Feldafing Gemeinsam skaten

Die Gemeinde plant beim Bahnhof zusammen mit dem Nachbarn Pöcking eine Anlage für Skateboarder.

Sylvia Böhm-Haimerl und Otto Fritscher

Große Sprünge können Skater bisher nur auf der Anlage in Starnberg machen. Doch bald soll es etwas Ähnliches beim Feldafinger Bahnhof geben. Foto: Fuchs

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Seit Jahren wird in der Gemeinde Pöcking über eine Skater-Anlage diskutiert. Nun könnte sich endlich eine Lösung abzeichnen. Zusammen mit der Nachbargemeinde Feldafing will Pöcking eine interkommunale Anlage, die erste dieser Art in weitem Umkreis, auf den Weg bringen. Nachdem der Feldafinger Gemeinderat den Vorstoß bereits in nicht-öffentlicher Sitzung abgesegnet hatte, zog der Pöckinger Hauptausschuss am Dienstag nach. In einem einstimmigen Grundsatzbeschluss wurde Bürgermeister Rainer Schnitzler beauftragt, zusammen mit seinem Feldafinger Amtskollegen Bernhard Sontheim konkretere Pläne zu erarbeiten.

Noch ist es nur eine Idee, sie ist aber bestechend: Feldafing könnte ein Grundstück im Bereich des Bahnhofs zur Verfügung stellen, das auch für Pöckinger Jugendliche gut erreichbar wäre, mit der S-Bahn oder mit dem Fahrrad. Die weiteren Vorteile: Die Kosten könnten geteilt werden und für ein interkommunales Jugendprojekt gibt es eigene Fördertöpfe. "Wir begrüßen es, weil wir dann das Thema loshaben. Es ist eine elegante Lösung", brachte Jugendreferent Dieter Link (CSU) die Pöckinger Problematik auf den Punkt. Denn alle bislang diskutierten Standorte, etwa an der B2 zwischen Nordeinfahrt und Maisinger Straße, am Sportpark oder am Bahnhofsareal waren entweder wegen des zu erwartenden Lärms oder wegen mangelnder Erreichbarkeit wieder ausgeschieden. Den Feldafingern erging es mit dem Standort am Sportplatz ähnlich.

Jetzt favorisiert der Feldafinger Gemeinderat ein Areal südlich des geplanten Kinderhauses im Bereich des Bahnhofs. Allerdings muss auch dieses Grundstück - derzeit liegt es brach - noch auf seine Tauglichkeit hin untersucht werden. Nach Meinung des Feldafinger Rathauschefs Bernhard Sontheim ist der Standort ideal. "Wir sind in der glücklichen Lage, mitten im Dorf für die Jugendlichen etwas tun zu können", sagte er auf SZ-Anfrage. Nach seinen Angaben kann das Areal wegen einer Nachbesserungsklausel im Bahnvertrag, die einen Ausgleich bei eventuellen Wertsteigerungen vorsieht, in den kommenden zwölf Jahren ohnehin nicht bebaut werden. Für eine öffentliche Nutzung jedoch stehe es zur Verfügung. Und aus Sontheims Sicht könne dort auch der Schallschutz eingehalten werden.

Die beiden Rathauschefs wollen zunächst die Zuschussmöglichkeiten ausloten. Anschließend sollen die Jugendlichen beider Gemeinden eingeladen werden, um ihre Wünsche zu eruieren. Laut Link ist die Skater-Szene in Pöcking relativ überschaubar. Schnitzler schlug daher vor, dass die Jugendlichen Unterschriften sammeln, um den Bedarf besser ermitteln zu können.

In Feldafing war die Diskussion über die Skater-Anlage bei einem Gespräch in Gang gekommen, bei dem die jungen Leute ihre Wünsche und Vorstellung gegenüber der Gemeinde äußern konnten. Neben einer Skater-Anlage geht es auch um Jugendräume, die im Zuge der Gesamtplanung für das Bahnhofs-Areal, das ja künftig das Rathaus-Umfeld sein, zur Sprache kamen. Im Gemeinderat gibt es bereits konkrete Planungen für ein Jugendhaus auf der nördlichen Seite des Bahnhofs, über eine Realisierung, die Kosten oder gar einen Zeitplan ist noch nicht entschieden worden.

Anders bei der Skateranlage: Die Kosten halten sich laut Sontheim in Grenzen. Er wehrt sich gegen die Vermutung, Feldafing würde nur das Grundstück bereitstellen und das reiche Pöcking bezahlen. Der Bürgermeister schätzt die Kosten auf rund 15 000 Euro für jede Gemeinde. Auch bei der Umsetzung ist er optimistisch. Wenn alles gut gehe, könne das Projekt noch in diesem Jahr verwirklicht werden.