In Berliner Polizeiberichten wird auch bei typischen Milieu-Delikten nur selten die Herkunft der Täter erwähnt - aus Angst, dies könne rassistischen Ressentiments Vorschub leisten. Als im April vier Männer einen brutalen Überfall auf einen Supermarkt verübten, stand deshalb nur im internen Protokoll, dass die Täter aus dem Libanon stammen und allesamt einschlägig vorbestraft sind.
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"Müssen freiheitliche Ordnung durchsetzen"
Nach Ansicht von Nader Khalil bewirkt eine Tabuisierung der Herkunft jedoch genau das Gegenteil: "Das muss mit aller Deutlichkeit diskutiert werden", sagt er. "Wir dürfen dem rechten politischen Rand nicht die Gelegenheit geben, das auszunutzen." Khalil ist selbst vor 29 Jahren aus dem Libanon nach Deutschland eingewandert. Als Muslim sitzt er für die CDU im Neuköllner Stadtrat. Er sagt, dass neben der Sozialarbeit auch spürbare Strafen notwendig seien: "Wir müssen die freiheitliche Ordnung durchsetzen."
Unterstützung erhält er dabei auch von der deutsch-türkischen Journalistin und Autorin Güner Balci. Die organisierte Kriminalität der kurdisch-libanesischen Großfamilien funktioniere zum Teil auf der Basis archaischer Stammesstrukturen, sagt sie. Bei einer ehrlichen Analyse der Ursachen müsse dies berücksichtigt werden.
Güner Balci weiß, wovon sie spricht: Sie ist in Neukölln aufgewachsen und war dort Sozialarbeiterin. Doch ihrer Erfahrung nach sehen sich viele Sozialarbeiter als Gegner der Polizei und befördern auf diese Weise sogar noch kriminelle Karrieren statt sie zu verhindern. Dabei sei doch eine der wichtigsten Aufgaben der Jugendarbeit, Kindern neben Angeboten für eine attraktive Freizeitgestaltung auch Grenzen aufzuzeigen.
Nur mit Zwang
Davon aber ist man in Berlin weit entfernt: Nach Angaben der Jugendrichterin Heisig erscheinen 20 Prozent der Hauptschüler nicht zum Unterricht. Andere kommen Wochen zu spät von Verwandtenbesuchen im Libanon zurück. Konsequenzen hat dies selten - obwohl das Schulamt Bußgeld gegen die Eltern verhängen könnte. "Dieses Verhalten schreit nach Grenzsetzung", sagt Heisig. "Deeskalation wird als Zurückweichen interpretiert."
Staatliche Normen lassen sich in der Welt der Clans offenbar nur noch mit Zwang durchsetzen. Die Berliner Behörden, so heißt es, scheuten jedoch die Konfrontation, gerade dann, wenn es um Kinder aus arabischen Familie gehe und deshalb mit Widerstand gerechnet werden müsse.
In Essen, der dritten Metropole der Clans, versucht die Polizei ganz bewusst Präsenz zu zeigen, seit Beamten vor einigen Jahren bei einer Autokontrolle entgegen geschleudert wurde: "Verpisst euch hier, das ist unsere Straße." Doch das, glaubt der Bremer Ermittler Kopetzki, werde nur wenig bewirken: Wichtiger seien Gerichtsurteile, die den Ausländerbehörden die Abschiebung der Täter ermöglichten.
Denn unterm Strich scheinen deutsche Sozialarbeiter, aber auch Polizei und Justiz wenig Eindruck auf die Clans zu machen: Am 25. Januar 2009 wurde aus dem Berliner Kaufhaus KaDeWe Schmuck im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen.
Zu den Tatverdächtigen zählen zwei Libanesen aus Rotenburg in Niedersachsen, auch sie Mitglieder einer berüchtigten Großfamilie, die für zahlreiche Straftaten verantwortlich ist. Die beiden 27 Jahre alten Brüder Hassan und Abbas O. kamen bald nach ihrer Verhaftung wieder frei. Weil sie eineiige Zwillinge sind, konnten ihnen die DNS-Spuren am Tatort nicht eindeutig zugeordnet werden.
Nach ihrer Entlassung im März ließen die beiden ihren Bruder in Neukölln ausrichten, sie seien stolz auf den deutschen Rechtsstaat und dankten ihm.
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"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(SZ vom 18./19. 2007/dmo)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
... haben es Waehler, und insb. Nichtwaehler, wie die von ihnen gewaehlten, wie nichtgewaehlten Politiker und Parteien, doch so hingenommen.
Und, schlimmer noch. Wenn die Erkenntnisse dazu vorliegen, die Problematiken weiter ignoriert, verdraengt, sogar -absurderweise- staatlich "sozialhilfe"-gegenfinanziert wurden und werden, und dessen Loesungen weiterhin unterlassen und/oder geduldet werden, dann liegt Vorsatz bei Fortsetzung und Verschlimmerung der Auswuechse vor.
Buerger, so fuerchte ich, die sich den rudimentierenden Rechtsstaat anschauen, denen die "Machtvollkommenheit" des alleinigen Gewaltinhabers 'Staat' nicht mehr zu nahezubringen ist, die auch zunehmend unter den rechtsstaatsfreien, 'no-go-area' Raeumen zu leiden haben, werden ihre eigenen Interessen sodann auf ihre Art zu loesen versuchen.
Es waere klug und ratsam, die Staatsgewalt das Problem anpacken und beseitigen zu lassen, ehe es Teile des Staatsvolkes, und auf sodann seine, mglw. ebenfalls nicht rechtsstaatliche Art&Weise zu tun gedenken, oder sich dazu veranlasst fuehlten.
Wehret den -schon ausufernden- Anfaengen!
ich finde Ihren Beitrag insofern unverständlich wenn nicht sogar als Hinweis darauf, daß Sie nicht verstehen, worum es hier geht. Im Artikel werden Sachverhalte wiedergegeben, die so nicht für ein Miteinander förderlich sind. Stellen Sie sich mal vor, es ziehen deutsche Clans in eine türkische Großstadt und verhalten sich auf diese Art und Weise - wie lange werden die wohl überleben? Ich bin davon überzeugt, wenn die Auseinandersetzung mit der Polizei bzw. dem Gastgeberland genauso geführt wird, daß dies zu einem Massaker führt - natürlich in der Türkei unter Einschaltung des Militärs.
Das Sie als sich als Türke mit deutschem Pass derart im Bezug auf die NPD äußern, empfinde ich eine bodenlose Frechheit uns Deutschen gegenüber. Im Gegensatz zur Türkei hat sich unser Staat zur Geschichte bekannt- der Völkermord an den Armeniern wird ja bekanntlich verneint. Und auch die Türkei hat ihre rechtsradikalen Gruppierungen - wie fast jeder andere Staat auf der Welt.
ich finde Ihren Beitrag insofern unverständlich wenn nicht sogar als Hinweis darauf, daß Sie nicht verstehen, worum es hier geht. Im Artikel werden Sachverhalte wiedergegeben, die so nicht für ein Miteinander förderlich sind. Stellen Sie sich mal vor, es ziehen deutsche Clans in eine türkische Großstadt und verhalten sich auf diese Art und Weise - wie lange werden die wohl überleben? Ich bin davon überzeugt, wenn die Auseinandersetzung mit der Polizei bzw. dem Gastgeberland genauso geführt wird, daß dies zu einem Massaker führt - natürlich in der Türkei unter Einschaltung des Militärs.
Das Sie als sich als Türke mit deutschem Pass derart im Bezug auf die NPD äußern, empfinde ich eine bodenlose Frechheit uns Deutschen gegenüber. Im Gegensatz zur Türkei hat sich unser Staat zur Geschichte bekannt- der Völkermord an den Armeniern wird ja bekanntlich verneint. Und auch die Türkei hat ihre rechtsradikalen Gruppierungen - wie fast jeder andere Staat auf der Welt.
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Die Reaktionen auf Verbrechen von Migranten erinnert mich immer an die Schulzeit:
Eine Klasse mobbt und stichelt über Jahre das schwächste Kind der Klasse. Nicht so, dass es auffällt, natürlich auch nicht alle Klassenmitglieder, die vielen kleinen Zwischenfälle merkt sich ausser dem Mobbingopfer eigentlich niemand.
Und schwups, eines Tages wundern sich alle, warum aus dem ruhigen Jungen ein gewalttätiger Schläger geworden ist, der sich geradezu irrational asozial verhält.
Liebe Deutsche: den Schaden eines sich ständig selbst bestätigenden Kreislauf von Ausgrenzung und anschließendem Vorwurf haben vor allem... Genau! Wir Deutschen.
P.S: Abschiebung löst garnichts, denn wer so viele Jahre hier gelebt hat, hat keine andere Heimat mehr und muss folglich nach einer Abschiebung alles versuchen, um wiederzukommen.
Paging