Das U-Bahn-Streckennetz soll um die U9 erweitert werden. Die SZ beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zur neuen U-Bahn.
Der Vorstoß kam überraschend: SPD und Grüne wollen eine neue U-Bahnstrecke durchs Münchner Stadtzentrum bauen - die erste seit Eröffnung der U4/U5 in den 1980er Jahren. Ob aus dem kühnen Plan Realität wird, steht freilich noch längst nicht fest. Die Planungen und Prüfungen werden Jahre in Anspruch nehmen und können durchaus auch scheitern. Dennoch ist die Idee schon recht konkret - die MVG hat sich bereits intensiv mit der "U9" befasst, Betriebskonzepte entwickelt und eine mögliche Trassenführung ausgetüftelt. Die SZ beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zur neuen U-Bahn.
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Neue Strecken für München: die geplante Erweiterung der U-Bahn. (© Grafik: SZ)
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Warum benötigt München eine neue U-Bahn?
Wer sich öfters zu den Stoßzeiten durch die Abteile drängelt, weiß: Es ist eng geworden in der Münchner U-Bahn, vor allem in den zentralen Abschnitten von U3/U6 und U1/U2. Große Probleme bereiten die zunehmend überlasteten Umsteigebahnhöfe Sendlinger Tor, Hauptbahnhof, Odeonsplatz und Marienplatz, die die Passagierströme zeitweise kaum mehr aufnehmen können. Da der MVV schon heute jährlich neue Fahrgastrekorde vermeldet und die Einwohnerzahl im Großraum München weiter ansteigen wird, sollte also im Interesse der Fahrgäste und der Umwelt etwas geschehen. MVG-Chef Herbert König sieht die neue U9 als idealen Bypass der überfüllten Abschnitte - vor allem der U3/U6, die ähnlich stark belastet sei wie die S-Bahn-Stammstrecke. "Die U9 könnte alle sich abzeichnenden Engpassprobleme auf einmal lösen", schwärmt König. Und die Fahrgäste müssten viel seltener umsteigen. So könnte eine Direktverbindung zwischen dem Münchner Süden und dem Hauptbahnhof den Umsteigebahnhof Sendlinger Tor ganz erheblich entlasten.
Wo soll die Trasse verlaufen?
Bisher gibt es nur eine Ideenskizze der MVG. Demnach fädelt die U9 zwischen Impler- und Poccistraße aus der U3/U6 aus - dort befindet sich bereits heute ein Abzweig zu einer dreigleisigen unterirdischen Abstellanlage unterhalb der Theresienwiese. Der "Geheimtunnel" selbst bliebe aber wohl unangetastet, die U-Bahn bekäme eine eigene, neue Strecke. Ob an der Theresienwiese ein zusätzlicher Bahnhof sinnvoll wäre, ist noch offen. Fest gebucht ist freilich ein Stopp am Hauptbahnhof, wo unterhalb der Gleishalle noch Platz für eine Station wäre - eine Ebene tiefer als S-Bahn und U4/U5, aber oberhalb von U1/U2 und zweiter Stammstrecke. Von dort aus geht es in einer Rechtskurve Richtung Pinakotheken (der dortige Stopp ist ebenfalls nur optional) und dann in der Diretissima zur Münchner Freiheit. Dort gibt es zwei Varianten: eine Einfädelung südlich der Station in den U3/U6-Tunnel - oder aber ein neuer Bahnhof eine Etage unterhalb des bestehenden. Die Verbindung mit dem Altnetz würde dann erst kurz vor der Dietlindenstraße erfolgen.
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- Ausbaupläne für die U9 Münchner Traumstrecken 12.12.2008
- U-Bahn München Trainspotting auf münchnerisch 29.12.2008
Studie von UN-Kinderhilfswerk
Die neueste Antwort
@lisalinde: U9 ist ja nur ein vorläufiger Arbeitstitel. Dass die endgültige Linie so heißt, ist eher unwahrscheinlich. U7 und U8 hat man "ausgelassen", da diese Nummern bereits MVG-intern für die Verstärkerzüge der U1 und U2 verwendet werden (und für einige Jahre übrigens auch auf dem Liniennetzplan öffentlich so benannt waren). Mit Prestige hat das nichts zu tun.
Für das Liniensystem nach Eröffnung der neuen Strecke (falls sie jemals kommen sollte) könnte ich mir eher etwas in Richtung U3, U13, U6, U16 vorstellen, da ja dann viele neue Direktverbindungen entstehen.
Warum soll die neue Linie eigentlich U9 heißen? Auf 6 folgt bei mir die 7. ???
Vielleicht liegt es ja daran, dass Berlin über eine U9 verfügt.... ???
So lange München noch Bayern und Deutschland als Geldgeber hat, wird man solche Pläne unter der Stadt herumzubuddeln nicht aufgeben. Bei der Länge des Streckennetzes ist Hamburg so gut wie überholt und Berlin wird man dann auch bald eingeholt haben.
Da haben es Stadtstaaten wie Berlin oder Hamburg schwerer, denn dort wurde jahrelang kein U-Bahn km mehr gebaut. Man sollte auch in München - Prestige zu Berlin hin oder her - wirklich darüber nachdenken, das Tram- oder Stadtbahnnetz vernünftig auszubauen. In Berlin wurde im ehemaligen Ostteil die Trambahn wieder Richtung Westen verlängert und in Hamburg denkt man nach fast 30 Jahren Buswahnsinn auch wieder intensiv über eine Stadtbahnlösung nach, um Wohngebiete endlich effizient an das Schnellbahnnetz anzuschließen.
Man muss München allerdings bei seiner extrem engen Bebauung zugestehen, dass der Platz für Trambahn und Individualverkehr begrenzter ist als in Berlin oder Hamburg. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, hier geht es um Prestige, denn auf 6 folgt bei mir immer noch 7.
Eine wichtige Frage fehlt mir noch, warum müssen Projekte der Infrastruktur in Deutschland immer gleich Jahrzehnte dauern?
Wie wärs, wenn man mal die U5 nach Pasing baut um wenigstens bei Störungen der S-Bahn einen vernünftigen Bypass zu haben. Aber: seit Jahren kein Geld da.
Die U4 nach Englschalking als alternative Anbindung zu Flughafen; Fehlanzeige, kein Geld da.
Die neue U-Bahn müsste fast komplett in bergmännischer Bauweise erstellt werden, das heißt sie wird sündhaft teuer, wo soll denn da das Geld herbkommen?
Wer allerdings die Trambahn als Übel darstellt, die den U-Bahn-Bau blockiert, hat sich noch nicht mit den Kosten auseinander gesetzt. Für 1 km U-Bahn kann man 10 km Tram bauen, da fehlt einfach die Relation, diese dann als Sündenbock abzustempeln.
Ein Tipp noch an die Fahrgäste der überfüllten U-Bahnen z.B. am Marienplatz: Einfach ein paar Schritte gehen und man findet in 95% aller Fälle auch zur Rushhour einen bequemen Stehplatz oder sogar ein Sitzplatz. Die hoffnungslose Überfüllung ist fast immer nur am Anfang/Ende eines Zuges.
In die Tram-Beschleunigung muß zunächst tatsächlich investiert werden (für Technik, Umbau von Haltestellen und Kreuzungen etc.), allerdings amortisieren sich die Kosten bereits nach ca. 3-5 Jahren wieder. Grund: dadurch, dass die Straßenbahn schneller am Linienende und wieder zurück ist, braucht man für eine Strecke bei gleichem Takt weniger Fahrzeuge und weniger Personal. Die Beschleunigung spart nach ein paar Jahren also bereits bares Geld, und das auf Dauer. Und lieber stehen 25 Pkw für eine halbe Minute länger an einer Kreuzung, als die 80 Leute in der Trambahn drin.
Weil Sie übrigens schreiben, in Berlin finde keine Trambahnromantik statt - Berlin hat das größte Straßenbahnnetz Deutschlands mit 192 km Streckenlänge (München ist bei knapp 72km). Auch dort wird das Tramnetz weiter ausgebaut und in Neufahrzeuge investiert.
Im Übrigen: die Notwendigkeit einer Innenstadt-Erweiterung der Münchner U-Bahn und vor allem der 2. Stammstrecke (Tunnel!) für die S-Bahn sehe ich auch. Es ist aber falsch, die Straßenbahn für das Stocken des Innenstadtausbaus bei U-Bahn und S-Bahn verantwortlich zu machen - die Investitionen in die Tram sind vergleichsweise einfach zu gering.
Im Gegenteil könnte ein sinnvoller Ausbau der Tram die Innenstadtknoten spürbar entlasten. Wer mit der Tram schnell von Neuhausen nach Laim (geplante Westtangente) oder von Schwabing nach Bogenhausen (geplante Nordtangente) kommt, wird sicher nicht mehr die U-Bahn bemühen und in der Innenstadt umsteigen. Also: her mit Westtangente und Nordtangente für die Tram!
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