Literarischer Herbst in Freising Mit Punkt und Komma

Das Modern Studio zeigt, wie man die Jugend auch in Zeiten von Facebook und Twitter für Bücher begeistert

Von Birgit Goormann-Prugger

Das gute Buch. Hat es noch Bestand in der Social-Media-Welt der Facebook-Posts und getwitterten Kurznachrichten? Wer braucht schon anspruchsvolle Literatur, wenn er sich auch an den schnell dahingetippten Kommentaren ohne Punkt und Komma seiner virtuellen Freunde im Netz ergötzen kann? Trotz allem wird am kommenden Donnerstag mit der Vernissage der Illustratorin Stefanie Harjes im Alten Gefängnis wieder der "Literarische Herbst" in Freising eröffnet - zum mittlerweile 30. Mal. Die Organisatoren vom Kulturverein "Modern Studio" haben früh erkannt, dass sie sich um die Jugendlichen bemühen müssen, wenn sie wollen, dass diese auch als Erwachsene das gute Buch zu schätzen wissen.

Die Jugendbuchwoche ist darum wesentlicher Bestandteil des Literarischen Herbstes. Autoren gehen auf Einladung des "Modern Studio" in die Schulklassen und lesen aus ihren Büchern. Über die Jahre hinweg hat der Kulturverein den Literarischen Herbst so zu einer Marke gemacht, die ein Garant ist für Lesestoff von Wert. Und das nicht nur bei Lehrern, sondern auch bei den Schülern. Bei den regelmäßigen Lesungen im Café Camerloher beispielsweise sind die Reihen auch dann gefüllt, wenn ein Lyriker kommt. Wahrlich keine leichte Kost.

Zu verdanken ist das der beständigen und hartnäckigen Überzeugungsarbeit des "Modern Studio" in Sachen anspruchsvoller Literatur. Dazu gehört auch, dass sich der Verein seinen ohnehin knapp bemessenen Etat jedes Jahr wieder aufs Neue bei Sponsoren zusammenbetteln muss, denn die Stadt Freising übernimmt jedes Jahr nur ein Drittel der Ausgaben des Vereins. Dort kann man sich aber sicher sein, dass das Geld gut angelegt ist.

Lesen macht klug und glücklich.

(Foto: dapd)