Integration von behinderten Kindern Wo Reiten Therapie und Verständnis fördert

Im Fall von Mimo ("Montessori Integrationskindergarten München Ost") - der "ohne großen Finanzier im Rücken dasteht", so Roland Widmer - haben die Eltern per Rundschreiben erfahren, dass die Reittherapie gestrichen wird. Man sei zu drastischen Schritten gezwungen, die Einrichtung könne "sonst nicht weiter existieren".

Kindergartenleiterin Ursel Faul sagt, die bisherige Kombination aus Musik- und Reittherapie habe sich als ideal erwiesen. "Das Reiten hat Kindern mit Gleichgewichtsproblemen Sicherheit und Zutrauen gegeben, die Musik bringt bei motorischen Störungen enorme Fortschritte."

Man habe Wert darauf gelegt, dass die Therapien integrativ, also auch mit nichtbehinderten Teilnehmern stattfinden. Der nun erzwungene Verzicht auf die Reittherapie - der Sparkurs des Bezirks hat die Zahl von 80 so genannten Fachdienststunden pro Kind und Jahr auf 50 zusammenschnurren lassen - sei ein schwerer Schlag.

Faul: "Im neuen Kindergartengesetz wird Integration befürwortet - der Bezirk führt sie ad absurdum." Tina Schmitz, deren Tochter als "Integrationskind" die Reittherapie im Mimo besucht, sagt: "Die Kinder brauchen früh eine besondere Förderung, sonst kommen später große Probleme auf sie zu." Es sei eine "Katastrophe", das Erfolgsmodell Integration aus finanziellen Gründen aufs Spiel zu setzen.