle den Diamanten nun einem Museum schenken.

Der aus den legendären Golkonda-Minen in Indien stammende Edelstein, der etwa die Größe eines Dominosteins hat, wird von Experten wegen seiner makellosen Klarheit gerühmt. Es war bereits das zweite Mal, dass Christie's den Diamanten versteigerte. Bei der Auktion im Jahr 1963 wurden allerdings "nur" 6,5 Millionen Dollar erzielt.

Christie's Konkurrent Sotheby's, der im Mai den Diamanten "Beau Sancy" für neun Millionen Franken (7,5 Millionen Euro) versteigert hatte, will am kommenden Mittwoch nachziehen. Das Auktionshaus offeriert einen seltenen naturblauen 10,48 Karat schweren Diamanten - einen sogenannten Fancy Deep Blue. Für den tropfenförmig geschliffenen Stein werden zwischen 3,3 und 4,2 Millionen Franken erwartet.