Lange Zeit war im Münchner Nachtleben extremes Aufbrezeln angesagt. Doch seit einiger Zeit schert man sich nicht mehr um Dresscodes. Die Jogginghose ist zurück.
Der Typ steht lässig am Tresen. Er plaudert mit dem Barkeeper und sieht wirklich fantastisch aus. Er hat ein saloppes army-grünes Sakko an, dazu einen Schal umgebunden. Dann wandert unser Blick weiter, nach unten, und was sehen wir da? Eine Jogginghose! Grau, weit, schlabberig. Fast ein wenig schmuddelig.
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Jogginghosen sind wieder salonfähig. Bei Damen gerne auch in kräfigen Farben. (© Foto: dpa)
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Kommt der gut aussehende Kerl gerade vom Training? Oder war er schon im Bett - und ist noch kurz mal raus auf ein Bier, weil sein Kumpel Liebeskummer hat und dringend jemanden zum Reden braucht? Waren alle seine Jeans in der Wäsche?
Wahrscheinlich nichts von all dem. Vermutlich ist der Trend nun nur in München angekommen. Jogginghose in der Disco.
Trainingshose und Jackett - das trägt Mann heute, wenn er bequem und gut gestylt ausgeht, sagt zumindest Emmanuel de Bayser, Inhaber des Berliner Luxus-Departmentstore "The Corner". Auch Frauen haben die "Loungewear" für sich entdeckt. Und selbst im verschlafenen München ist die Jerseyhose immer öfter zu sehen.
Man muss sich ja wundern, wie sich der Style bei Münchens Nachtschwärmern geändert hat. Zum Glück, kann man da nur sagen. Früher, das heißt noch bis vor einigen Jahren, haben sich alle beim Ausgehen extrem aufbrezelt. Frauen gingen nur mit Highheels in den Club, dazu am besten Minirock sowie Extrem-Dekolleté. Auch die Männer gaben sich redlich Mühe. Designerhemd und Markenjeans mussten schon sein. Alle sahen aus, als hätten sie sich in eine Art Ausgeh-Uniform geworfen.
Der Spleen mit der teuren Kleidung trug ja schon seit den Siebzigern zum ungeliebten Image Münchens als Schickimicki-Metropole der Republik bei. Da kann man es doch eigentlich nur begrüßen, dass sich das Ganze langsam ändert. Im Laufe der letzten Jahre ist die Kleidung immer salopper geworden, "casual", "out of bed" oder "loungy" wie man auf Neudeutsch sagt.
Lesen Sie auf Seite 2, wie man den neuen Style auf keinen Fall tragen sollte.
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Liebe After Eight Kolumne,
das ist doch wohl ein ganz grober Unfug!!
Es ändert sich nichts an dem Dresscode, es wird nur ein weiteres "hippes Stück" hinzugefügt!
In ein paar Wochen sehen alle wieder gleich in ihrer "Ausgeh-Uniform" aus, nur dass die Leute eben Jogginghosen tragen....
diese kolummne ist mal wieder unglaublich anachronistisch! in den münchner clubs ist doch seit der "großen internet blase" kein aufbrezeln mehr angesagt... es war eine zeitlang sogar schwierig mit Anzug ins P1 zu kommen - die after eight autoren scheinen nicht wirklich mit der szene in berührung zu kommen. die jogginghose - zuerst etabliert in den ghettos - ist vermutlich ein höhepunkt dieser seit jahren anhaltenden lässigkeit, danach könnte es sogar wieder konservativer werden...
....in "In-Vierteln" wie Obergiesing, dem Westend, Obersendling oder dem noch nicht gentrifiziertem Teil der Isarvorstadt ist die Jogginghose seit Jahrzehnten gern von Männern getragenes Kleidungsstück zum Ausgehen in Läden die "Bei Tina", "Trinkstüberl" oder "Spaten-Quick" heißen.
Nur weil eine Hand voll Geschmacksverirrter jetzt mit Jogginghose beim Weggehen rumläuft (hab persönlich noch keinen bewusst wahrgenommen), nur deshalb hat sich doch nicht gleich etwas am "Style bei Münchens Nachtschwärmern" geändert. Etwas übertrieben die ganze Aufregung :-)
dieses Modewellen hinterherhecheln, auf 2nd-Hand tun aber
dann doch teure Markenneuware kaufen.
So wird das nie was München!
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