Naherholung in Freising Schleiferl ohne Schnickschnack

Planungsausschuss beschließt naturnahen Ausbau der Isar ohne Parkplätze, Toilettenanlagen und Grillmöglichkeiten

Von Kerstin Vogel

Das mit dem zehn Meter hohen Sprungturm, das wird nichts werden - und auch die meisten anderen Vorschläge, die Freisinger Kinder für das geplante Naherholungsgebiet "Isarschleiferl" gemacht haben, werden wohl nicht umgesetzt werden: Rutschen ins Wasser, eine Halfpipe und eine Gondel oder Seilbahn waren da etwa aufgelistet worden. Doch das Gelände unterhalb der nördlichen Isarbrücke, das künftig der Naherholung dienen soll, liegt im Hochwasserbereich - Einbauten seien da nicht möglich, hieß es am Mittwoch im Planungsausschuss.

Anderen Wünschen und Vorstellungen, die von den Bürgern Mitte Januar bei einem "Isarforum" geäußert worden waren, wollen die Stadträte dagegen nachkommen. An vorderster Stelle steht dabei ein "sanfter und naturnaher Ausbau der Isarschleife", das versicherte Martin Maierhofer von der Stadtverwaltung ein ums andere Mal. Um die Schleife und damit neue Flächen für Erholungssuchende entstehen zu lassen, soll die Isar etwa auf Höhe des Wohngebiets Schwabenau aufgezweigt werden. Der zusätzliche Wasserarm soll weiter nördlich wieder in die Isar münden.

Für kritikwürdig hält das Grünen-Stadtrat Manfred Drobny. Wenn dafür "Ein- und Auslaufbauwerke" benötigt würden, sei das problematisch, weil es der gewünschten Dynamisierung der Isar entgegenstünde, betonte der Umweltreferent, der auch Kreisgeschäftsführer des Bundes Naturschutz in Freising ist: "Ohne das ist es für mich aber okay." Er sehe nur noch nicht, wie hier an der Isar Naherholung stattfinden solle, ohne das die Natur Schaden nehme, verteidigte er seine kritische Haltung zur neuen Isarschleife, mit der er wegen verschiedener öffentlicher Äußerungen zuletzt bei Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher angeeckt war.

Auch FW-Stadtrat Heino Pause ärgerte sich über Drobnys anhaltenden Widerstand. Die Isar sei schon lange kein Natur- und Wildfluss mehr, argumentierte er - außerdem gehe es aktuell noch gar nicht um Details der Planung, sondern um die Vorentscheidung, die Isarschleife bauen zu wollen: "Wir können in diesem Stadtrat nicht immer alles ablehnen und verhindern", echauffierte sich Pause: "Das macht mich nervös und das will ich nicht."

Drobny seinerseits verwahrte sich dagegen, nun als "der klassische Neinsager" dargestellt zu werden und betonte noch einmal, dass er gegen einen naturnahen Ausbau nichts habe. Unterstützung kam von Karl-Heinz Freitag (FW). Auch nach seiner Einschätzung sind für den Isararm größere Bauwerke erforderlich, "da müssen die Kritiker schon auch gehört werden." Gegen die Stimme von Drobny wurde am Ende ein "Ausbau in möglichst naturnaher Form" beschlossen, wobei Kompromisse zwischen Naherholung und Naturschutz erforderlich seien, wie es in dem Beschluss heißt. Festgeschrieben ist dort außerdem eine Bepflanzung, die einen Sichtschutz zum Wohngebiet Schwabenau hin bietet.

Entsprochen werden soll dem Wunsch der Bürger nach einer Benutzungsordnung, in der beispielsweise Regeln zur Nutzungszeit oder dem Grillverbot festgehalten werden sollen. Außerdem soll die Verwaltung Vorschläge zur Bewältigung der Müllproblematik erarbeiten. Um zu verhindern, dass sich das Isarschleiferl doch noch zu der befürchteten Partymeile entwickelt und gleichzeitig den Bedürfnissen der Jugendlichen nachzukommen, sollen an anderer Stelle in Freising Grill- und Feierplätze für junge Leute gesucht und ausgewiesen werden. Toilettenanlagen in freier Natur soll es nicht geben - und um nicht zusätzlichen Autoverkehr zu generieren, will man auch auf die Anlegung neuer Parkplätze verzichten.

Neben den Kindern musste der Planungsausschuss am Mittwoch dann auch noch die Angehörigen des buddhistischen Klosters in Freising enttäuschen: deren Wunsch nach einem Pavillon zur Meditation wurde mit dem Verweis auf den Hochwasserbereich ebenfalls abgelehnt. Die Stadtverwaltung muss als nächstes nun die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vorbereiten.