Ehemalige französische Ministerin Jetzt muss sie um ihren Ruf fürchten

Warum zettelt Dati das alles jetzt an? Natürlich geht es ihr auch ums Geld. Als ehemalige Ministerin, amtierende Europaabgeordnete und Bezirksbürgermeisterin des siebten Pariser Arrondissements treiben sie zwar keine finanziellen Sorgen um. Desseigne allerdings spielt in einer anderen Liga. Er gebietet über 16 Luxushotels der Marke Barrière, 39 Spielkasinos und 90 Restaurants, darunter das Fouquet's auf den Champs-Elysées, wo er 2007 nach dem Wahlsieg von Nicolas Sarkozy mit dem neuen Präsidenten und seinen reichsten Freunden (und natürlich mit Madame Dati) den Sieg feierte. Das kleine Imperium hat Desseigne bezeichnenderweise selbst durch eine vorteilhafte Heirat geerbt. Zwei Kinder hat er. Falls Zohra seine Tochter sein sollte, dürfte auch sie einen Teil des Erbes beanspruchen, einmal abgesehen von den Unterhaltsansprüchen ihrer Mutter.

Dafür hat Dati allerdings einen Preis zu zahlen. Feinde hat sie ja immer gehabt, jetzt muss sie um ihren Ruf fürchten. Desseigne entzieht sich nicht nur dem Vaterschaftstest, er überzieht Dati auch mit einer Diffamierungskampagne. Sein Anwalt breitet in aller Öffentlichkeit aus, mit wem Madame damals alles das Bett geteilt haben soll. Er kommt auf acht Männer, darunter ein Bruder Sarkozys, der frühere spanische Regierungschef José-Maria Aznar, ein Konzernchef, ein Minister und ein Fernsehmoderator.

Jeder könnte der Vater sein

Das mutmaßliche Liebesleben von Rachida Dati interessiert längst nicht mehr nur den Boulevard. Die Bestandsliste ihrer angeblichen Liebhaber veröffentlichte die Zeitung Le Monde in ihrem Magazin. Viele der angeblichen Bettgefährten haben die Behauptung zwar bestritten. Die Botschaft Desseignes bleibt dennoch haften. Sehr unfein insinuiert er, dass Dati bei der Männerwahl nicht allzu wählerisch ist. Jeder könne der Vater ihres Kindes sein. Er selbst habe mit der Angelegenheit nichts zu tun - es sei nur eine kurze Liaison gewesen. Ende 2007 habe er mit Dati Weihnachten auf Mauritius gefeiert, die Beziehung aber im Februar 2008 schon wieder beendet, weil er kein weiteres Kind haben wollte. Da war er 64. Ausführlich diskutiert wird nun, ob Dati den armen reichen Mann benutzte, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

So muss die einstige Ikone mit ansehen, wie ihr Stern sinkt. Eben galt sie noch als Vorzeigeministerin und Vorbild für die Immigrantenkinder der Republik, da sie selbst ja mit elf Geschwistern am Rand von Chalon-sur-Saône aufgewachsen ist, der Vater ein marokkanischer Maurer, die Mutter eine algerische Hausfrau. Nach dem Aufstieg erfolgt nun die Demontage.

"Ich habe immer genau gewusst, was ich tue, und nichts dem Zufall überlassen", sagte Dati neulich noch stolz über sich. Auch da scheinen Aussage und Wirklichkeit nicht ganz übereinzustimmen.