Wenn cooler Trash die Spießigkeit besiegt: Die Subkulturszene der Stadt feiert Münchens 851. Geburtstag mit extravaganten Modenschauen, wilden Partys und einer Tagesbar.
Es ist wieder soweit. München feiert seinen Geburtstag. Dieses Mal "nur" den 851., der nach dem großen Jubeljahr zum 850. Geburtstag im vergangenen Jahr zwar nicht ganz so exzessiv begangen wird, aber dem die Stadt zumindest ein ganzes Wochenende widmet, und zwar das kommende (12. - 14. Juni).
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Regisseur Klaus Lemke (rechts) fotografiert die Darstellers seines neuen Films "Schmutziger Süden" in der "851 Tagesbar". (© Foto: Beate Wild)
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Doch während man sich bei den offiziellen Feierlichkeiten auf singende Moritaten, grillende Ritter und tanzende Trachtler einstellen muss und einem die Langeweile direkt ins Gesicht springt, erscheint ein anderes Projekt wesentlich reizvoller. Münchens Subkultur hat sich aufgemacht, die Stadt mal so richtig aufzumischen. Künstler, Literaten, Musiker und DJs feiern auch den 851. Stadtgeburtstag, doch um einiges cooler und lässiger - und einer modernen Millionenstadt im Multimediazeitalter angemessen.
Die Akteure des Ganzen organisieren sich nämlich selbst, und zwar auf der Internetplattform myspace.com/muenchen851. Der Kopf hinter dieser Idee ist Zehra Spindler. Sie habe nur einfach mal ausprobieren wollen, ob so ein Projekt funktioniere, sagt sie. Und das tut es. Die Sache kommt immer mehr ins Rollen, obwohl Spindler komplett auf PR- und Marketingmaßnahmen verzichtet. Alleine durch Mundpropaganda und via Internet spricht sich das 851-München-Projekt herum. Die Künstler, die mitmachen wollen, kommen mittlerweile selbst auf die 40-Jährige zu.
München, das immer so spießig, geschleckt und konservativ rüber kommt, kann auch mal anders. An wechselnden Locations finden DJ-Acts, Lesungen oder Ausstellungen statt. Als Homebase hat Spindler das "Horses, Cars & Stars" in der Schellingstraße 24 für sich entdeckt. Die lässig abgerockte Bar befindet sich in einem leer stehenden Haus, das bald abgerissen werden soll. Bis dahin ist dort von 11 bis 23 Uhr ihre "851 Tagesbar" beheimatet, abends gibt es hier hin und wieder Partys auf denen sich die Münchner Szene tummelt. So viel Trash hat München selten gesehen, und das ist durchwegs und ausschließlich positiv gemeint.
Neulich erst gab es eine Modenschau im Hinterhof des "Horses", bei der die Münchner Nachwuchsdesigner Ayzit Bostan und Patrick Mohr ihre Kollektionen vorführten. Oder vergangenen Freitag stand DJ Mirko Hecktor schon um 16 Uhr an den Plattentellern und läutete mit Elektro-Sound das Wochenende ein. Endlich, endlich schnuppert München auch ein bisschen Coolness wie es in Berlin schon längst gang und gäbe ist.
"Wundervoll schäbig" findet auch Regisseur Klaus Lemke die "851 Tagesbar". Der 68-Jährige Film-Guerillero, der Stammgast in der Bar in der Schellingstraße ist, ist sogar so begeistert von der Subkultur, die derzeit in München entsteht, dass er demnächst einen Film drehen wird. "Schmutziger Süden" soll der Film heißen. Welchen Schmutz Lemke in München konkret entdeckt hat, ist noch nicht ganz klar, aber man darf gespannt sein.
Bis zum Drehbeginn in zwei Wochen sitzt Lemke zumindest jeden Nachmittag in der Bar, seinem "Wohnzimmer", und wartet darauf, dass attraktive Mädchen und fesche Jungs, die er gerne "Cowboy" nennt, vorbeischauen, damit er sie noch für seinen Film casten kann. "Hier ensteht etwas Großes", ist sich das Enfant terrible des deutschen Films sicher.
Lesen Sie auf Seite 2, was im Kulturbiergarten im Sommer los sein wird.
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schönste an München ist der Zug nach Augsburg.
Frei nach Brecht nur umgekehrt ;-)
... aber 'lässig'? Nein! Ich bin vor ca.vier Jahren aus München auf's Land geflohen, weil meine Frau und Ich beschlossen haben, dass München keine geeignete Umgebung für das Aufwachsen eines Kindes ist. Jetzt komme Ich einen Tag die Woche nach München zum Arbeiten und bin jedes Mal froh, wenn Ich hier wieder weg bin.
Die 'Lässigkeit der Münchner' drückt sich höchstens so aus, dass man den Blinker beim Autofahren nicht benutzt. Ansonsten sehe Ich nur Hektik, schlechte Bedienung und miese Küche in den Restaurants oder gepfefferte Preise. Die Hilfsbereitschaft der Münchener ist sprichwörtlich: nicht vorhanden. Wenn man mal sieht, dass jemand im Bus seinen Platz einem Älteren anbietet oder einer Mama mit dem Kinderwagen hilft, ist das in der Regel ein Ausländer ...
München ist für nicht-Münchner lediglich Hektik, hohe Preise, Unfreundliche Zeitgenossen(frag mal in München nach dem Weg und mach das gleiche in Regensburg, dann weisst Du was Ich meine ;o) und Alle sind unter stress ...
mfG