Busunfall in Ungarn Busfahrer wollte offenbar Anschluss nicht verpassen

Die bisherigen Ermittlungen zu dem verheerenden Unglück in Siofok deuten darauf hin, dass der Busfahrer das Warnlicht an dem unbeschrankten Bahnübergang missachtet hat. Er wollte nicht von zwei vor ihm fahrenden Bussen getrennt werden.

Einen Tag nach der Buskatastrophe in Siófok am Plattensee haben die ungarischen Behörden den Unfallhergang rekonstruiert. Wie Wirtschaftsminister Istvan Csillag mitteilte, fuhr der Busfahrer bei blinkendem Warnlicht noch an einem vor den Gleisen wartenden Kleinbus vorbei, bevor sein Doppeldeckerbus von dem Schnellzug erfasst wurde.

Busunfall in Ungarn

Die Unfallstelle im Urlaubsgebiet Plattensee.

(Foto: dpa)

Er sei der letzte von drei in Kolonne fahrenden Reisebussen gewesen und habe versucht, Anschluss an den anderen zu halten, sagte Csillag. Csillag sagte, der Busfahrer hätte nicht nur das Blinklicht, sondern auch den Zug schon mehrere hundert Meter entfernt sehen müssen.

Warnlicht blinkte

Der Bus habe sehr langsam über die Schienen fahren müssen, weil er an dem wartenden Kleinbus in einem speziellen Winkel vorbei manövrieren musste.

Die ungarische Bahn bestätigte, dass das Warnlicht geblinkt habe, als sich das Unglück um 09.00 Uhr ereignete. Unbeschrankte, nur durch Warnlichter gesicherte Bahnübergänge sind in Ungarn die Regel.

Den Angehörigen der Opfer bot das ungarische Fremdenverkehrsamt eine kostenlose Unterbringung in Hotels in Siófok an. Wie das Amt in Frankfurt am Main mitteilte, wird den Familienangehörigen und anderen Betroffenen auf Wunsch auch ein deutschsprachiger Dolmetscher zur Verfügung gestellt.

Die Stadt Siófok hat bereits am Donnerstag eine Info-Hotline eingerichtet, bei der Interessenten in deutscher Sprache Informationen über den Unfall, Opfer und Krankenhausunterbringung bekommen können: 0036-84504110 oder -111.

(sueddeutsche.de/dpa/AP/AFP)