Flughafen und Kläranlagen im Norden, Seen und Wälder im Süden: Der geplante Lückenschluss des Autobahnrings spaltet die Münchner Umlandgemeinden.
Schon mal was von den "Südstaatlern" gehört? Die treiben sich angeblich im Münchner Umland herum. Zumindest wenn es nach Peter Paul Gantzer geht, dem SPD-Landtagsabgeordneten aus dem Münchner Norden. Als er am Mittwochabend beim SZ-Verkehrsparlament den Begriff in die Diskussion zum Autobahn-Südring einbrachte, erntete er wenigstens ein paar Lacher. Ansonsten aber musste sich Gantzer, klarer Befürworter der geplanten Autobahn zwischen Gräfelfing und Taufkirchen, viel Kritik aus dem Münchner Süden anhören. Der Streit um die Autobahn spaltet die Region. Die Gemeinden im Norden stehen gegen die im Süden. Und die Stadt München mittendrin.
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Abgase statt Frischluft: Der Münchner Norden fordert eine Verkehrsentlastung, während der Süden sich die grüne Oase nicht mit einer Autobahn verbauen lassen will. (© sz.sonstige)
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Worum geht's? Vor kurzem hatte die Oberste Baubehörde eine Studie vorgelegt. Die zeigt, dass eine Verbindung zwischen der A995 bei Taufkirchen und der A96 bei Gräfelfing machbar wäre. Nun tobt der Streit um die geplante Autobahn heftiger denn je. Der Münchner Süden will sie unbedingt verhindern, der Norden fordert sie. Vehement sogar.
So zählt SPD-Mann Gantzer auf, mit welchen Belastungen die Menschen im Norden zu kämpfen haben: zwei Mülldeponien, zwei Großkläranlagen, die Müllverbrennungsanlage der Stadtwerke, der Flughafen, der Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim sowie die Allianz-Arena, die regelmäßig die Autokolonnen der Fans anzieht. Und dazu noch die vielbefahrenen Autobahnen A9 und A99. "Wir sind der Abfalleimer der Region", sagt Gantzer. Der Münchner Süden dagegen habe es gut: Kaum Autobahnen, und die Müllverbrennungsanlage in Thalkirchen wurde stillgelegt. "Es ist an der Zeit, dass der Norden entlastet wird", fordert der Parlamentarier.
Durch eine Vollendung des Münchner Autobahnrings würde dies geschehen: Autofahrer auf der A8 aus dem Süden kommend würden die A99-Ost meiden und über den Südring direkt zur Lindauer oder Stuttgarter Autobahn gelangen. Im Schnitt 10000 Autos weniger am Tag würden über die Trassen im Norden rollen, prognostiziert die Machbarkeitsstudie. Gantzer: "Das wäre eine merkliche Entlastung für den Norden."
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Nur weil es im Münchener Norden Müll und Dreck gibt, soll auch der Süden Müll und Dreck kriegen?? Anstatt sich zu freuen, dass es wenigstens noch irgendwo Grün gibt...
Der Schlussabsatz lautet: ... Das Stichwort "Lagerhaltung auf der Straße" sagt alles. Die Gemeinden tun gut daran, diese verantwortungslose Verkehrspolitik zu bekämpfen. Die meisten Effekte, die beim Bau versprochen werden, werden nur sehr kurz wirken. Dann wird ein schneller Anstieg des Straßenverkehrs erfolgen.
Vor allem ist es ein beliebter Trick, durch Umgehungsstraßen künstliche neue Gewerbergebiete zu erschließen. Die Umgehungsstraße (= "Umweltschutz") wird als Türöffner benutzt, um Bauland zu gewinnnen, das ohne diesen Trick bei den Bürgern nicht durchzusetzen wäre. Dadurch wird der eigentlich gewünschte Entlastungseffekt schnell vernichtet, so das bald wieder eine neue Umgehungsstraß gebaut werden muss. Dies wird inzwischen Erfolgreich in Deutschland praktiziert, um damit schneller an Bauland zu kommen. Entwertung der Umwelt durch Straßenbau. Statt eine Konzentration der Bebauung vorzunehmen, breitet sich der Siedlungsbrei immer weiter in das Umland aus. Nach 10 - 20 Jahren sind es im Münchner Süden genauso aus, wie zwischen Eching und Moosach oder Ismaning und München Ost.
Nicht zu vergessen. Der Verkehr entsteht nicht, er wird gemacht. Durch immer mehr kleinteiligere Produktionsprozesse und hoch subventionierten Transportkosten, lohnt es sich bereits am 1 Cent/Stück ein Produkt über mehrer 100 Kilometer zu transportieren. Deshalb gibt es in Bayern z.B. Milch aus Italien und Irland. Agrarsubventionen machen dies möglich. Billiger wird ein Produkt deswegen nicht. Wir Bürger bezahlen für alles 2-3 fach mit unseren Steuern.
"frage ich mich, woher denn die wundersame Vermehrung herkommen soll."
Pendler fahren mit dem Auto zur Arbeit, nicht mit der Bahn. Frächter investieren in mehr Lkw's, bis alles wieder voll ist usw. In Amerika können Sie Staus auf 16-spurigen Highways in alle Richtungen beobachten. Sie werden im Norden genauso viel Verkehr haben wie bisher. Dafür sind halt ein paar Wälder meht platt und hunderte von Millionen pfutsch, mit denen man etwas für tatsächliche Verkehrsverlagerung hätte tun können.
1. Der Schienenverkehr ist vor allem in Richtung Süden völlig unterentwickelt. Schon längere Zeit wird dafür gekämpft, die Mangfalltalbahn Rosenheim – Holzkirchen nach M Hbf durchzubinden, um kürzere Reisezeiten aus dem Mangfalltalgebiet zu erreichen und die BOB+S-Bahn zu entlasten. Dies ist zumindest laut derzeitigen Planungen in 2013 vorgesehen, so das die Attraktivität der Bahn zunimmt. Des weiteren muss die Strecke Holzkirchen – Kreuzstraße endlich 2-gleisig, mit S-Bahn-Ringschluss an der neu zu schaffenden Haltestelle Föching (und Menterschweige), mit P+R-Anlage, geschaffen werden. Die Trasse ist für 2 Gleise ausgelegt. Damit kann der Autopendlerverkehr direkt von der A8 zum S-Bahnhof fahren.
2. Dann muss noch mit der Mär aufgeräumt werden, das der GV-Schienenverkehr nur Maßengüter transportieren kann, wie es hier zur Verteidigung der Autobahn angeführt wurde. Maßenschüttgüter sind eher selten geworden. Selbstverständlich kann die Bahn auch spezielle Einzelladungsverkehrs transportieren. Dazu wurden bundesweit Güterverkehrszentralen (GVZ) mit Gleisanschluss gebaut. Die örtliche Feinverteilung erfolgt mit Lkw. 3. Der erwartet Fahrzeugrückgang von 10 Tsd Kfz im Norden wird nicht eintreten. Die Faktoren Bevölkerungs- und Gewerbezunahme werden diesen Effekt auffressen und der Verkehr sogar noch zunehmen, da der Straßenverkehr immer noch, neben dem Flug- und Schifffahrt (Treibstoffsteuerfrei), der am preiswerteste (nicht effizienteste!) Transporte ist (indirekten Rückvergüten an die Spediteure nicht vergessen). Durch den A8 Ausbau nach Salzburg/Kufstein wird der Straßen-GV sogar noch stark zunehmen, da hier erhebliche Fahrtzeitverkürzungen eintreten und eine Verlagerung von der Schiene auf die Straße bereits indirekt mit der Zulassung der Monstertrucks durch die Regierung vorgesehen ist. Laut letztem Beschluss, soll der Güterverkehr auf der Schiene nicht weiter ansteigen!!! Ein Sieg der Auto und Straßentransportlobby. 3. Es wird deswegen eine Autobahn, weil es eine eigene Autobahnabteilung in den Ministerien gibt, die nicht zum Straßenbau gehört. Wenn man eine wirtschaftlichere Verkehrsplanung haben möchte, muss die Straßenbau mit dem Autobahnbau zusammengelegt werden. Dann gibt es auch Lösungen, die nicht nur effizienter und preiswerter sind, sondern auch umweltfreundlicher. Dies wird aber wieder durch die Auto-Öl-Lobby verhindert. Der Bürger bezahlt die Vorteil der Autobauer und Konzerne. Stichwort: „Lagerhalt
einerseits tut die Stadt München alles, um immer mehr "Zuwanderer" zu generieren, anderseits wird sei Jahren die Infrastruktur, wie ÖNV, Straßenbau wie z. B. Untertunnelungen, Schienenverkehr usw. sträflich vernachlässigt. Einzig der von OB Ude allzeit und allerorts geliebte Tram-Ausbau, ob sinnig oder unsinnig wurde mit Vehemenz betrieben. Daß eine Großstadt wie München einen geschlossenen Autobahnring benötigt, um den Verkehr aus dem Stadtbereich rauszuhalten, der gar nicht hinein will, ist seit zig Jahren überfällig. Daß sich betroffende Gemeinden wehren ist verständlich, aber wieviele Menschen mußten in den letzten Jahren Einschränkungen in der Lebensqualität hinnehmen, um das Wachstum Münchens zu gewährleisten? Beispiele gibt es sehr, sehr viele. Und die hatten auch keine Chance sich gegen den Verbauungs- und Wachstumswahn der Wirtschaft und rot-grüner Rathauspolitik von München zu erwehren. Man muß sich entscheiden!
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