Münchner Stadtrat Polizeieinsatz gegen Josef Assal

Josef Assal wurde für die SPD in den Stadtrat gewählt, wechselte dann zur Bürgerlichen Mitte.

(Foto: privat)

Nach einem Polizeieinsatz begibt sich der Münchner Stadtrat Josef Assal in eine psychiatrische Klinik. Er hatte versucht, in sein Haus einzubrechen. Seine Frau fühlte sich bedroht und rief die Beamten.

Von Sebastian Krass

Stadtrat Josef Assal hat mit einem psychischen Zusammenbruch einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der Kommunalpolitiker, der bei der Kommunalwahl im März sein Stadtratsmandat für die SPD verteidigt hatte, kehrte am Mittwochabend überraschend von einem Reha-Aufenthalt in Bad Godesberg nach München zurück. Obwohl seine Frau zu Hause war, versuchte Assal gewaltsam in sein Haus in Aubing einzudringen. Die Frau fühlte sich bedroht und rief die Polizei. Von den Beamten ließ sich Assal daraufhin in ein psychiatrisches Krankenhaus bringen, wo er stationär behandelt wird.

Ihr Mann habe den Schlüssel zum Haus verloren und wegen des Reha-Aufenthalts noch nicht wieder gehabt, erklärt seine Frau der SZ. Sein Klingeln habe sie nicht gehört. Sie sei erst aufmerksam geworden, als aus dem Keller bedrohliche Geräusche kamen. Assal hatte eine Tür aufgebrochen und versuchte, eine zweite einzuschlagen. "Ich wusste nicht, dass es mein Mann ist", berichtet seine Frau. "Wir sind gar nicht aufeinandergestoßen, bis die Polizei da war." Ihr Mann sei von selbst herausgekommen und "freiwillig" ins Krankenhaus gegangen. "Mir tut es total leid für ihn." Die Polizei stellt den Vorfall etwas anders da: Man habe "den Randalierer gesichert", offenbar mit Handschellen, und ihn "zwangsuntergebracht".

"Er wird sich erholen"

Assals Frau bestätigt, dass ihr Mann seit längerem gesundheitlich angegriffen sei. "Er meinte immer, er schafft alles. Aber er ist völlig überarbeitet und hat einen Burn-out." Sie habe am Mai-Feiertag Kontakt mit ihm gehabt und sei sich sicher: "Er wird sich erholen, das dauert aber ein paar Monate." Das Schwabinger Krankenhaus, bei dem Assal als Arzt beschäftigt ist, hat ihn vor drei Wochen suspendiert und ihm Hausverbot erteilt. Obwohl er nicht im Dienst war, hatte er einer Krankenschwester Anweisungen erteilt. Assal erklärte daraufhin, er habe in einem Notfall geholfen. Bereits im vergangenen Jahr hatte er für einen politischen Eklat gesorgt, als er öffentlich ein Spanferkel mit der Aufschrift "Münchner Stadtrat" grillte.

Josef Assals Probleme überschatten auch die konstituierende Sitzung des neuen Stadtrats am heutigen Freitag. Zu der war er zwar nicht erwartet worden, weil man ihn in der Reha wähnte. Sein Ausstieg aus der SPD-Fraktion macht die Suche nach neuen Mehrheiten aber noch schwieriger für OB Reiter: Kurz nachdem ihn die Wähler von Platz 51 auf Platz 25 der SPD-Stadtratsliste vorgehäufelt hatten, wechselte Assal zur Fraktion der Bürgerlichen Mitte, ansonsten bestehend aus Freien Wählern (FW) und Bayernpartei an. FW-Stadtrat Johann Altmann, der der Bürgerlichen Mitte vorsteht, rechnet aber weiter mit ihm: "Ich hoffe, dass ihm geholfen wird und dass er wieder der kraftvolle Josef Assal wird, den ich kenne. Ich gehe davon aus, dass er Mitglied der Fraktion bleiben kann."