Neue Großmarkthalle Viel Glas, viel Platz

Ein lichtes Bauwerk aus Glas: Die neue Großmarkthalle in München.

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  • Das Münchner Architekturbüro Ackerman wird Generalplaner der neuen Großmarkthallte. Ein Jury hatte sich für ihren Entwurf entschieden.
  • Die neue Großmarkthalle soll östlich der historischen Bauten entstehen, die dann anderweitig genutzt werden könnten. Mit rund 40 000 Quadratmetern Fläche bekommen die Händler künftig mehr Platz.
  • Einen konkreten Zeitplan für den Neubau gibt es bislang nicht.
Von Dominik Hutter

Mehr als einen halben Kilometer lang, im Erdgeschoss Glasflächen, dazu eine wild gezackte Dachkonstruktion: Allmählich zeichnet sich ab, wie Münchens neue Großmarkthalle aussehen soll. Entworfen wurde sie vom Münchner Architekturbüro Ackermann, das nun vom Stadtrat als Generalplaner eingesetzt wurde. Die Politiker folgten damit der Empfehlung einer Jury, die den Vorschlag als den überzeugendsten von insgesamt 13 Entwürfen eingestuft hatte.

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Einen konkreten Zeitplan für den Neubau gibt es bislang nicht. Das langgestreckte Bauwerk wird aber beim städtischen Markthallen-Betreiber bereits sehnsüchtig erwartet. Erst dann, so berichtet dessen Leiter Boris Schwartz, kann das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen kommen. 2014 haben die Markthallen, zu denen auch der Viktualienmarkt, die Märkte am Wiener Platz und Elisabethplatz sowie der Pasinger Viktualienmarkt gehören, fast 2,6 Millionen Euro Miese gemacht. In den kommenden Jahren soll das Defizit sogar auf 3,2 Millionen anwachsen. Schuld daran sind nicht zuletzt die ständigen Reparaturarbeiten an den alten Großmarkthallen, die nur mit hohem Aufwand betriebsbereit gehalten werden können. Und die Planungen für den Nachfolgebau.

Mit rund 40 000 Quadratmetern Fläche bekommen die Händler künftig mehr Platz

Die neue Großmarkthalle soll östlich der historischen Bauten entstehen, die dann anderweitig genutzt werden könnten. Mit rund 40 000 Quadratmetern Fläche bekommen die Händler künftig mehr Platz, zudem sollen aus praktischen Gründen die Lager- und Verkaufsflächen auf einer Ebene liegen. Die Lastwagenparkplätze an der Schäftlarnstraße bleiben erhalten, die gesamte Ostfront der neuen Halle besteht aus Lkw-Entladeplätzen unter Dach.

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Im Westen reicht die Halle bis an die Thalkirchner Straße, die heute auf Höhe des Marktgeländes für die Öffentlichkeit gesperrt ist, künftig aber wieder frei zugänglich sein soll. Dort steht auch das aus den Fünfzigerjahren stammende Kontorhaus 2, das künftig von drei Seiten von der neuen Großmarkthalle umgeben ist. In das Bürohaus soll die Verwaltung der Markthallen einziehen.

Lichte Konstruktion ist "besonders gelungen"

An dem Entwurf von Ackermann Architekten gefiel der Jury das "lichte transparente Dachtragwerk und die begrüßenswert wenigen Stützen im Inneren. Zudem füge sich der Riegel gut in die Nachbarschaft ein - Sendling soll durch den Neubau nichts an seiner Lebensqualität verlieren. Baureferentin Rosemarie Hingerl hält gerade die leichte Konstruktion der Halle wie auch die Öffnung zum Stadtviertel für "besonders gelungen". In der gut zehn Meter hohen Halle sollen die Obsthändler und die Gemüsehändler, die Gärtner, die Spezialitätenverkäufer und diverse Lagerflächen Platz finden. Dazu kommen mindestens zwei kleine Imbisse und eine Tiefgarage mit 850 Stellplätzen. Die Halle kann peu-à-peu in Abschnitten errichtet werden.

Neu gebaut werden sollen auch zwei kleinere Hallen, die ebenfalls Teil des Auftrags für den neuen Generalplaner sind. In der einen sollen Lagerflächen unterkommen, die andere dient für die Techniker sowie den Reinigungs- und Winterdienst.

Die alten Großmarkthallen waren eine Zeitlang als neuer Standort für das Volkstheater im Gespräch, das seinen Standort an der Brienner Straße aufgibt. Diese Pläne sind allerdings vom Tisch - der Stadtrat hat sich für das Viehhof-Areal entschieden.