Von Christian Mayer

Die Pille und die Brille: Oswalt Kolle, der "Sex-Papst der Deutschen" spricht über Sexualität im Alter.

Es gibt Menschen, die über einen reichen Erfahrungsschatz verfügen und obendrein blendend erzählen können. Leider erlebt man oft, wie sie in Fernsehen zwischen den Talkshow-Langweilern Sendezeit absitzen.

(© Foto: oh)

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Wie schön ist es da, einen dieser raren Unterhalter ungebremst zu erleben: in der Evangelischen Stadtakademie, die den Buchautor und Journalisten Oswalt Kolle eingeladen hat. Kolle?

Den "Sexpapst der Deutschen", der "Freiheit für die Liebe" forderte und mit seinen Aufklärungsfilmen Basisarbeit leistete? Genau der: Der Mann wird im nächsten Jahr 80 Jahre alt, aber er ist noch immer viel unterwegs zwischen Ärztekongressen, Hörsälen und Lesungen.

"Gelebte Sexualität im Alter" heißt sein Vortrag, ein paar Dutzend reifere Zuhörer sind erschienen. Der Gast aus Amsterdam begnügt sich keineswegs mit der Rolle eines altersmilden Plauderers.

In den Medien regiere der Jugendwahn, poltert er, und die Kinder wollten nichts über das Tabuthema hören ("die wollen nicht, dass Papa und Mama noch vögeln, sondern Kuschelsex mit ihrer Heizdecke haben").

Mehr Gelassenheit sei notwendig, nicht für jeden Menschen sei Sexualität gleich wichtig; wer nicht wolle, müsse ja nicht. Der Sohn eines Münchner Psychiaters zählt sich zu den Aktiven, für die Sex ein wesentlicher Teil des Lebens ist, "man darf es nur nicht einschlafen lassen".

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