Kühne Pläne: Architekt Stephan Braunfels will für einen Konzertsaal den alten Marstall wiederherstellen.
Im Streit um die Frage, ob man unmittelbar an das Gebäude der historischen Hofreitschule - dem Marstall - einen modernen und akustisch herausragenden Konzertbau errichten kann und darf, haben sich die Fronten verhärtet. Das Projekt hat glühende Befürworter aber auch erbitterte Gegner.
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Braunfels zentrale Idee ist es, den Innenraum des von Leo von Klenze im klassizistischen Stil errichteten Marstalls wieder originalgetreu herzustellen. (© Simulation: SBA)
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Das Spektrum bewegt sich zwischen dem Dirigenten Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO), der vom Verein "Konzertsaal Marstall" mit Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser als Vorsitzendem unterstützt wird, bis hin zu einer Veranstaltung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, auf der das Konzertsaal-Projekt am Marstall rundweg verurteilt wurde - vor allem aus Gründen des Denkmalschutzes.
Mit großer Sorge
Nun schaltet sich der Architekt Stephan Braunfels in die Diskussion ein. Man könne nur noch mit großer Sorge sehen, wie sich die Dinge fortentwickeln, sagt er. Ein für die Stadt so wichtiges Projekt drohe zu scheitern: "Bedenkenträger haben wir genug in der Stadt." Braunfels hat unter anderem die Pinakothek der Moderne in München und die Parlamentsbauten in Berlin entworfen.
Bereits 2001 suchte er im Auftrag des Symphonieorchesters nach möglichen Standorten für einen modernen Konzertsaal, der rund 2000 Personen fassen kann. Darunter war der Arnulfpark, die ehemalige Residenzpost oder das Areal hinter dem Haus der Kunst. Die beste Stelle aber sei der Marstall. Aus einem Hinterhof der Residenz werde ein glänzender Haupthof. Braunfels zentrale Idee ist es, den Innenraum des von Leo von Klenze im klassizistischen Stil errichteten Marstalls wieder originalgetreu herzustellen.
Seit Jahrzehnten befinden sich dort Werkstätten des Residenztheaters, ein Kulissenmagazin und die Bühne "Theater im Marstall". Diesen Saal könne man künftig als Foyer für den unmittelbar an den Klenze-Bau zu errichtenden Neubau verwenden. Den eigentlichen Konzertsaal legt Braunfels wie eine Nussschale in einen transparenten Rahmenbau aus Stahl und Glas. So bleibe der Klenze-Bau als ein Solitär erhalten.
Mit 100 Millionen Euro Baukosten komme man hin, sagt Braunfels. Auch eine Renovierung der akustisch unbefriedigenden Gasteig-Philharmonie müsse möglich sein. Aber eine Lösung für die Probleme des Orchesters sei das nicht.
(SZ vom 25.03.2009/pfau)
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haben wir die vielen Bedenkenträger. Denn auch wenn dieses Modell architektonisch hochwertiger zu sein scheint als der bisherige Entwurf von Schultes/Frank: München benötigt keinen weiteren Konzertsaal, auch nicht geschenkt. Die Gründe hierfür dürften in der öffentlichen Diskussion zur Genüge dargelegt worden sein.
das gebäude wurde und wird genutzt. ich würde die emperimentierbühne im marstall auf jeden fall erhalten, dafür gibt es kaum alternative angebote ...
aber, ich habe nicht ganz verstanden ... noch ein konzertsaal? wir haben nur 3 (ok , das ist ne ganze menge) große orchester in der stadt ...
Ich bin der Überezugung dem Denkmalschutz ist 100mal mehr gedient ein Gebäude zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und wenn dafür notwendig behutsam zu renovieren und den Bedürfnissen anzupassen als es im Hinterhof vergammeln zu lassen und ein Lager einzurichten.
Allerdings sollte die Stadt/der Staat aus der Vergangenheit lernen und gerade bei Hr. Braunfels sich das Recht zusichern zu jedem Zeitpunkt Änderungen an dem Gebäude vornehmen zu können, nicht dass Hr. Braunfels wieder die Betreiber verklagt wenn ein Werbetransparent für die Veranstaltung angebracht wird.
Kein Zweifel, Braunfels kann schön bauen. Aber seine Prognosen zu Kosten lagen schon oft spektakulär danebn - siehe Pina der Moderne.