Was die Einsätze bei Wohnungsräumungen anbelangt, "ist die Polizei sensibler geworden, nach den letzten Erfahrungen", sagt Markus Dengler. Erst im Januar hatte eine 41-jährige Mieterin vor einer Zwangsräumung im Olympiadorf sich eine Waffe an den Kopf gesetzt und gedroht abzudrücken.
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Ende März hatte in Obergiesing ein 59-Jähriger mit einem Messer auf einen Obergerichtsvollzieher eingestochen, weil dieser zuvor Wertgegenstände gepfändet hatte.
In München müssen immer mehr Mieter ihre Wohnung verlassen, weil sie nicht mehr zahlen können. Allein im vergangenen Jahr seien rund 10 000 Mieter wegen Zahlungsverzugs fristlos gekündigt worden, berichtet Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins.
"Die Zahl ist dramatisch angestiegen." Dasselbe gelte für die Zahl der Räumungsklagen, die 2005 bei rund 3500 lag - nach Schätzungen des Amtsgerichts eine Steigerung von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Täglich bis zu fünf Zwangsräumungen
Und viele Zwangsgeräumte fürchten den Absturz in die Wohnungslosigkeit. In etwa jedem dritten Fall komme es zur Zwangsräumung - vier bis fünf pro Werktag, oft mit dramatischen Begleiterscheinungen, so Stürzer: "Es kommt immer öfter vor, dass der Mieter mit Suizid droht."
Das könne aus tatsächlicher Verzweiflung geschehen, oder weil der Mieter die Räumung verhindern wolle. In der Regel werde eine Zwangsräumung dann eingestellt.
Sogar der Bundesgerichtshof habe sich bereits mehrere Male mit diesem Thema beschäftigt.
Tenor: Der Mieter müsse seine Selbstmordgefährdung mittels Attest belegen und sich in ärztliche Behandlung begeben, um das Risiko zu mindern.
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(SZ vom 4. Mai 2006)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
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