Eine mögliche Erklärung für die Tat liefert vielleicht die Lebensgeschichte des Angeklagten. Aufgewachsen ist er in Niederbayern in ärmlichsten Verhältnissen. Früh schon muss er auf dem elterlichen Hof mitarbeiten, schlägt sich als Tankwart durch und absolviert eine Schlosserlehre.

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Mit 27 Jahren fährt er erstmals im Leben in den Urlaub - nach Südfrankreich. Dort wird er von einer Jugendbande zusammengetreten. Josef I. erleidet zahllose Trümmerbrüche im Gesicht, noch heute trägt er Drähte, die seine Kiefer zusammenhalten. Seit dem Überfall habe er ständig "Angst vor jungen Leuten", sagt er.

Auch als Taxifahrer geriet er mehrmals mit jüngereren Fahrgästen aneinander, einmal teilte er selbst eine "Ohrfeige" aus, ein anderes Mal bekam er einen Tritt. Richter Manfred Götzl hält ihm vor, in "Selbstmitleid" zu zerfließen. Und warum führe er überhaupt ein solches Messer mit sich? Josef I. seufzt tief, gibt dann aber zu, das Taschenmesser (ein Geschenk von Taxi-Kollegen) zum "Schutz" bei sich getragen zu haben. "Wäre er mir nicht nachgelaufen, wäre es nicht passiert", sagt er trotzig.

Der Schüler beteuert, er habe Josef I. überhaupt nicht berührt. "Ich wollte ihn nur zu Rede stellen", sagt er. Seinen rechten Arm kann er seit der Tat nur eingeschränkt bewegen, ein dauerhafter Schaden ist nicht ausgeschlossen. Über seine Anwältin fordert er "mindestens 20.000 Euro" Schmerzensgeld.

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(SZ vom 26.03.2008)