Kurzkritik Erfreulich

"A Forest" macht mit ihren Klangwelten Lust auf mehr

Von Ekaterina Kel

A Forest, das sind drei Jungs "aus dem Osten": Arpen an den Tasten-Synthies, Fabian Schütze als Hauptvokalist und Friedmann Pruss am Schlagzeug, die seit Frühjahr 2014 in dieser Besetzung spielen. Sie haben ein Manifest verfasst, in dem sie zum Umdenken der Musikproduktionsweisen auffordern. "I am a forest" heißt ihr Projekt, das Fan-Unterstützung in eine eigene Wald-Währung umrechnet. Im Moment verzeichnen sie auf ihrer Homepage 274 Bäume und 42 Blätter - alles Bekundungen musikalischer Zuneigung. Übrigens hat A Forest musikalisch ganz und gar nichts mit dem gleichnamigen Song von The Cure zu tun; sie liefern ihren eigenen, angenehm Beat-lastigen Atmo-Pop.

Die drei produzierten in der Glockenbachwerkstatt höchst konzentriert ihr mystisch anmutendes Klanggeflecht, das trotz eines dominierenden Schlagzeugs etwas sehr Sanftes hat. Einfühlsam streichelten sie die Tasten, flüsterten in ihre Mikrofone, hielten Blickkontakt und drehten behutsam die Regler im Einverständnis. Ihre Klanggestaltung, die sich mit der von Notwist messen könnte, ging dabei auf die kleinsten musikalischen Regungen ein, spürte dem Sound nach, ergründete seine Versprechungen und scheute nicht vor ungewöhnlichen Beat-Collagen zurück. Inmitten dieser verwobenen Klänge sind ihre Beats keine simple Begleitung, sie sind spannende Hauptakteure.

A Forest lassen ihrem sensiblen Electro-Pop-Emo-Hip-Hop ganz viel Wirkungsraum, in dem er sich frei entfalten und sich behutsam in die Ohren des Publikums legen kann. Fabians Stimme, die stark an die von The National-Sänger Matt Berninger erinnert, ist samtig, tief, leicht leidend, aber so, dass man sich ihr am liebsten ganz hingeben möchte. Dazu gesellt sich der warme Bariton von Arpen. Was entsteht, sind Lieder, die wie ein stream of consciousness aus englischen Wortfetzen klingen und ein diffus wohliges Gefühl verbreiten.