Bis zu 200.000 Menschen sind jeden Tag im Münchner Hauptbahnhof unterwegs. Schön ist es dort nicht - 2011 soll Münchens Eintrittstor für 20 Millionen Euro saniert werden.
Im Untergrund startet eine weitere große Sanierungsaktion. Der U-Bahnhof an der Münchner Freiheit ist bereits rundum erneuert, im Stachus-Untergeschoss gehen die Umbauten in die Endphase, und für die Sperrenbereiche am Marienplatz und am Sendlinger Tor gibt es schon erste Gestaltungspläne. Konkret wird es jetzt aber am Hauptbahnhof. Die Stadtwerke modernisieren nach den Entwürfen des Münchner Architektenbüros Auer+Weber für rund 20 Millionen Euro das Zwischengeschoss am Hauptbahnhof mit den Abgängen zu den U-Bahn-Linien.
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2011 sollen die Bauarbeiten im Hauptbahnhof beginnen und rund zwei Jahre dauern. (© Foto: oh)
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Außerdem entsteht ein Kundencenter. Dieses löst das bisherige in der Poccistraße ab, bietet einen verbesserten Service mit längeren Öffnungszeiten und hat nichts mehr mit antiquierter Schalteroptik zu tun. Die Arbeiten beginnen 2011 und sollen rund zwei Jahre dauern.
Anlass für die Verschönerungskur am Hauptbahnhof ist nicht nur reine Baukosmetik. Vor allem bei Schneeschmelze tropft mit Streusalz versetztes Wasser durch die Fugen und greift den Stahlbeton an. Das knapp 30 Jahre alte Bauwerk hat nicht nur unter diesem Vorgang gelitten. Durch diverse An- und Umbauten im Lauf der Zeit präsentiert es sich eher unübersichtlich und verschachtelt.
Dem Sperrengeschoss wollen die Stadtwerke ein "zeitgemäßes und transparentes" Erscheinungsbild verpassen. Eines, das seiner Funktion als Münchner Visitenkarte, Eintrittstor zum öffentlichen Nahverkehr und als Durchgang zur Innenstadt gerecht werden soll. Der Hauptbahnhof zählt mit vier U-Bahn-Linien zu den Stationen mit den meisten Fahrgästen. Mehr als 200.000 Menschen sind hier täglich unterwegs.
Das Konzept der Architekten sieht nach Auskunft der Stadtwerke eine geräumige Lösung mit freier Mittelzone und seitlich liegenden Funktionsbereichen vor. Geschäfte und Servicestellen befinden sich an der Westseite, an die Ostseite kommenInfo-Vitrinen und Fahrkartenautomaten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Farb- und Lichtgestaltung.
Die Neonröhren an der Lamellendecke weichen einer indirekten Beleuchtung. Der Boden wird heller. Die Hinweistafeln kommen besser zur Geltung. Außerdem ist das Untergeschoss künftig sicherer - etwa durch eine neuen Notrufsäule und eine flächendeckende Sprinkleranlage. Für Sehbehinderte wurde ein spezielles Leitsystem entwickelt.
MVG-Chef Herbert König will das Architekturkonzept demnächst der Stadtgestaltungskommission vorstellen. Sicher sei, dass die Sperrengeschoss-Modernisierung mit den geplanten weiteren Umbauten am und im Hauptbahnhof harmonisiert. Bekanntlich haben Auer+Weber den Wettbewerb für den neuen Bahnhof schon 2004 gewonnen.
Bislang ist allerdings wenig vorangegangen. Nachdem aber jetzt Stadtrat und Landtag den zweiten S-Bahn-Tunnel durch die Stadt beschlossen haben, könnte dies der entscheidende Schub für das moderne Bahnhofsgebäude mit seinem großzügig gestalteten Vorplatz sein.
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(SZ vom 17.04.2010/amm)
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... wird man leider nur manchmal klüger.
Es ist ein ganz nettes Bildchen, was man da von der Planung für das Untergeschoß sehen kann. Mehr Licht, ein heller Boden.... Und genau da muß man sich fragen, warum man nicht gewillt ist, der Realität von Marienplatz und Stachus ins Auge zu schauen.
Bei der Bahnsteigerweiterung am Marienplatz und auch am Stachus produzierte man nicht nur offensichtliche Baumängel. Beide Böden sind eine einzige Katastrophe.
Am Marienplatz hat man Platten verlegt, die wahrscheinlich keiner Anforderung an einen derart belasteten Boden gerecht werden. Der Boden ging dann doch etwas sehr schnell kaputt...
Am Stachus überlebte kein Bauabschnitt unbeschadet die erste Woche. Man sah das Dilemma und machte munter weiter. Es wird nicht besser. Mehr Risse als irgendwas anderes sind zu sehen.....
Ein heller Boden mag zwar auf einer Computeranimation schön aussehen, aber auch nur da. In der Realität sahen beide Böden nach nur wenigen Stunden einfach widerlich aus.
Ein hellerer Eindruck mit einem Boden, der etwas mehr der Beanspruchung trotzt, sollte auch mit anderen Mitteln erreicht werden können.
Der Münchner Hauptbahnhof, übrigens nach dem Hamburger Hauptbahnhof mit 350.000 Reisenden und Besuchern täglich, der zweitgrößte Personenbahnhof Deutschlands, ist ein archtektonischer Schandfleck, den viele Menschen als ersten Eindruck von München erleben müssen. Seit Ende des zweiten Weltkriegs und dem erforderlichen Neuaufbau wurde an diesem Bahnhof nur herumgepfuscht, Stückwerk betrieben und nie eine wirklich umfassende Lösung ins Auge gefasst. Der Münchener Hauptbahnhof ist ein ewiges Provisorium ohne Stil, ohne Gesicht und ohne Konzept. Zuerst hat man nach dem Krieg Teile des Bahnhofs (Starnberger Bahnhof) von Heinrich Gerbl im monumentalen Neoklassizismus wieder aufbauen lassen, dann folgten weitere Stilsünden in Form des angeschlossenen Bahnhofshotels und der neuen Empfangshalle sowie der Bahnsteighalle von Frank Hart aus den späten Fünfziger Jahren. Herausgekommen ist ein Sammelsurium an Baustilen, alten Mauerresten des historsichen Bürklein-Baus und kosmetischen Maßnahmen bei der Durchgangshalle und Reisezentrum, die in den Achtziger Jahren durchgeführt wurden. Architektonisch gesehen eine einzige Katastrophe und einer Stadt wie München schlicht nicht würdig.
Und was macht jetzt? Wieder nur Stückwerk. Zuerst Verschönerungsmaßnahmen am Untergeschoss für gerade einmal 20 Millionen Euro und dann eine neue Tiefbaustelle für die neue S-Bahntrasse, die dann fünf Jahre lang für Chaos, Lärm und Umwege am Bahnhof sorgt. Warum macht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und baut den gesamten Bahnhof mit neuer S-Bahntrasse sowie modernisierten Untergeschoss neu und schafft damit das Problem Münchner Hautpbahnhof ein für alle mal aus der Welt?
Wenn jetzt das Sperrengeschoss renoviert wird, heisst das, dass der neue Hbf nicht kommt (da ja sonst die Renovierungsarbeiten wieder zunichte gemacht würden). Ich hoffe es jedenfalls. OK der Hbf sieht nicht gut aus, das ist die eine Seite.
Andererseits aber ist die 2. STammstrecke nur für S-Bahnen gedacht, d.h. der Hbf bleibt ein Sackbahnhof, also es würde imme heissen Endstation München.
Man muss ernsthaft überlegen, einen großen Durchgangsbahnhof zu bauen, d.h. einen Westbahnhof zwischen Donnersbergerbrücke und Heimeransplatz und die Umgebung urban - etwa wie Potsdamer Platz - zu erschließen. Man könnte so einen ganzen Fliegenschwarm mit einer Klappe. ......