Der MVV zählt erstmals mehr als 600 Millionen Fahrgäste. Und trotzdem werden die Preise wieder einmal erhöht.
Der anhaltende Touristen-Strom und die hohen Spritpreise, die viele Autofahrer zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen, bescheren dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) eine Rekordbilanz für das Jahr 2007. 601,5 Millionen Fahrgäste waren mit Bus, Tram, S- und U-Bahn im Raum München unterwegs. Damit erzielte der MVV 580 Millionen Euro an Fahrgeldeinnahmen. 2006 lagen die Zahlen noch bei 590 Millionen Fahrgästen und 553 Millionen Euro Einnahmen, wie Christian Ude, Vorsitzender der MVV-Gesellschafterversammlung und Oberbürgermeister Münchens, am Dienstag berichtete.
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Zu Beginn der Bilanzpressekonferenz hoffte Ude, sich in der positiven Entwicklung, die sich bis April 2008 fortgesetzt hat, sonnen zu können. Doch musste er bald auch auf die nächste Teuerungsrunde bei den Fahrtkosten eingehen. Am 1.Juli steigen nämlich die Ticketpreise beim MVV erneut um 3,8Prozent, wobei die Erhöhung bei der IsarCard 9 Uhr mit 59 auf 61 Euro monatlich noch moderat ausfällt, beim Job-Ticket hingegen mit dem vollen Prozentsatz durchschlägt.
Ude verteidigte die Erhöhung angesichts steigender Energiepreise und der Defizite, die beim aufwändigen Transport von Fußballfans oder bei Großveranstaltungen wie dem Papstbesuch anfallen. Und Autofahren sei vergleichsweise erheblich teurer als die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Preissteigerung könnte nur entfallen, wenn das Angebot eingeschränkt würde. "Damit wäre aber niemandem gedient", so Ude. Er vertritt die Ansicht, lieber jedes Jahr eine "moderate Erhöhung" der Fahrpreise vorzunehmen, als alle fünf Jahre eine Teuerung von acht Prozent oder mehr "mit abschreckender Wirkung für die Fahrgäste".
Herbert König, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), verwies darauf, dass der MVV noch immer ein Zuschussbetrieb sei. Detailliert wollte er die Einnahmen-Ausgaben-Bilanz nicht aufschlüsseln, sprach aber von einer Auslastung der Fahrzeuge im Durchschnitt von 20 Prozent. Während die S-Bahn dem Mutterkonzern Deutsche Bahn AG einen nicht näher bekannten Millionengewinn in die Kasse spült, muss die MVG nach Königs Worten jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag zum Betrieb der Trambahnen, Busse und U-Bahnen zuschießen.
Ude verteidigte in diesem Zusammenhang die Praxis der Quersubventionierung, wobei die Stadtwerke ihre Gewinne aus dem Stromkundengeschäft teils in die MVG oder in die Münchner Bäder stecken. Ihm sei aber bewusst, so der OB, dass dieser Politik juristische Grenzen gesetzt seien: "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Verkehrsbetriebe demnächst kostendeckend arbeiten."
Durchschlagende Neuerungen kann der MVV-Kunde zum Ausgleich für die höheren Ticket-Preise in diesem Jahr nicht erwarten. Im Gegenteil: Die Probleme bei der S-Bahn, die wegen Mängel am Bremssystem langsamer und mit weniger Zügen durch den Stammstreckentunnel fahren muss, bestehen fort. Auch für die neue Lichtschrankentechnik an den S-Bahn-Türen fehlt noch die Zulassung. Für ein Mehr an Sicherheit will die S-Bahn von Sommer an ihre Züge mit Videokameras ausrüsten.
(SZ vom 07.05.2008/wib)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
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Hallo Metropolenfan,
Anscheinend hat Ude seine Leute auch in der SZ sitzen, dann sonst würde zumindest eine Zeile dafür verschwendet werden, daß seine Mannen ein dickes Gehaltsplus kassieren.
PAPAx2
über die dann auch in praktisch keiner Zeitung mehr berichtet wird, man denke nur an den Stromausfall im Stellwerk auf der S5-,S6- und S8-West am Samstag vor 3 Wochen. Obendrein sind die Ansagen teils chaotisch und niemand ist dadurch schlauer. Oft werden Durchsagen gemacht, und anschließend die Pläne wieder über den Haufen geschmissen. Wenn eine Bahn ausfällt, warte ich inzwischen lieber noch einige Minuten am Bahnsteig, weil der Zug dann plötzlich doch noch kommt. Da müsste die S-Bahn-München sich mal an einen Tisch setzen und mehr klare Vorgaben ausarbeiten.
Mich ärgern die neuen Designer-Wartehäuschen!
Würde man auf derlei Schnickschnack verzichten, der ja sowieso nur von den nächstbesten Hooligans wieder zertrümmert wird, dann könnte viel Geld eingespart werden. Die Leute sollen nicht nass oder davongeweht werden, mehr brauchts nicht.
Oder wenn 5 Info-Vitrinen aufgestellt werden, wovon 2 die gleiche Info enthalten... und dann die Fahrkarten verteuern, ja gehts noch ???!!!
Die Äußerungen unseres trefflichen Oberbürgermeisters zeigen wieder einmal, welche Rechenkünstler doch unsere Politiker sind! Mir jedenfalls wäre eine Tariferhöhung von 8% alle fünf Jahre deutlich lieber, als eine "moderate" Erhöhung von 3,8% (was an einer 3,8%-igen Erhöhung moderat sein soll, möge uns Herr Ude bei Gelegenheit bitte auch mal erklären - vielleicht im Zusammenhang mit der nächsten Lohnrunde der chronisch unterbezahlten Pflegekräfte der städtischen Krankenhäuser!) jedes Jahr!!!
Der Münchner Verkehrsverbund verbindet viele Unternehmen und Aufgabenträger. Doch der Artikel erweckt wieder einmal den Eindruck, dass die Stadt und die MVG ganz alleine für die Preiserhöhung verantwortlich wären.
Und warum spült die S-Bahn der Bahn Gewinne in die Kasse? Wäre es nicht mal von Interesse, zu recherchieren, wie die Regionalisierungsmittel des Bundes verwendet werden? Wie der Regionalverkehr im Lande organisiert ist und bezahlt wird? Und wie die Finanzierung der Stadtverkehre zustande kommt?
Und wenn ich die Rathaus-Umschau auf www.muenchen.de anschaue, dann wird der MVV-Vorsitzende Ude am 21.1.2008 mit den Worten zitiert: "Tatsache ist: Es wird garantiert keine Preiserhöhung beim Münchner Verkehrsverbund geben, die nicht vom CSU-regierten Freistaat Bayern als Aufgabenträger der S-Bahn mitgetragen wird."
Wenn Metropolenfan behauptet, Ude hätte behauptet, es gibt 2008 keine Preiserhöhung, dann soll er doch bitte mal eine Quelle nennen. Ich jedenfalls habe derlei nicht gelesen.
Paging