Ottfried Fischer gegen "Bild" "Ich hatte Angst um meine Existenz"

Vor Gericht schilderte der Kabarettist am ersten Prozesstag im Dezember, was er empfand, als er erfuhr, dass die Bild-Zeitung im Besitz des Videos sei: "Ich hatte Angst um meine Existenz." Die Zeitung sei sehr mächtig, gab Fischer zu bedenken. Er habe nur seine Ruhe haben und erreichen wollen, "dass ich nicht wieder in den Dreck gezogen werde". Aber: "Die Schlagzeile 'Huren, Huren, Huren' wird immer bleiben."

Für Diskussionen sorgte am Donnerstag die Abwesenheit eines Zeugen, der dem Journalisten damals unter falschem Namen das Sex-Video angeboten hatte. Der Mann hält sich nach Angaben seines Anwaltes im Ausland auf und habe nicht die Mittel, die Kosten für einen Flug auf sich zu nehmen. Im Übrigen habe die Axel-Springer-AG Strafanzeige wegen Betrugs gegen ihn erstattet, daher fürchte er weitere rechtliche Schritte, sollte er nach Deutschland zurückkommen.

Fischers Anwälte warfen dem Verlag vor, die Anzeige nur erstattet zu haben, um den Zeugen davon abzuhalten, vor Gericht auszusagen. Die Anwälte des Angeklagten und der Axel-Springer-Verlag wiesen das zurück.