Dreifach-Mord in Overath Neonazi meldet sich aus der U-Haft

"Die Exekution dieser wertlosen zerstörerischen Elemente war notwendig", rechtfertigt der mutmaßliche Todesschütze in seiner "Denkschrift" die Ermordung von drei Menschen.

Der offene Brief liegt dem Kölner Stadt-Anzeiger vor. Darin nimmt Thomas A. erstmals seit seiner Verhaftung zur Tat Stellung. Die Kölner Staatsanwaltschaft wertet das Schreiben aber nicht als Geständnis. Dazu müsse sich der inhaftierte 45-jährige Verdächtige vor den Ermittlern äußern.

"Ein politisches Kampfmittel" sei die Erschießung des Overather Rechtsanwalts und dessen Familie gewesen, rechtfertigt sich der mutmaßliche Täter. Die Kölner Polizei konnte die Authentizität des Schreibens noch nicht bestätigen.

Im Verhör hatte der 45-jährige Thomas A. zu dem Mordverdacht stets geschwiegen. In dem handschriftlichen Brief beschreibt er nun seine Tat als Ergebnis einer "jahrelange Analyse des deutschen Volkes und Rechtswesens". Der Mord an dem Rechtsanwalt und seiner Familie sei "notwendig gewesen angesichts zahlloser Opfer, deren Schicksal mir täglich das Herz zerreißt".

Freundin wusste nichts

Mit einer Schrotflinte soll Thomas A. am Dienstag vergangener Woche den 61-jährigen Anwalt, dessen Frau (53) und die älteste Tochter (26) erschossen haben. Augenzeugenberichte führten die Staatsanwaltschaft auf seine Spur und die seiner 19-jährigen Freundin, die bereits ein Geständnis über ihre Beteiligung an der Tat abgelegt hat. In seinem Brief betont A., dass seine Freundin nichts von seinen Plänen gewusst habe.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass A. in den späten 70er Jahren als Söldner in Argentinien und dem heutigen Simbabwe tätig war. Dort wandelte er sich zum Neonazi, der sich gelegentlich mit SS-Uniformteilen schmückte.