Johannes B. Kerner hat als Erster das Jahr 2004 abgehakt: Es war der langweiligste Rückblick aller Zeiten - und trotzdem haben 5,63 Millionen Menschen dabei zu gesehen.
Sollte Günther Jauch für seinen am kommenden Sonntag anstehenden Jahresrückblick noch einen Gast brauchen, der mit einem echten Superlativ daherkommt, dann sei ihm hiermit Johannes B. Kerner ans Herz gelegt. Der viel erprobte Moderator aus dem Öffentlich-Rechtlichen könnte ja in die RTL-Show kommen und mit seinem einnehmenden Schwiegersohngrinsen erklären, wie er es am Sonntag geschafft hat, für das ZDF den langweiligsten Jahresrückblick aller Zeiten zu moderieren - und trotzdem 5,63 Millionen Menschen (Marktanteil: gewaltige 24 Prozent) vor dem Bildschirm zu halten.
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Kerner würde dann erzählen, wie er es hinkriegte, 138 Minuten lang nicht eine neue Frage zu stellen, sondern lediglich brav zu repetieren, was schon hundertmal zu hören war. "Ich habe das schon so oft erzählt. Ich habe schon Angst, die Leute zu langweilen", sagte Michael ("Bully") Herbig, der als erfolgreicher Filmautor (Schuh des Manitu, Traumschiff Surprise) eingeladen war und sich offenbar die Meinung bewahrt hat, man müsse dem Publikum ab und an auch mal eine frische Wendung bieten.
Ganz im Gegensatz zu Kerner, der in seinem überdimensionierten Sessel stets ganz nach vorne rückte, dabei fast mit dem Knie auf den Boden sank und sich von Gefälligkeitsfrage zu Gefälligkeitsfrage hangelte. Er trug dazu ein Hemd in blassroter Farbe.
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