Nach dem Beben sind allein in der Stadt Mianyang mehr als 18.000 Menschen verschüttet. In der Region wurden mehrere Kohlebergwerke, Chemieanlagen und Gaswerke geschlossen, die Atomkraftwerke werden überprüft. Bei den Bergungsarbeiten zählt jede Sekunde.
Bei dem schweren Erdbeben in China sind nach offiziellen Angaben in der Stadt Mianyang mehr als 18.000 Menschen von Geröllmassen begraben worden. Die amtliche Nachrichtenagentur bezifferte die Opfer am Dienstag exakt auf 18.645. Bislang sei dort der Tod von über 3600 Menschen bestätigt worden. Mianyang grenzt an den Kreis Wenchuan, wo das Epizentrum des Bebens lag.
Ein Helfer birgt ein junges Mädchen aus den Trümmern. Die Bergungsarbeiten werden zum Wettlauf gegen die Zeit. (© Foto: dpa)
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Die Bergungsarbeiten werden ein Rennen gegen die Zeit. "Jede Sekunde ist kostbar", mahnte Regierungschef Wen Jiabao. Zehntausende wurden obdachlos. Tausende Erdbebenopfer waren verletzt. Dringend werden Trinkwasser, Medizin, Zelte und Nahrungsmittel benötigt. Erste Hilfe für die Opfer rollte an. Ärzteteams und Helfer wurden nach Sichuan entsandt.
Nach dem verheerenden Erdbeben in China hat das Umweltministerium in Peking zur Verhinderung eines Atomunfalls die Entsendung von Experten in die betroffenen Gebiete im Südwesten und in der Mitte des Landes angekündigt.
Durch Kontrollen sollen mögliche Umweltkatastrophen verhindert werden, insbesondere durch Schäden in Kernkraftwerken, teilte das Ministerium am Dienstag auf seiner Internetseite mit. 21 Experten sollen demnach die Sicherheit von Kernkraft-, Chemie- und Zementwerken sowie weiteren "empfindlichen" Anlagen sicherstellen. Die Umweltbehörden in mindestens einem Dutzend Provinzen im Westen, Norden und Zentrum des Landes hätten bereits Anweisung erhalten, entsprechende Kontrollen vorzunehmen.
Die Behörde für Arbeitssicherheit erklärte am Dienstag auf ihrer Webseite, der Betrieb müsse umgehend eingestellt und die Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden. Die Behörde äußerte sich nicht dazu, wie groß die Schäden an den Fabriken sind. Der größte Stromversorger des Landes erklärte, mehrere Elektrizitäts- und Umspannwerke seien ausgefallen.
Insgesamt wird das Beben nach Einschätzung von Analysten nur begrenzt Auswirkungen auf die boomende Wirtschaft in China haben. Die beiden Börsen des Landes stellten am Dienstag den Handel mit Papieren von 66 Unternehmen ein, die ihren Sitz im Katastrophengebiet haben. Trotzdem fiel der Index der Börse in Schanghai bis zum Nachmittag um 2,3 Prozent.
In der Stadt Shifang nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu stürzten zwei Chemiewerke ein, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Hunderte Menschen wurden unter den Trümmern verschüttet, mehr als 80 Tonnen giftiges Ammoniak traten aus. Rund 600 Menschen kamen ums Leben. Allerdings berichtete Xinhua nicht, ob die Todesfälle auf das Beben oder die Chemikalien zurückzuführen waren.
Toyota und andere japanische Unternehmen mit Werken im Erdbebengebiet stellten die Produktion vorübergehend ein. Toyota erklärte, die Produktion im Werk von Sichuan ruhe bis zum Mittwochmorgen. Bisher habe man bestätigen können, dass 1200 der 1600 Mitarbeiter dort in Sicherheit seien. Der Autobauer stellt in Sichuan jährlich rund 13.000 Fahrzeuge her. Auch Yamaha und Fujitsu stellten ihr Produktion in der Stadt Chengdu ein.
Aufruf zu Blutspenden
Die Fluggesellschaft China Eastern Airlines schickte vier Maschinen mit Hilfsgütern und flog Hunderte Mitglieder der Rettungsmannschaften aus anderen Städten in die Provinzhauptstadt Chengdu, deren Flughafen für normale Flüge gesperrt wurde. Die Armee entsandte mehrere zehntausend Soldaten ins Katastrophengebiet. Mehrere Provinzen bereiteten Medikamente und medizinisches Gerät vor oder schickten Tausende Zelte für die Opfer.
Das chinesische Rote Kreuz verbreitete einen Spendenaufruf. Wegen der Schwierigkeiten mit dem Transport von Sachspenden bevorzugt das Rote Kreuz Geldspenden. Das Gesundheitsministerium in Peking rief zu Blutspenden auf. "Es gibt einen großen Bedarf an Blut in den Erdbebengebieten, und wir hoffen, dass das Volk aktiv spendet", sagte der Sprecher Mao Quan laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua.
Das Ministerium schickte Reserven aus anderen Provinzen nach Sichuan. China hieß internationale Hilfe ausdrücklich willkommen. Der Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang, bedankte sich für die angebotene Unterstützung. Chinas Regierung wolle Kontakte mit internationalen Organisationen und betreffenden Ländern aufnehmen. Deutschland, die Europäische Union und die USA hatten ihre Hilfe angeboten.
Unter den Opfern des Bebens sind auch Touristen. Ein Erdrutsch begrub einen Reisebus in Maoxian und tötete 37 Insassen. Mehr als 2000 Touristen steckten in der Präfektur Aba fest. Wie viele Ausländer betroffen waren, ist unklar. Eine britische Touristengruppe galt im Landkreis Wenchuan, wo das Epizentrum lag, als vermisst. Die rund 15 Briten dürften das berühmte Pandareservat Woolong besucht haben, sagte ein Behördensprecher laut Nachrichtenagentur Xinhua. Wie die Lage in anderen beliebten Touristenzielen der Region war, konnten die Behörden nicht sagen.
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(AFP/jüsc/woja)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
ein erdbeben in china , eine flutwelle in birma ,wenn die natur ein bisschen ihre geomorphologischen zügel anzieht sehen wir plastisch vor augen wie hilflos doch der mensch mit all seinen errungenschaften und seinem technowahn gekommen ist -wir alle sind hilflos den naturgewalten ausgesetzt so ist es und so wird es in allen zeiten sein-wir sollten aufhören uns einzubilden alles und jedes sei beherrschbar und uns alle etwas zurücknehmen in jeder hinsicht
organsiert und durchdacht das Handeln der chinesischen Regierung, insbesondere auch den Umweltaspekt in Betracht zu ziehen. Nichts wäre schlimmer, wenn eins der Atomkraftwerke ein Leck aufweist. Besonders erwähnenswert ist dass die chinesische Regierung Hilfe von außen annimmt und begrüßt.
... wenn die USA zur richtigen Zeit ihren Erdbebensateliten auf China richtet, da braucht sich dann niemand mehr Gedanken über Tibet zu machen. Das Auge von Sauron errr ich meine "die Öffentlichkeit", kann sich ja nur über eine Sache gleichzeitig aufregen. Überhaupt sich über China aufzuregen wegen Tibet ist eh aus der Mode.
@la victoria: Vielleicht bauen die Chinesen da ja auch Kohl ab anstelle von sonst üblichen Bergwerksprodukten... wer weiss! :-)
Sehr vorbildlich wie die chinesische Führung bislang mit der Katastrophe umgeht.
Bevor sich hier wieder jemand über Rechtschreibfehler aufregt, fügen sie bitte ein "e" bei dem entsprechenden Berkwerk ein.