Britisches Königshaus Prinz Charles bekommt was auf die (M)Öhrchen

Der britische Thronfolger macht in Bio-Gemüse. Doch jetzt hat er ein Problem: Eine Supermarktkette will seine Karotten nicht.

Schluss, aus und vorbei: Die britische Supermarktkette Sainsbury's lässt Prinz Charles samt seinen ökologischen Möhren fallen wie heiße Kartoffeln.

Überzeugter Öko-Bauer: Prinz Charles.

(Foto: Foto: dpa)

Die Supermarktkette, die bisher Karotten aus dem Anbau des Thronfolgers verkauft hatte, begründete diesen Schritt, wie der Guardian berichtet, damit, dass "sie nicht den Standards entsprechen".

Prinz Charles, der sich sehr für ökologische Landwirtschaft einsetzt, baut selbst auf seiner Farm in Highgrove westlich von London Bio-Gemüse an. Bisher belieferte er damit auch Sainsbury's.

Ebenfalls von diesem Schritt betroffen ist laut Guardian der britische Ökoverband Soil Association. Auch mit ihm hat Sainsbury's die Zusammenarbeit aufgekündigt. Der Direktor des Verbandes, Patrick Holden, sieht sich und Prinz Charles als "Opfer des industriellen Prozesses des Supermarktsystems".

Hunderte Kilometer müssten sie ihr Gemüse von der Farm zu den zentralisierten Packstationen in Ostengland transportieren, bevor sie dann endlich im Supermarkt vor Ort verkauft werden können, schildert Holden das Problem im Guardian.

Bei der Ernte sei das Gemüse von höchster Qualität, so Holden. Aber die Umstände: Lange Wege, das Waschen, das Verpacken "führen dazu, dass es zerstört und anfällig für Schimmel" sei.

Holden sagte, er habe sich dazu entschlossen dies auszusprechen, weil es ein typischer Fall sei: "Es sei die ungewollte Konsequenz aus dem Vertriebssystem zentralisierter Supermärkte." Und das beschränke sich nicht auf eine Supermarktkette.

Sainsbury's hingegen bestreitet Probleme mit kleineren Lieferanten: Mit anderen funktioniere es problemlos und man wolle auch hierfür eine Lösung finden.